VonConstanze Juckenackschließen
Jahrelang konnten sich Baufirmen vor Aufträgen kaum retten, doch nun will kaum noch einer bauen: Die Stadt hat in 2023 kaum neue Wohngebäude genehmigt.
Hamm – In den ersten neun Monaten des Jahres 2023 waren es lediglich Genehmigungen für 60 neuen Wohngebäude. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 109 gewesen. Das teilt IT NRW als statistisches Landesamt mit.
Insgesamt wurde der Bau von 207 neuen Wohnungen erlaubt, 58 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Damals wurde der Bau von 495 Wohnungen genehmigt.
Vor allem Mehrfamilienhäuser deutlich weniger gefragt
Vor allem Mehrfamilienhäuser sind deutlich weniger gefragt. Lediglich der Bau von 93 Wohnungen darin wurde erlaubt. Im gleichen Zeitraum 2022 waren es noch 320 gewesen.
Auch der Markt für Ein- und Zweifamilienhäuser ist eingebrochen. 45 Baugenehmigungen für Ein- und zwei Baugenehmigungen für Zweifamilienhäuser wurden beantragt. Der Rückgang liegt bei 42 beziehungsweise 75 Prozent.
In Hamm dürfte es damit zumindest 2023 nicht gelingen, so viel zu bauen, dass der Wohnungsbedarf langfristig gedeckt werden kann. Im 2015 aufgestellten Handlungskonzept Wohnen und Pflege ging man davon aus, dass pro Jahr gut 400 neue Wohnungen entstehen sollten. Derzeit wird das Konzept als Masterplan Wohnen neu aufgestellt. In einem der Politik jüngst vorgestellten Zwischenstand ist keine neue Zielzahl enthalten.
Normalerweise rund 500 neue Wohnungen pro Jahr
Die Zahl der Baugenehmigungen ist fast überall in Nordrhein-Westfalen eingebrochen. Allerdings sank sie in vielen Städten weniger stark als in Hamm. Landesweit wurden mit 32. 548 Wohnungen 29 Prozent weniger genehmigt als im Vorjahreszeitraum. In Dortmund sank die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen um 41 Prozent, in Münster ging sie um ein Prozent zurück.
Über Jahre wurde in Hamm der Bau von deutlich mehr Wohnungen genehmigt als es für das laufende Jahr zu erwarten ist. Durchschnittlich 500 Baugenehmigungen für Wohnungen pro Jahr wurden in den vergangenen zehn Jahren erteilt. Der Höchststand wurde 2020 mit 746 Wohnungen erreicht. Am geringsten war die Zahl der Genehmigungen 2014 mit 289 Wohnungen – sie lag damit einem ähnlichen Niveau wie jetzt.
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