Nach Drohnensichtungen ruft NRW-Innenminister Herbert Reul zur Besonnenheit auf. Er warnt, dass die aktuelle Aufmerksamkeit auch Trittbrettfahrer anziehen könnte.
Düsseldorf - Drohnenalarm über Deutschland: Flughäfen im Visier, Behörden in Alarmbereitschaft. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) warnt indes vor übertriebenen Reaktionen auf die jüngsten Vorfälle. „Verunsicherung zu verbreiten, ist genau das Ziel, das etwa Russland mit solchen Aktionen verfolgt“, sagte Reul der Deutschen Presse-Agentur. Die Sichtungen unbekannter Flugobjekte hatten besonders am Münchner Flughafen für erhebliche Störungen gesorgt. Aber auch nahe der NRW-Grenze sollen Drohnen gesichtet worden sein.
Am Donnerstagabend und in der Nacht zum Freitag, 3. Oktober, wurde der Flugbetrieb am zweitgrößten deutschen Airport empfindlich gestört. Auch am Freitagabend gab es erneut Drohnen-Alarm in München. Die Vorfälle reihen sich ein in eine Serie ähnlicher Ereignisse: Erst vergangene Woche wurden über Schleswig-Holstein Drohnen gesichtet, die möglicherweise über kritische Infrastruktur geflogen sind. Parallel dazu kam es in Dänemark zu Störungen des Luftverkehrs durch unidentifizierte Drohnen.
Drohnen-Vorfälle: NRW-Minister Reul warnt Trittbrettfahrer – „Spielt Putin in die Karten“
Reul differenziert bei der Bewertung der Lage. Die aktuelle Aufmerksamkeit beim Thema Drohnen könne auch Trittbrettfahrer anziehen. „Ich bin sicher: Nicht jede Drohne steuert der Kreml - aber jede einzelne spielt (Präsident Wladimir) Putin in die Karten“, betonte der Minister. „Wer leichtfertig eine Drohne steigen lässt, sollte sich darüber im Klaren sein.“
Zur Frage möglicher Abschüsse verdächtiger Drohnen positioniert sich der CDU-Politiker differenziert. Eine pauschale Antwort könne nicht gegeben werden. Entscheidend sei, dass solche Maßnahmen „rechtlich sauber, verhältnismäßig und technisch wirksam“ seien. Gleichzeitig drängt Reul auf schnelle Lösungen: „Klar ist: Wir brauchen schnell eine funktionierende Drohnenabwehr.“
Auch in seinem eigenen Bundesland nimmt man die Bedrohungslage ernst. Polizei und Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen arbeiten intensiv daran, mögliche ausländische Einflussversuche aufzudecken und zu stoppen. „Unsere Sicherheitsbehörden müssen handlungsfähiger und moderner werden, damit wir flexibel und entschlossen reagieren können“, forderte Reul. Der Schutz kritischer Infrastruktur – von Flughäfen bis zu Energieanlagen – stehe dabei ganz oben auf der Prioritätenliste der Behörden. (dpa)