VonOliver Schmitzschließen
Der Automobilzulieferer Magna will sein Werk in Köln-Niehl noch 2024 schließen. Die genauen Folgen für die über 200 Beschäftigten sind noch unklar.
Köln – Eine Hiobsbotschaft für über 200 Mitarbeitende: Automobilzulieferer Magna will seinen Kölner Standort komplett aufgeben. Das bestätigte ein Unternehmenssprecher gegenüber 24RHEIN. Im Stadtteil Niehl (Stadtbezirk Köln-Nippes) ist das Tochterunternehmen „Magna Powertrain“ angesiedelt, welches Getriebe und Getriebekomponenten für bekannte Automarken wie BMW, Mercedes-Benz oder Ford herstellt. Jedoch wohl nicht mehr lange, denn noch in diesem Jahr soll der Betrieb überraschend eingestellt werden.
Magna schließt Werk in Köln-Niehl im Juni 2024 – Gespräche mit Arbeitnehmervertretern laufen
Viel Zeit bleibt den 216 Magna-Beschäftigten in Köln nicht. „Ich kann bestätigen, dass das lokale Magna Management seine 216 Mitarbeiter am Powertrain-Standort in Köln darüber informiert hat, dass es plant, den Betrieb bis Ende Juni 2024 einzustellen“, teilte der Unternehmenssprecher Rej Husetovic auf Anfrage mit.
In kaum mehr als fünf Monaten soll also bereits Schluss sein. Trotzdem ist noch nicht zu 100 Prozent klar, wie es mit den rund 200 Mitarbeitenden genau weitergehen sollen. „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Auskünfte über den aktuellen Stand der Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern geben können“, so Husetovic weiter.
Sollte das Werk tatsächlich schließen, dürften Kündigungen aber unvermeidbar sein, da Magna Powertrain keine weiteren Standorte in der Nähe hat. 2023 hatte bereits das naheliegende Ford-Werk in Köln einen großen Personalabbau angekündigt. Rund 3200 Jobs sollen beim Autobauer gestrichen werden. Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen hatte vor kurzem ebenfalls die Schließung eines NRW-Standortes beschlossen, berichtet BW24. Davon sind sogar 700 Beschäftigte betroffen.
Warum Magna seinen Standort in Köln komplett schließt
Auch bei der Begründung für die plötzliche und weitreichende Werksschließung in Köln-Niehl hielt sich Magna eher bedeckt. „Aufgrund der fortschreitenden Transformation der Industrie und der Entwicklung des Marktes ist eine Fortführung des Standortes wirtschaftlich nicht mehr darstellbar“, sagte der Unternehmenssprecher.
In den letzten Jahren hatte der Automobilzulieferer Magna bereits andere deutsche Standorte dichtgemacht. 2022 wurde ein Werk im bayrischen Bad Windsheim geschlossen, wo 340 Menschen beschäftigt waren. Das ebenfalls von Magna Powertrain betriebene Werk in Roitzsch (Sachsen-Anhalt) mit 300 Beschäftigten soll derweil bis Ende 2024 schließen. Die eigentlich für 2025 geplante Schließung des Standorts im unterfränkischen Dorfprozelten (Bayern) konnte derweil vorerst verhindert werden. Nach massiven Protesten der Beschäftigten und IG Metall, einigten sich Gewerkschaft und Unternehmen auf eine Fortführung mindestens bis Ende 2028. (os mit dpa) Täglich informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
Rubriklistenbild: © Manfred Segerer/Imago

