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Ruhe finden im Ruhrpott: Gelsenkirchen hat einen eigenen Zen-Garten

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In Gelsenkirchen, mitten im Ruhrpott, gibt es einen Zen-Garten. Der soll für Ruhe und Entspannung sorgen. Doch die wenigsten kennen ihn.

Gelsenkirchen – Entspannung und Meditation sind vermutlich nicht die ersten Dinge, mit denen Gelsenkirchen (NRW) assoziiert wird. Wahrscheinlich sind es für viele eher der FC Schalke 04 und der ehemalige Bergbau. Doch mitten in Gelsenkirchen, das darüber hinaus einige ungewöhnliche Ausflugsziele zu bieten hat, liegt eine Oase der Ruhe. Im Norden des Stadtgartens gibt es nämlich einen japanischen Zen-Garten.

Gelsenkirchen: Zen-Garten liegt mitten in der Stadt

„Kare-san-sui“ heißt der Stil, in dem der Garten 2009 gebaut wurde. Das bedeutet so viel wie „trockene Landschaft“, berichtet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) auf seiner Website zum Gelsenkirchener Stadtgarten. Demnach werden solche Orte als „Zen-Garten“ bezeichnet. Typisch dafür sind Steine, Felsbrocken und Kies.

Der Zen-Garten liegt im Gelsenkirchener Stadtgarten.

Solche Gärten sind Teil der Meditationspraxis im Zen-Buddhismus. Dabei geht es einerseits um die Betrachtung, andererseits um die Pflege der Gärten. Dabei wird etwa der Kies in einem besonderen Muster angeordnet – kreisförmig zum Beispiel. Ziel dieser Meditation ist es, sein Bewusstsein auf eine einzige Sache zu konzentrieren, ohne sich ablenken zu lassen. In Miniatur-Form werden diese Zen-Gärten auch für Büros oder den privaten Gebrauch angeboten. „Das ‚Zeichnen‘ von Mustern entspannt und löst, die anschließende Betrachtung beruhigt und zentriert“, heißt es bei einem Anbieter.

Zen-Garten in Gelsenkirchen nicht besonders bekannt

Die Darstellung von japanischen Gärten gehe demnach auf die Verehrung der Götter des Himmels und der Erde zurück. Dabei steht der Sand für das Wasser, die Steine für die Inseln. Minimalismus prägt diese Art der Gärten. Das ist auch in Gelsenkirchen gut erkennbar. Der Zen-Garten liegt etwas versteckt, zwischen Spielplatz und Zeppelinallee. Rundherum stehen Bäume. Einige wenige Steine sind dort zu sehen. Auf einer Art Stufe steht eine Skulptur.

Der Stadtgarten in Gelsenkirchen

► Den Stadtgarten in Gelsenkirchen gibt es schon mehr als hundert Jahre. Er wurde 1986 als Volkspark errichtet und war die erste Anlage dieser Art in Gelsenkirchen.

► Im Laufe der Jahre wurde der Stadtgarten immer wieder erweitert. Im Zweiten Weltkrieg zerstörten Bomben große Teile der Anlage, die dann im Jahr 1949 wieder aufgebaut wurde.

► Der Stadtgarten ist 22 Hektar groß. Dort gibt es geschwungene Wege, Alleen, exotische Bäume, einen Rosengarten, Spielplätze, einen Wassergarten und einen japanischen Steingarten im kare-san-sui-Stil.

(Quelle: Stadt Gelsenkirchen/Landschaftsverband Westfalen-Lippe)

Besonders bekannt scheint der Ort bei den Menschen in Gelsenkirchen allerdings nicht zu sein. Zuletzt hatte das Stadtmarketing von Gelsenkirchen auf Facebook ein Bild aus dem Steingarten veröffentlicht. Auf die Frage, wo sich dieser Ort in Gelsenkirchen befindet, wussten nur die Wenigsten eine Antwort. (ebu)

Rubriklistenbild: © Sandra Falkenauer/Stadtmarketing

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