- VonFrank Osiewaczschließen
Mit dem Abbruch der Ritterpassage ist das Großprojekt „B-tween“ in der City gestartet. Weitere Bauvorhaben, die das Gesicht der Hammer Innenstadt nachhaltig verändern und prägen, werden folgen. Ein Überblick.
Hamm - Der Faktor Wohnen gewinnt in den Planungen für die Zukunft der Innenstadt von Hamm immer mehr an Bedeutung. Einige Maßnahmen werden relativ schnell sichtbar sein, andere brauchen noch etwas Geduld.
Novum schon lange dicht, Gebäude wird abgerissen
Der Komplex an der Neuen Bahnhofstraße, in dem sich der Erotik-Markt befand, wird abgerissen. In dem Neubau sind frei finanzierte Wohnungen in den Obergeschossen und Dienstleistung im Erdgeschoss geplant. Überbaut wird die Fläche bis zum Eckgebäude an der Heinrich-Reinköster-Straße. in dem sich im Erdgeschoss ein asiatischer Lebensmittelmarkt befindet.
Dafür muss der (kleinteilige) Bebauungsplan geändert werden. Der Aufstellungsbeschluss ist für März 2023 vorgesehen. Damit werde ein weiterer Schritt in Richtung „Stadtreparatur“ vollzogen, sagte Stadtbaurat Andreas Mentz gegenüber unserer Zeitung.
Das Genehmigungsverfahren für das studentische Wohnprojekt an der Ecke Neue Bahnhofstraße/Friedrichstraße befindet sich auf der Zielgeraden. Investor und Architekt streben einen Baubeginn im März/April 2023 an. Beide Bauvorhaben zusammen bedeuten einen Lückenschluss auf der südlichen Seite der Neuen Bahnhofstraße.
Ter Veen: Lange nichts passiert, Stadt in Sorge
Der Standort des ehemaligen Kaufhauses bereitet der Stadt Hamm Sorgen. Nachdem Hotelpläne zu Beginn der Pandemie zu den Akten gelegt wurden und die Planungen vom Investor Dudoq Real Estate auf Wohnen mit Serviceangeboten umgestellt wurden, ist es still geworden.
Dudoq ist vertraglich verpflichtet, hier bis Mitte 2024 tätig zu werden. Der Kontakt zur Stadt ist ausgedünnt. Zu denken gibt an dieser Stelle, dass ein von Dudoq geplantes Hotel-Großprojekt an der B1 in Dortmund Anfang Oktober für gescheitert erklärt wurde.
Kaufhof-Nachnutzung: Es könnte sofort losgehen
Im Oktober 2020 schloss der Kaufhof in Hamm. Die Eigentümergemeinschaft der Immobilie bekannte sich zum Standort. In einer gemeinsam mit der Stadt beauftragten Machbarkeitsstudie, die im September 2021 vorgestellt wurde, entstand die Grundlage für die weitere Planung: Empfohlen wurden drei Gebäudekomplexe mit verschiedenen Wohnformen, Büro- und Konferenzräumen und Raum zum Beispiel für Einzelhandel, Nahversorgung, Gastronomie oder Fitness.
Die Eigentümergemeinschaft hat ein Maklerbüro beauftragt, Verhandlungen mit potenziellen Investoren zu führen. „Bestreben der Eigentümer ist es, hier möglichst schnell weiter zu kommen“, sagte Mentz. Rein baurechtlich steht nichts im Wege: Es besteht sofort Baurecht.
Neue Verbindungsachse zwischen „B-tween“ und Weststraße
Die Stadt ist mit dem Standort der ehemaligen Mayerschen Buchhandlung Ecke Weststraße/Rödinghauser Straße in die Vermarktung gegangen. Das Objekt, das die Stadtentwicklungsgesellschaft erworben hatte, sei mehreren potenziellen Investoren angeboten und unter anderem auf der Expo Real Fachmesse in München vorgestellt worden.
Es stellt die neue, überplante Verbindung zwischen „B-tween“ und Weststraße dar. „Es wäre traumhaft, hier noch in der Bauphase des B-tween beginnen zu können“, sagte Mentz.
Entwicklung könnte 2023 wieder Fahrt aufnehmen
Die Stadt Hamm hat ihre Objekte und Planungen zuletzt auch auf der Expo-Real-Immobilienmesse in München vorgestellt. Eine grundsätzliche Erkenntnis auf der Messe: „Alle Investoren agieren mit angezogener Handbremse“, so Oberbürgermeister Marc Herter. „Die Bodenpreise in den Metropolen sind nicht mehr real, Objekte nicht mehr refinanzierbar. Das lenkt den Blick zunehmend in die Peripherie.“
Eine Chance für Hamm? „Die Prognose, wieder klarer zu sehen, um Entscheidungen treffen zu können, geht in Richtung zweites Halbjahr 2023“, so Herter. Auf dem Baumarkt würden wieder Kapazitäten frei, ergänzte Stadtbaurat Andreas Mentz. Der Grund laut Mentz: privat-gewerbliche Stornierungen von Aufträgen.
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