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In Suttrop droht ein Flickenteppich: Wie Straßen.NRW vor kurzem mitteilte, fehlt es am Geld, um die komplette Fahrbahndecke der Ortsdurchfahrt zu sanieren.
Suttrop - Seit 2023 ist die Suttroper Ortsdurchfahrt, die am zweitstärksten belastete Straße im Warsteiner Stadtgebiet, eine Großbaustelle – abgesehen von den Baustellenpausen. Nach anfänglichem Plan sollte die Großbaustellen-Zeit schon Ende 2024 wieder vorüber sein. War sie aber nicht. Von „einigen Verzögerungen“ im Rahmen der Maßnahme sprach nun auch Erwin Koch als Vorsitzender des Ausschusses für Bauen und Digitales, wo die Ortsdurchfahrt erneut auf der Tagesordnung stand.
Erneut, weil die Baustelle eben auch in 2025 fortgesetzt werden muss. Und es wird möglicherweise auch in den Jahren darauf immer wieder Baustellen auf der Ortsdurchfahrt geben, wie Oscar Santos, Pressesprecher von Baulastträger Straßen.NRW, schilderte. Denn es fehlt aktuell am Geld.
„Wir kriegen es nicht finanziert“: Kein Geld für komplett neuen Asphalt
Hintergrund der Sanierung – die bislang letzte der Suttroper Ortsdurchfahrt fand 2005 statt – waren beziehungsweise sind nötige Erneuerungen von Leitungen und Kanälen durch die Stadtwerke Warstein: Jeweils aufgeteilt in mehrere Bauabschnitte, im Westen angefangen, Schritt für Schritt in Richtung Ortsausgang Kattensiepen. Hinzukommen sollte der barrierefreie Ausbau der Bushaltestelle Hahnewall mit Wartehäuschen inklusive einer dortigen Querungshilfe für Fußgänger und Radfahrer. Und zum Schluss dann eine komplette neue Fahrbahndecke für die Ortsdurchfahrt auf einer Strecke von rund 1 500 Metern.
Doch diese komplette neue Fahrbahndecke verzögert sich nicht nur. Sie wird nicht kommen, wie Santos im Bürgersaal schilderte: „Wir kriegen es nicht finanziert, wir haben die Landesmittel einfach nicht mehr.“ Die Suttroper Ortsdurchfahrt wird somit zum Asphalt-Flickenteppich. Eine 1,5 Kilometer lange neue Fahrbahndecke lasse die vorhandene Landeskasse in diesem Jahr nicht zu, aktuell stünden 350 000 Euro für Suttrop zur Verfügung, und diese Summe sei bereits einmal aufgestockt worden, so Santos. Eine komplette Deckensanierung würde möglicherweise die „Verdreifachung“ der Kosten bedeuten: „Zudem ist nach unserer Beurteilung eine komplett neue Fahrbahndecke auch nicht erforderlich.“
Stattdessen finde nun nach dem Winter eine erneute Bestandsaufnahme statt, bei der Schadstellen der Ortsdurchfahrt bewertet und aufgenommen werden. Und diese deutlichen Schadstellen werden, neben der kompletten Leitungstrasse, in diesem Jahr erneuert – allerdings erst nach dem 725. Suttroper Dorfjubiläum am 5. und 6. Juli. Die Stellen, die in 2025 dann keine neue Fahrbahndecke erhalten, könnten in den kommenden Jahren dran sein. Demnach könnte es auch immer wieder zu Baustellen auf der Strecke kommen. Dass die Deckensanierung jetzt nur stückchenweise passiere, das „ist auch nicht in unserem Sinne“, erklärte Santos, aber die Suttroper Ortsdurchfahrt sei auch nicht die einzige im Land mit Sanierungs- und dementsprechend auch Kostenbedarf. Er versprach aber im Ausschuss, dass man sich die gesamte Strecke noch einmal anschauen werde.
Wir kriegen es nicht finanziert, wir haben die Landesmittel einfach nicht mehr.
Soestweg noch weiter Baustelle
Während die Asphaltierer also erst im Sommer anrücken, werden die Arbeiten der Stadtwerke hingegen bis Rosenmontag abgeschlossen sein – allerdings nur auf der Kreisstraße. Wie Heiner Krick, Fachbereichsleiter Infrastruktur, am Dienstag auf Nachfrage erklärte, fehle der Asphalt, weshalb die Löcher im Soestweg, wo der Rosenmontagsumzug beginnt, nicht vollständig „gestopft“ werden können, stattdessen aber entsprechend abgesichert werden, „damit niemand hineinfällt“. Der Bau der Querungshilfe am Hahnewall sei „zeitunabhängig“, so die Stadt. Der Förderantrag zum Ausbau der barrierefreien Bushaltestelle sei zwar noch nicht bewilligt, ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn hingegen schon.

