VonMarvin K. Hoffmannschließen- Christine Klugeschließen
Bei einer Karnevalsveranstaltung im Kreis Olpe soll ein Gast rechtsextremistische Parolen gerufen haben. Der Staatsschutz ermittelt. Es geht um ein Lied.
Update vom 8. Februar, 17 Uhr: Nach mutmaßlich rassistischen Parolen bei einer Karnevalsveranstaltung in Drolshagen im Kreis Olpe ermittelt der Staatsschutz gegen einen Verdächtigen. Die Vorwürfe gegen den 22-Jährigen „könnten den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllen“, sagte ein Sprecher der Polizei Hagen am Donnerstag. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die Ermittlungen, die von der Siegener Staatsanwaltschaft beauftragt worden seien, noch auf weitere Personen ausgeweitet würden. „Wir führen jetzt Vernehmungen durch und schauen mal, was dabei herauskommt.“ Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.
Demnach sollen einzelne Besucher bei der Karnevalsveranstaltung am vergangenen Samstag während des Auftritts einer Frauen-Tanzgruppe rassistische Parolen gerufen haben. „Die Trainerin brach direkt in Tränen aus, und wir waren auch alle sehr schockiert“, sagte der Vorsitzende der zum TuS Belmicke gehörenden „Roten Funken“, Rainer Tomasetti, dem WDR.
Laut Medien war die Gruppe zu dem Lied „L‘Amour Toujours“ einmarschiert, das bereits zuvor von Rechtsextremen für rassistische Parolen missbraucht worden sei. Dies hätten die Tänzerinnen aber nicht gewusst, betonte Tomasetti. Nach dem Auftritt habe er dann von der Bühne aus die Rufer angesprochen und klar gesagt, dass solche Sprüche im Karneval nichts verloren hätten, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Nach Informationen von sauerlandkurier.de soll es sich um ausländerfeindliche Sprüche gehandelt haben.
Rechtsextreme Parolen bei Karnevalsveranstaltung im Kreis Olpe? Staatschutz ermittelt
[Erstmeldung] Drolshagen-Berlinghausen - Bei einer Karnevalsveranstaltung am Samstagabend, 3. Februar, in Berlinghausen im Kreis Olpe (NRW) soll ein 22-jähriger Gast rechtsextremistische Parolen gerufen haben. Die Staatsanwaltschaft Siegen hat die Ermittlungen an den Staatsschutz der Polizei Hagen übergeben.
„Es war eine tolle Veranstaltung mit toller Stimmung und einer ausgelassenen Feier nach dem Programm“, sagt Andreas Wigger, Vorsitzender der Schützenbruderschaft Berlinghausen auf Nachfrage von sauerlandkurier.de. Von dem Vorfall, dass ein 22-Jähriger bei dem Auftritt der „Roten Funken Belmicke“ mitgegrölt und sich rechtsextremistisch geäußert hätte, habe nur eine handvoll Gäste mitbekommen.
„Leider war ein Marschlied der Garde wohl ein Lied, das auch Rechtsradikale gebrauchen“, erklärt Wigger weiter. „Der junge Mann ist wohl aufgestanden und hat dazu mitgesungen.“ Er selbst oder auch der Vorstand haben davon wohl nichts bemerkt, denn sonst hätten sie den Verursacher persönlich der Veranstaltung verwiesen. Nach diesem Lied sei jedoch direkt alles auch wieder vorbei gewesen. „Da hat einer mitgegrölt, was sich nicht gehört.“
„Da hat einer mitgegrölt, was sich nicht gehört“ - Mann erhält Platzverweis
Ein Gast der Veranstaltung habe die Polizei gerufen, die dem jungen Mann nach Angaben von Andreas Wigger einen Platzverweis ausgesprochen habe. Danach wäre weiter gefeiert und getrunken worden und „das Ganze überhaupt kein Thema“ mehr gewesen.
Die Ermittlungen des Staatsschutzes der Polizei Hagen laufen, wie Pressesprecher Sebastian Hirschberg auf Nachfrage des Sauerlandkuriers berichtet. Denn die Parolen, die der 22-Jährige gerufen haben soll, könnten den Tatbestand der Volksverhetzung (Paragrafen 130 des Strafgesetzbuchs) erfüllen. Das müsse sich aber erst noch zeigen. In den Ermittlungen müsse geklärt werden, was passiert ist und was gesagt worden ist.
Der närrische Marathon in Attendorn steht bevor: Gardebiwak, Prunksitzung, Veilchendienstagszug – alle Infos und Termine zum Karneval 2024 in der Hansestadt. (CK/maho/dpa)
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