VonMarkus Hannekenschließen
Wochenlang sorgte ein ungewöhnlicher Kirmes-Unfall in Hamm im Spätsommer 2022 für Schlagzeilen. Nun hat auch die Staatsanwaltschaft den Fall abgeschlossen. Das Ergebnis macht die Betroffenen sauer.
Hamm - Die Umstände eines Unfalls auf dem Stunikenmarkt in Hamm, bei dem am 16. September 2022 ein Mann schwer verletzt wurde, lassen sich offenbar nicht mehr aufklären. Der 58-Jährige war aus dem Fahrgeschäft „Love Express“ geschleudert worden - nach Zeugenangaben wurde er bei einer viel zu schnellen Rückwärtsfahrt unter dem Sicherheitsbügel her gedrückt.
Knapp anderthalb Monate ging die Hammer Polizei den Vorwürfen nach, danach nahm die Staatsanwaltschaft in Dortmund das gesammelte Material unter die Lupe. Um es letztlich mangels hinreichendem Tatverdacht zu den Akten zu legen.
„Das Verfahren, das wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung geführt worden ist, wurde mit Verfügung vom 30.1.2023 gemäß § 170 Abs.2 StPO eingestellt“, teilte Pressestaatsanwalt Henner Kruse jetzt auf Nachfrage mit. Den Beschuldigten - also dem Karussellbetreiber - habe ein fahrlässiges Verhalten nicht nachgewiesen werden. Weiter heißt es wörtlich: „Insbesondere hat eine Überprüfung des Fahrgeschäftes durch den TÜV keine Beanstandungen des Fahrgeschäfts ergeben.“ Das genannte Gutachten hatte der Betreiber aufgrund der Vorwürfe selbst in Auftrag gegeben.
Kirmes-Unfall: Vorwürfe an die Polizei
Der damals schwer verletzte Mann und seine Bekannte Katja Stock - sie war dabei und hatte den Fall danach öffentlich gemacht - wollen die für sie überraschende Nachricht nicht klaglos schlucken. Zumindest wollen sie das Ergebnis nun mit ihrem Rechtsanwalt besprechen. Beide werfen der Polizei weiterhin vor, sich damals „trotz mehrerer rufender Personen“ vor Ort nicht aufmerksam und nachhaltig genug gekümmert und das Karussell für eine Überprüfung stillgelegt zu haben. Der Betreiber habe somit Zeit gehabt, die vorgeworfenen Mängel zu beseitigen, ehe es zur technischen Überprüfung kam.
Stock zufolge leidet der damals verletzte Fahrgast nach wie vor körperlich und seelisch unter den Unfallfolgen.
