VonMaximilian Gangschließen
Das Insolvenzverfahren gegen den Discounter Kodi ist eröffnet. Die Kette hat auch Standorte in Hamm. Was das für Kunden bedeutet.
Hamm – Der Haushaltsdiscounter Kodi ist pleite. Wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung wurde Anfang März ein Insolvenzverfahren in Selbstverwaltung vor dem Amtsgericht Duisburg eröffnet. Die Kette betreibt deutschlandweit 238 Filialen, zwei davon in Hamm – am Marktplatz und im Maxi-Center.
Auch Filialen in Hamm: Insolvenzverfahren gegen Discounterkette Kodi eröffnet
Auf die Mitarbeitenden und deren Kundschaft komme vorerst keine größere Änderung zu, teilt Kodi auf Nachfrage von wa.de mit. Man wolle den Geschäftsbetrieb mit allen bundesweit 1.800 Beschäftigten bis auf Weiteres uneingeschränkt weiterführen, hieß es bereits zur Antragsstellung im November vergangenen Jahres. Das gelte auch jetzt, wo das Insolvenzverfahren offiziell eröffnet ist.
Auch die Löhne und Gehälter seien bis auf Weiteres gesichert. Für die vergangenen drei Monate hatte die Arbeitsagentur sogenanntes Insolvenzgeld gezahlt. Mit der Eröffnung des Verfahrens ist damit nun Schluss, und der Arbeitgeber muss die Kosten wieder selbst tragen.
Kodi in Gesprächen mit mehreren Investoren: „Wir erwarten zeitnah ein Ergebnis“
Wie es langfristig mit dem Discounter weitergeht, steht derzeit noch in den Sternen. „Kodi befindet sich in einem sehr engen Austausch mit verschiedenen Investoren“, erklärt das Unternehmen mit Sitz in Oberhausen. „Wir erwarten da zeitnah ein Ergebnis, sodass dann auch Klarheit besteht, wie es mit einzelnen Filialen weitergeht.“
Welche Standorte eine Zukunft haben werden, hänge vom Investor ab. Derzeit sehe es gut aus, dass der überwiegende Teil erhalten bleibe. Zuletzt hatten Schließungen einzelner Standorte Schlagzeilen gemacht, beispielsweise in Duisburg. Daran sei jedoch nicht das nun eröffnete Insolvenzverfahren schuld – die Mietverträge seien einfach ausgelaufen.
Weniger Umsatz, höhere Kosten: Das steckt hinter der Pleite der Discounterkette
Die Gründe für die finanzielle Schieflage seien vielfältig, so Kodi. Bereits seit längere Zeit spüre das Unternehmen eine „deutliche Kaufzurückhaltung“ der Kundschaft, einen „massiven Umsatzverlust“ in einer „ohnehin harten Wettbewerbssituation“. Auch gestiegene Betriebskosten seien in Bereichen wie Energie, Fracht und Werbung seien an der Kette nicht spurlos vorbeigegangen.
Die Non-Food-Discounterkette soll nun mittels eines Schutzschirmverfahrens saniert werden. Die Geschäftsführung bleibt im Amt, und wurde durch die drei Restrukturierungsexperten Holger Rhode und Dr. Raul Taras, beide Rechtsanwälte und Partner der Wirtschaftskanzlei Görg sowie Unternehmensberater Thomas Montag, Partner der Gesellschaft Montag & Montag, ergänzt.
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