Drama im „Love Express“

Kirmes-Unfall in Hamm: Opfer wehren sich gegen „üble Nachrede“

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Der „Love Express“ war in den fünf Kirmes-Tagen ein verlässlicher Besuchermagnet.
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Während die Polizei noch ermittelt, sehen sich die Betroffenen des Kirmes-Unfalls in Hamm in den sozialen Medien zu Unrecht an den Pranger gestellt. Zumal von Leuten, die selbst „nicht vor Ort waren“.

Hamm - Katja Stock verwahrt sich mit Nachdruck gegen Vorwürfe und Unterstellungen, die ihr und dem am 16. September auf dem Stunikenmarkt schwer verletzten Mann entgegenschlagen. Die 47-Jährige hatte mit in dem Wagen des „Love Express“ gesessen, aus dem der 58-Jährige während einer Rückwärtsfahrt herausgeschleudert wurde.

Immer wieder werde ihm nun - auch von Leuten, die nicht selbst dort waren - unterstellt, er sei angetrunken gewesen und habe sich unvernünftig verhalten. „Tatsächlich haben wir uns jedoch ganz vernünftig benommen, er war weder angetrunken, noch ist er aufgestanden, noch sind wir in irgendeiner Form auffällig geworden“, betont die Hammerin. Viele Beobachter hätten sich bei ihr gemeldet und das bestätigt. Sie unterstellt den Leuten, die „sich die Mäuler zerreißen“, üble Nachrede. „Ich arbeite doch selbst bei einem Sicherheitsdienst - was denken die alle eigentlich von mir?“

Mit Blick auf einen anderen Kirmes-Unfall wenige Tage später in Haan - dort wurde ein Mädchen aus der „Krake“ geschleudert, weil ihr Bügel nicht korrekt geschlossen war - kritisiert Stock nochmals das Vorgehen der Polizisten an jenem Abend in Hamm. „Dort haben sie richtig gehandelt und das Karussell sofort stillgelegt - warum in Hamm nicht?!“, fragt sie. Zudem hätten später im Krankenhaus „alle auf die Polizei gewartet, die kam aber nicht“.

Kirmes-Unfall: Polizei wertet Aussagen und Video aus

Die 47-Jährige bleibt dabei, dass ihr Begleiter „tatsächlich durch den Bügel unten durch gerutscht“ und die Bahn in dieser dritten Runde „definitiv zu schnell“ gewesen sei. Den Betreiber des „Love Express“ - er behauptet, der 58-Jährige habe sich während der Bremsphase hingestellt - bezichtigt sie der Lüge, „weil er sich schützen will“.

Nicht zuletzt aufgrund der vielen Wortmeldungen nahm die Hammer Polizei nach dem Ende der Kirmes Ermittlungen auf. Die fünf oder sechs Zeugen, die sich auf einem entsprechenden Aufruf gemeldet hätten, seien inzwischen vernommen worden, sagte Polizeisprecher Hendrik Heine am Dienstag. Weitere seien nicht dazu gekommen. Aktuell werde zudem ein Handyvideo ausgewertet, das offenbar zu fraglichen Zeit an dem Karussell aufgenommen wurde. Inhaltlich will und kann sich Heine noch nicht äußern, Auskünfte seien ohnehin erst nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft zu erwarten.

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