Herrenmode

Modekonzern aus NRW ist insolvent - 400 Mitarbeiter betroffen

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Die Modebranche kommt nicht zur Ruhe. Erneut hat ein Konzern aus NRW Insolvenz beantragt. Betroffen ist ein Hersteller von Herrenmode – mit 400 Beschäftigten.

Herford - Bäckereien, Getränkehersteller, Schuhhändler – und viele Modekonzerne: Die Jahre 2022 und 2023 sind geprägt von Insolvenzen. Wenige Tage nach dem Insolvenzantrag von Gerry Weber hat ein weiteres Modeunternehmen aus Nordrhein-Westfalen diesen Schritt verkündet: die Ahlers AG aus Herford.

UnternehmenAhlers AG
Gründung1919
SitzHerford

Weiterer Modekonzern aus NRW insolvent – 400 Beschäftige betroffen

Der Hersteller von Herrenmode hat laut einer Mitteilung am Montag (24. April) entschieden, für die Ahlers AG und sieben Tochtergesellschaften in Deutschland einen Antrag auf Insolvenz beim Amtsgericht Bielefeld zu stellen. Der Geschäftsbetrieb werde bis auf Weiteres fortgesetzt, heißt es weiter.

Im Jahr 2019 feierte das Unternehmen noch sein 100-jähriges Bestehen. Dann kamen die Krisen: Corona, Krieg, Inflation. „Die noch immer spürbaren Folgen der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden gestörten Lieferketten, die allgemeine Kauf- und Konsumzurückhaltung, die hohe Inflation sowie Insolvenzen im Handel haben zu einer unterplanmäßigen Entwicklung geführt, die leider keine andere Entscheidung zuließ“, so Vorstandsvorsitzende Dr. Stella Ahlers.

Ahlers habe jedoch „starke Marken, gewachsene Kernkompetenzen und eine leistungsfähige Organisation“. Dies stimme sie zuversichtlich „mit Blick auf Zukunftsoptionen für unser Unternehmen”. 

Herrenmode-Hersteller aus NRW stellt Insolvenzantrag

Die Ahlers AG produziert und verkauft Herrenmode. Vier Marken sind im Besitz des Modekonzerns: Baldessarini und Otto Kern sowie die Eigenmarken Pioneer Authentic Jeans und Pionier Workwear Berufskleidung. Für die Marke „Pierre Cardin“ besitzt Ahlers eine Lizenz.

Neben der Unternehmenszentrale hat die Ahlers AG für jede ihrer Marken einen Standort in Herford. In Düsseldorf eröffnete im Jahr 2022 ein Showroom für alle Marken. Der Vertrieb läuft sowohl über Onlineshops als auch über Einzelhandelsläden, die überwiegend in Osteuropa von Partnern geführt werden.

In Deutschland hat der Modekonzern 400 Beschäftigte, weltweit sind es nach eigenen Angaben insgesamt über 1.700. Ahlers besitzt Vertriebsgesellschaften unter anderem in sieben europäischen Ländern, hinzu kommt ein eigener Produktionsbetrieb in Sri Lanka.

Laut Ahlers erhalten die betroffenen Mitarbeiter in Deutschland für die Monate April, Mai und Juni Insolvenzgeld von der Arbeitsagentur. Der Modekonzern betont, dass die Gesellschaften im Ausland derzeit nicht von der Insolvenz betroffen seien.

Auch Peek & Cloppenburg ist insolvent. Der Händler sucht Rettung in einem Schutzschirmverfahren. Kurz zuvor hatte die TK Fashion Group aus NRW hat Insolvenz angemeldet.

Rubriklistenbild: © Michael Bihlmayer/Bihlmayerfotografie/Imago

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