Nachgefragt in Hamm

Keine neuen Tempo-30-Zonen in Pelkum und Herringen - die Gründe

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Auch auf größeren Straßen gilt in Hamm immer öfter Tempo 30. (Symbolbild)
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Auf etlichen Straßen in Hamm werden neue Tempo-30-Abschnitte eingerichtet. Geprüft wurde das auch in Pelkum und Herringen. Doch das Ergebnis ist ernüchternd – zumindest für die Befürworter.

Hamm – Es waren besonders sensible Stellen wie Kindergärten, Schulen und Altenheime, an denen die Möglichkeit der Einrichtung von Tempo 30 näher untersucht wurde. Drei davon liegen im Stadtbezirk Pelkum, eine in Herringen.

Immerhin: Nach Anhörung der zu beteiligenden Stellen und dem Abgleich mit dem Lärmaktionsplan, der eine Temporeduzierung auf bestimmten Strecken im Netz als lärmmindernde Maßnahme berücksichtigt, ergeben sich aus den 23 überprüften Bereichen insgesamt zehn Strecken, die eine Änderung erfahren sollen. Pelkum und Herringen sind allerdings nicht dabei.

Kita Don Bosco

Direkt neben der Caritas-Kita an der Kamener Straße 138 liegt das Altenheim „Haus am Wiescherhöfener Mark“, das ebenso wie die Awo-Kita Große Werlstraße mitbetrachtet wurde.

Maßnahmen, um die Autofahrer zu sensibilisieren, wurden hier in der Vergangenheit bereits durchgeführt. So wurde vor der Kita Große Werlstraße ein großes Kinder-Zeichen auf die Fahrbahn gemalt. Und kurz vor der Kita Don Bosco wurde im Frühjahr ein Dialog-Display aufgestellt, das den Autofahrern zu erkennen gibt, wenn sie zu schnell unterwegs sind.

Ob dennoch die Geschwindigkeit auf der Kamener Straße in diesem Bereich von 50 auf 30 reduziert wird, steht noch nicht fest. Für die Einrichtungen seien die Überplanungen der Knotenpunkte Große Werlstraße/Kamener Straße im Zusammenhang mit der Entwicklung des CreativReviers Heinrich Robert abzuwarten, heißt es in einer Mitteilungsvorlage. Fazit: Eine Temporeduzierung in diesem Bereich ist noch offen.

Jakobushaus

An der Kamener Straße 181, hinter dem Pelikanum gelegen, befindet sich das Altenheim „Jakobushaus“. Die Prüfung hat ergeben, dass es trotz einer relativ hohen Verkehrsbelastung von 18.000 Fahrzeugen am Tag in den letzten Jahren dort zu keinem Unfall gekommen ist. Durch Tempo 30 würden sich die Busfahrzeiten so deutlich verlängern, dass zur Einhaltung des Fahrplans ein weiteres Fahrzeug eingesetzt werden müsste. Auch liege der Eingang des Altenheims nicht zur Straße.

Fazit: Aus den genannten Gründen wird die Straßenverkehrsbehörde die aktuelle Anordnung von 50 Kilometern in der Stunde als zulässige Höchstgeschwindigkeit beibehalten.

Jahn-/Lindenschule

In der Vergangenheit gab es bereits einzelne Vorstöße zur Einrichtung von Tempo 30 in Höhe der Dortmunder Straße 170. Ähnlich wie die Kamener Straße in Pelkum ist sie jedoch mit rund 18.000 Fahrzeugen am Tag belastet. „Die Verkehrsbetriebe müssten durch die prognostizierten Zeitverluste bei einer Reduzierung auf 30 Kilometer in der Stunde ein zusätzliches Fahrzeug einsetzen.“ Zudem wurde darauf verwiesen, dass der Eingang der beiden Schulen „nicht unmittelbar zur Straße liegt“. Fazit: Die aktuelle Anordnung von 50 Kilometern bleibt weiterhin gültig.

Im Umfeld anderer sensibler Bereiche – auch in Pelkum und Herringen – war die innerörtliche Geschwindigkeit zum Schutz der Verkehrsteilnehmer bereits von 50 auf 30 Kilometer in der Stunde reduziert beziehungsweise Tempo-30-Zonen eingerichtet worden.

Die Regelung

Die Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung besagt, dass innerhalb geschlossener Ortschaften die Geschwindigkeit im unmittelbaren Bereich von an Straßen gelegenen Kindergärten, Schulen, Alten- und Pflegeheimen oder Krankenhäusern in der Regel auf Tempo 30 km/h zu beschränken ist – sofern die Einrichtungen über einen direkten Zugang zur Straße verfügen oder im Nahbereich ein starker Ziel- und Quellverkehr mit seinen kritischen Begleiterscheinungen herrscht. Auf eine Absenkung der Geschwindigkeit verzichtet wird, sofern etwaige negative Auswirkungen auf den ÖPNV oder Verkehrsverlagerungen drohen.

Tempo 30 in Hamm - geprüft, beschlossen oder abgelehnt:

  • Kita Spatzennest, Werler Straße 1 (30 km/h soll kommen)
  • Evangelisches Krankenhaus, Werler Straße 110 (30 km/h soll kommen)
  • Kinderklinik, Werler Straße 130 (30 km/h soll kommen)
  • Bodelschwinghschule, Ahornallee 10 (50 km/h bleibt)
  • Wilhelm-Busch-Schule, Wilhelmstraße 99a (noch nicht entschieden)
  • Kita Outlaw, Wilhelmstraße 61-65 (30 km/h soll kommen)
  • Gymnasium Hammonense, Adenauerallee 2 (bereits umgesetzt)
  • Perthes Haus und Marienhospital II, Ludwig-Teleky-Straße 7 und 8 (30 km/h soll kommen)
  • Seniorenresidenz am Kurpark, Ostenallee 83 (50 km/h bleibt)
  • Kita Herz-Jesu, Ostenallee 88 (50 km/h bleibt)
  • Kita Immanuel, Braamer Straße 71 (50 km/h bleibt)
  • Kita St. Bonifatius, Alter Uentroper Weg 160 (50 km/h bleibt)
  • Villa Kunterbunt, Alter Uentroper Weg 141 bzw. künftig Neubau an Ostwennemarstraße (noch nicht entschieden)
  • Amalie-Sieveking-Haus, Alter Uentroper Weg 26 (30 km/h soll kommen)
  • DRK-Seniorenstift, Marker Allee 88 (30 km/h soll kommen)
  • Haus-von-Thünen, Von-Thünen-Straße 57a (50 km/h bleibt)
  • AWO-Kita, Große Werlstraße 5 (noch nicht entschieden)
  • Phönix Haus, Kamener Straße 142, Kita Don Bosco, Kamener Straße 138 (noch nicht entschieden)
  • Jakobushaus, Kamener Straße 181 (50 km/h bleibt)
  • Jahnschule/Lindenschule, Dortmunder Straße 170 (50 km/h bleibt)
  • Ludgeristift/Kita Sterntaler, Hammer Straße 136/138 (30 km/h soll kommen)
  • Kita St. Josef, Mansfelder Straße 70 (30 km/h soll kommen)
  • Seniorenheim St. Josef, Münsterstraße 232 (50 km/h bleibt)

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