- VonJörn Funkeschließen
Das 29-Euro-Ticket soll in Hamm zeitgleich mit dem bundesweiten 49-Euro-Ticket am 1. Mai eingeführt werden. Das bekräftigten die Vorsitzende des städtischen ÖPNV-Beirates, Jule Pletschen, und der Bundestagsabgeordnete Michael Thews (beide SPD).
Hamm - Das „Hamm-Ticket“ erlaubt die Nutzung der Busse im Stadtgebiet für 29 Euro im Monat; es soll monatlich kündbar sein. Oberbürgermeister Marc Herter (SPD) erhofft sich damit einen Schub für die Verkehrswende in Hamm. „Viele werden sich erstmal das Hamm-Ticket anschaffen“, vermutet Pletschen. „Und wenn Reisen oder Ausflüge mit der Bahn geplant sind, können sie für einen Monat auf das Deutschland-Ticket wechseln.“
Zur praktischen Ausgestaltung des Tickets hüllen Stadt und Stadtwerke sich nach wie vor in Schweigen. Die Stadt verweist auf die Stadtwerke, die mit der Durchführung beauftragt seien. Dort wartet man noch auf Vorgaben – sowohl für das Hamm als auch für das Deutschland-Ticket. Aktuell gebe es nichts Neues, sagte eine Unternehmenssprecherin.
Münster hat ähnlichen Plan wie Hamm
Grünes Licht für das Hamm-Ticket gibt es von der Westfalentarif GmbH, die landesweit für ein einheitliches Tarifsystem sorgen soll. Die einzelnen Städte hätten einen Anspruch darauf, für ihr Stadtgebiet lokale Preisstufen festzulegen, sagte eine Sprecherin. Ähnliche Ambitionen wie Hamm zeigt aktuell Münster; Herford und Minden hatten bereits 2020 eigene 29-Euro-Tickets auf Abo-Basis eingeführt.
In der Verkehrsbranche werden solche lokalen Angebote nach WA-Informationen auch kritisch gesehen, weil sie das Ziel eines landesweiten und übersichtlichen Tarifsytems unterlaufen könnten. Wer ein Ticket nur für seine Stadt kaufe, sitze bei der Fahrt in die Nachbarstadt doch wieder im Auto, heißt es. Befürworter argumentieren, dass ein niedriger Preis ein stärkerer Anreiz sei, überhaupt mit Bus und Bahn zu fahren.