VonJohanna Werningschließen
Bis zum 11.11. ist es nicht mehr lang. Köln hat nun erste Konzepte vorgestellt. Doch die kommen nicht überall an. Andreas Hupke befürchtet schlimme Folgen.
Köln – Wie kann der Kölner Karneval – insbesondere rund um die Zülpicher Straße – sicherer werden? Eine Frage, die sich vor allem nach dem Karnevals-Chaos am 11.11. im vergangenen Jahr, stellt. 2022 wurde das sogenannte Kwartier Latäng von Feiernden überschwemmt, die KVB stellte den Betrieb ein. Eine wirkliche Antwort, wie man es bei der Sessionseröffnung im Kölner Karneval 2024 besser machen kann, gibt es noch nicht.
Autofreie Party-Hotspots für Karneval: Bürgermeister befürchtet dadurch „noch viel mehr Menschen“ in Köln
Die Stadt Köln hat nun erste Details zum neuen Sicherheitskonzept für den Karneval in Köln veröffentlicht. Dabei handelt es sich bisher nur um erste Ideen. Konkrete Maßnahmen, wie am 11.11. für mehr Sicherheit gesorgt werden soll, gibt es allerdings noch nicht. Und selbst die ersten Ansätze sind alles andere als vielversprechend – zumindest in den Augen von Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (Grüne).
Seit rund 20 Jahren ist Andreas Hupke Bezirksbürgermeister im Stadtbezirk Kölner Innenstadt, seit über 45 Jahren ist er selbst Anwohner im Kwartier Latäng. Für ihn ist klar: Das Vorhaben ist nicht konkret genug. „Das ist eigentlich ein ‚Weiter so‘“, so Hupke. „In dem Konzept spürt man keinen Veränderungswillen.“ Der Grünen-Bezirksbürgermeister befürchtet, durch das städtische Vorhaben „noch viel mehr Menschen“ nach Köln gelockt werden.
So soll der Kölner Karneval sicherer werden
► Unter anderem soll es eine oder mehrere Alternativflächen geben, um die Zülpicher Straße zu entlasten. Dabei soll es sich um autofreien Zonen handeln, die von ansässigen Gastronomiebetriebe, Nachbarschaften, Vereine, Institutionen und Interessierten bespielt werden. Denkbar ist dabei auch erneut eine Bespielung der Uniwiese.
► Außerdem soll es eine Art Karnevalsapp geben, in der die Stadt die Feiernden bereits im Vorfeld über Alternativflächen und Regeln informiert.
► Konkrete Details, wie die Maßnahmen aussehen sollen und wo beispielsweise die Alternativflächen entstehen, gibt es allerdings noch nicht.
► Die Ideen sollen „schrittweise, also mittel- bis langfristig umzusetzen“ werden, so die Stadt. Inwieweit erste Maßnahmen bereits bei der Sessionseröffnung im Kölner Karneval 2024 laufen, ist unklar.
Konzept für Kölner Karneval 2024: „Müssen uns sehr gute Gedanken machen“
Gerade weil der 11.11. in diesem Jahr auf einen Samstag fällt, seien konkrete und zahlreiche Maßnahmen wichtig, betont Hupke. Nur so könne der „Sauf-Exzess“ am 11.11. beendet werden, sagt der Bezirksbürgermeister weiter. Falls sich die Stadt nicht dringend besondere Schutzmaßnahmen überlegt, müsse man sich „sehr gute Gedanken machen, ob das ‚Weiter so‘ rechtlich haltbar ist. Meiner Auffassung nach nicht.“
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Für Hupke ist klar: „Wir müssen an die Ursache ran, nicht an die Symptome“, wie er bereits in der Vergangenheit betonte. „Und die Ursache ist, dass immer mehr Menschen hierhin kommen. Die Menge schafft das Kwartier Latäng nicht mehr und die Innenstadt auch nicht. Da ist selbst Woodstock ein Klacks gegen.“ (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
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