Wettervorhersage

Unwetterwarnung: Gewitter und Starkregen in NRW - „Es hört einfach nicht auf“

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Bald ist Juni, doch wo ist der Sommer? Am Freitag drohen in Teilen von NRW erneut Gewitter und unwetterartigen Starkregen. Es gab Unwetterwarnungen.

Hamm - Es geht auf den Juni zu, da sollte das Wetter langsam in Richtung Sommer wechseln. Nun, kalt ist es zwar nicht. Aber auch nicht schön. Am Freitag, 24. Mai, müssen sich Menschen in Nordrhein-Westfalen sogar erneut auf Gewitter und unwetterartigen Starkregen einstellen. „Es hört einfach nicht auf“, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Freitagnachmittag eine amtliche Unwetterwarnung der Stufe 2 (rot) vor schwerem Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel für mehrere Städte und Kreise herausgegeben. Die Gewitterfront wanderte von Osten bis zum Münsterland durch NRW.

Gewitter und unwetterartiger Starkregen in NRW - „Es hört einfach nicht auf“

Bereits über das lange Pfingstwochenende war das Wetter in weiten Teilen von NRW zum Vergessen - und örtlich sogar gefährlich. Nach einem Blitzeinschlag bei einem Jugendzeltlager in Soest mussten fast 40 Personen ins Krankenhaus. Am Dienstag nach Pfingsten schickte der Deutsche Wetterdienst gleich die nächste Unwetterwarnung hinterher.

Nach zwei etwas ruhigeren Tagen geht es am Freitag, 24. Mai, wieder los. Schon morgens zieht vom Sauerland her schauerartiger Regen über das Land. Der DWD spricht in seiner Wettervorhersage von „Starkregen mit Mengen zwischen 20 und 35 Litern pro Quadratmeter“.

Ab mittags kann der Starkregen schwerere Ausmaße annehmen. Über mehrere Stunden seien lokal vereinzelt „unwetterartige“ Mengen von 50 bis 60 l/qm möglich. Extrem heftiger Starkregen mit mehr als 60 l/qm in mehreren Stunden ist laut DWD allerdings nur gering wahrscheinlich. In der Nähe von Gewittern kann es Sturmböen und Hagel mit einem Durchmesser von bis zu zwei Zentimetern geben.

Dunkler Schlechtwetter-Streifen über NRW: Großwetterlage bleibt

Der dunkle Schlechtwetter-Streifen reicht von der Landesmitte von Nordrhein-Westfalen bis nach Thüringen und Bayern. „Da thronen besonders morgen schon wieder kräftige Starkregenfälle, eingelagert mit Gewittern. Irgendwo dort gibt es neue Unwetter“, sagte Dominik Jung von wetter.net am Donnerstag mit Blick auf das deutsche Wettermodell. Das britische, kanadische und französische Modell bringen Bewohnern von NRW keine besseren Nachrichten.

  • Freitag, 24. Mai: Höchstwerte zwischen 17 Grad im Südwesten und 23 Grad im Nordosten, in Hochlagen um 15 Grad, teils gewittrig mit Starkregen
  • Samstag, 25. Mai: Höchstwerte zwischen 17 Grad in Hochlagen und 21 Grad im Flachland, vereinzelt auch Gewitter mit Starkregen
  • Sonntag, 26. Mai: Temperaturanstieg auf 22 bis 24, in Hochlagen bis 18 Grad, einzelne Schauer oder Gewitter möglich

Bedrückende Bilder: Wetterextreme der vergangenen Jahre in NRW

Orkantief Kyrill NRW Wilmsdorf Wald
In der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 fegte der Orkan Kyrill mit mehr als 180 km/h über Deutschland hinweg. Auf dem Kindelsberg bei Kreuztal wurden Windgeschwindigkeiten bis 205 km/h gemessen. Elf Menschen starben in Folge des Orkans, sechs davon in NRW. Die Opfer kamen bei Aufräumarbeiten in den betroffenen Wäldern ums Leben. Denn Kyrill richtete Schäden in Milliardenhöhe an. In NRW wurde vor allem in den Wäldern im Sauerland und Siegerland (Foto) die Kraft des Orkans deutlich.  © Bernd Thissen/dpa
Sturmschäden nach dem Orkan Kyrill im Jahr 2007, Meinerzhagen
Nach Angaben der NRW-Landesregierung belief sich der Schaden im Wald auf mehr als 1,5 Milliarden Euro. Dieses Foto wurde in Meinerzhagen im Sauerland aufgenommen. © IMAGO/imageBROKER/Heinz-Dieter Falkens
Baum ist auf ein parkendes Auto gestürzt, Schäden durch das Sturmtief Ela am 09.06.2014
An Pfingsten 2014 überzog das Sturmtief Ela vor allem Nordrhein-Westfalen. Es traten in einem Streifen vom Rheinland bis ins Ruhrgebiet Böen bis Orkanstärke auf, die zusammen mit einem großen Gewitterkomplex auftraten. © IMAGO / blickwinkel
Sturmschäden im Schellenberger Wald oberhalb des Baldeneysee verursacht nach einem schweren Sturm
Am 9. Juni (Pfingstmontag) kamen zwischen 20 und 23 Uhr in Düsseldorf, Essen, Köln und Krefeld insgesamt sechs Menschen ums Leben. In ganz NRW gab es über 60 Verletzte, 30 davon schwer. Bei der Deutschen Bahn waren die Schäden nach eigenen Angaben deutlich stärker als bei Kyrill. Ein Festival in Essen musste evakuiert werden.  © IMAGO / Jochen Tack
Orkan "Friederike" hat in den Wäldern Nordrhein-Westfalens gewütet.
Wieder zu Todesopfern kam es im Jahr 2018 beim Orkan Friederike. NRW war am 18. Januar das erste und auch am stärksten betroffene Bundesland. In Emmerich wurde ein Mann von einem Baum erschlagen. In Lippstadt starb ein Lkw-Fahrer bei einem Unfall, in Sundern ein Feuerwehrmann im Einsatz. In Duisburg wurde Sirenenalarm ausgelöst.  © Arnulf Stoffel/dpa
Entwurzelte Bäume liegen in Bochum im Weitmarer Holz. Der Sturm Friederike hatte die Bäume entwurzelt.
Die Bevölkerung sollte sichere Räume aufsuchen. Auch die Wälder wurden wieder stark zerstört, wie hier in Bochum im Weitmarer Holz. © IMAGO / Funke Foto Services
Die Erde im Flussbett des Rheins ist aufgrund der Dürre ausgetrocknet und aufgerissen.
Das Jahr 2018 war laut Deutschem Wetterdienst das bis dato wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Vom April bis in den Oktober war es in Deutschland außergewöhnlich trocken und heiß. Selbst am 13. Oktober wurden in Tönisvorst in NRW noch 28,6 Grad erreicht. © Christophe Gateau/dpa
Biggesee Biggetalsperre der Pegel Wasserstand hat nach den letzten trockenen Monaten stark abgenommen
Flächendeckend wurden neue Rekorde aufgestellt. In 9 der 15 größten deutschen Flüsse herrschte sehr lange extremes Niedrigwasser. © IMAGO / Rene Traut
Schnee-Chaos auf A2 in NRW
Im Februar 2021, mitten im Corona-Lockdown, wurde NRW regelrecht eingeschneit. Zudem sanken die Temperaturen in den zweistelligen Minusbereich. Auf der A2 bei Bielefeld war der Verkehr in der Nacht im Schnee-Chaos zum Stillstand gekommen. Autofahrer und Lkw-Fahrer mussten bei klirrender Kälte die Nacht in ihren Fahrzeugen verbringen. Rund um Bielefeld bildeten sich zwischenzeitlich mehr als 70 Kilometer Stau. © Festim Beqiri
Februar 2021: Rodeln am Kaiserberg in Duisburg
Selbst im Ruhrgebiet fiel so viel Schnee, dass gerodelt werden konnte – wie hier am Kaiserberg in Duisburg. © IMAGO / Funke Foto Services
Verwüstung und Tote: Die Flutkatastrophe im Juli 2021 in NRW
Die Jahrhundertflut im Sommer 2021 forderte in NRW 49 Todesopfer. Es gab zudem Dutzende Verletzte, unzählige Menschen wurden traumatisiert und verloren alles. Die Schäden werden auf 13 Milliarden Euro geschätzt. Es gab historische Höchststände bei den Flüssen und Bächen in NRW.  © David Young/dpa
Flut im Sommer 2021 in Hagen, 14. Juli
Wohnhäuser, Krankenhäuser, Schulen und auch eine Justizvollzugsanstalt mussten geräumt werden. Gemessen an der Opferzahl war das Hochwasser 2021 die schwerste Naturkatastrophe in Deutschland seit der Sturmflut im Jahr 1962. © IMAGO / Kirchner-Media
14.07.2021, Hagen, Deutschland, - PKW schwimmt in den Sturzfluten
Zunächst hatte es Hagen und das Sauerland getroffen. ©  IMAGO / Marius Schwarz
Flutkatastrophe, NRW, Aufräumarbeiten in Bad Münstereifel
Danach den Kreis Euskirchen. ©  IMAGO / Xinhua
Flut 2021: In Erftstadt-Blessem (NRW) sind Häuser massiv unterspült worden und einige eingestürzt oder in eine nahe Kiesgrube gestürzt.
Und Erftstadt, insbesondere die Ortschaft Blessem. ©  IMAGO / Future Image
Eine Kirche in Lippstadt-Hellinghausen ist durch den Tornado abdeckt worden. Der komplette Turmhelm wurde herunter gerissen.
Abgedeckte Dächer, entwurzelte Bäume, vollkommen zerstörte Autos: Gleich drei Tornados fegten im Mai 2022 durch NRW. In Lippstadt waren binnen Minuten Teile der Innenstadt verwüstet. An einer Kirche stürzte der gesamte Dachstuhl des Turms in die Tiefe. Kurz darauf traf ein zweiter Tornado auf Paderborn. Er war noch verheerender als der erste. Es gab 43 Verletzte. Ein dritter Tornado fegte an diesem Tag durch Höxter.  © Daniel Schröder
Dürre Sommer 2022 Rhein Düsseldorf
Der Sommer 2022 war in Europa erschreckend trocken. Es war überdurchschnittlich warm, und es gab unterdurchschnittliche Regenmengen. Es war zudem der heißeste Sommer in Europa seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. In NRW wurden am 19. Juli Temperaturen über 38 Grad gemessen. In einigen Regionen fielen die Pegel von Gewässern auf sehr niedrige Werte ab. Am 16. August fiel der Pegelstand des Rheins in Emmerich erstmals auf null und lag zwischenzeitlich noch darunter.  © Federico Gambarini/dpa
Mai 2024: Tornado über Hagen richtet Schäden an
Im Mai 2024 richtet ein Tornado in Hagen enorme Schäden an. Der Wirbelsturm feht am Nachmittag über die Stadt hinweg, deckt Dächer ab und entwurzelt Bäume. © IMAGO/EinsatzReport24

Am Wetterbild wird sich im Verlauf der kommenden Woche wohl grundlegend nichts ändern. Jung: „Die Großwetterlage wird wahrscheinlich noch eine ganze Weile weitergehen. Jeden Tag gibt es irgendwo Gewitter und Unwetterwarnungen in Deutschland - und das noch bis mindestens Anfang Juni.“

Am Samstag, 25. Mai, sind weiterhin vereinzelt Gewitter mit Starkregen möglich. Gewitter und Regen sind auch am Sonntag, 26. Mai, nicht ausgeschlossen. Allerdings soll es nach einer DWD-Prognose überwiegend heiter werden. Immerhin.

Rubriklistenbild: © Florian Gaertner / Imago

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