24. Dezember 1993

Vor 30 Jahren: Als das Weihnachtshochwasser Köln überschwemmte

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Vor 30 Jahren wurden Teile von Köln an Weihnachten überflutet (IDZRNRW-Montage/Symbolbild)
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Am 24. Dezember 1993 wurden weite Teile der Kölner Altstadt überflutet. Bis das Weihnachtshochwasser wieder sank, dauerte es länger – aus Gründen.

Köln – Laut aktuellen Prognosen soll der Kölner Rhein in den nächsten Tagen weiter ansteigen. Die Folge: ein drohendes Weihnachtshochwasser. Nach Angaben der Stadtentwässerungsbetriebe (StEB) und dem Hochwasservorhersagedienst Rheinland-Pfalz könnte der Wasserstand an Heiligabend auf über sieben Meter ansteigen (Stand: 22. Dezember, 14:30 Uhr). Bereits vor 30 Jahren gab es an Weihnachten in Köln ein Hochwasser. Damals waren aber sogar mehrere Stadtteile überschwemmt. So schlimm wie vor 30 Jahren wird es diesmal wohl nicht.

Vor genau 30 Jahren: Hochwasser überflutet Kölner Altstadt an Weihnachten

An Heiligabend im Jahr 1993 wurde in Köln ein Pegel von 10,63 Meter gemessen – der höchste Wasserstand seit 1926, wie die StEB mitteilen. Mit dramatischen Konsequenzen: Das sogenannte „Jahrhunderthochwasser“ überflutete unter anderem die Stahlschutzwand in der Kölner Altstadt (Stadtbezirk Köln-Innenstadt).

Für rund 70 Stunden waren Teile der Altstadt sowie der Südstadt und viele rheinnahe Stadtteile wie etwa Rodenkirchen im Süden oder Kasselberg im Norden zum Teil großräumig überflutet. In Köln hatten über 4500 Haushalte direkte Hochwasserschäden und weitere 9000 Haushalte Schäden durch angestiegenes Grundwasser zu beklagen, berichtet die Bundesanstalt für Gewässerkunde mit.

Nach Jahrhunderthochwasser 1993: Schutzmaßnahmen in Köln ausgebaut

Der Grund für die massive Überflutung vor 30 Jahren: Das sogenannte „Weihnachtshochwasser“ überstieg den damaligen Hochwasserschutz. Die Schutzmaßnahmen waren lediglich für ein Hochwasser von bis zu 10 Metern ausgelegt. Der Pegel stieg jedoch auf einen Wasserstand von 10,63 Meter. Heute würde das nicht mehr passieren.

„Im Vergleich zu den 90er-Jahren hat sich der technische Hochwasserschutz in Köln (…) erheblich verbessert“, erklären die StEB Der Schutz vor Hochwasser ist zum Beispiel durch Technologien wie dem Pumpwerk Bayenthal gewährleistet. Zudem gibt es weitere ober- und unterirdische Schutzmaßnahmen der StEB. Auch ein Hochwasserkonzept in Köln wurde entwickelt. „Es kombiniert den vorsorgenden Hochwasserschutz mit dem Ausbau technischer Schutzanlagen.“

Erste Hochwasser-Schutzmaßnahmen in Köln werden bereits ab einem Pegel von 4,50 Meter eingeleitet. Diese Maßnahmen gibt es unter anderem:

  • 10 km lange mobile Wände, die entlang des Rheins aufgestellt werden können
  • Straßensperrungen sowie Sperrung des Rheinufers
  • Kanalnetz wird an Hochwasser angepasst, Installation von Hochwasserverschlussdeckeln
  • Pumpwerke am Rhein sowie durch zahlreiche neue Schieber und Pumpwerke am Rhein

Trotz Hochwasserschutz der Stadt Köln: „Private Hochwasservorsorge ist unerlässlich“

Mindestens einmal im Jahr findet zudem eine gemeinsame Übung der StEB Köln, der städtischen Ämter, stadtnaher Betriebe und anderer Organisationen statt. Trotzdem betont Ulrike Franzke, Vorständin der StEB Köln: „Hochwasserschutz beziehungsweise Hochwasservorsorge ist immer eine Gemeinschaftsaufgabe von Kommunen und ihren Bürgerinnen und Bürgern. Private Hochwasservorsorge ist unerlässlich, um sich bestmöglich zu schützen.“

„Durch eine hochwasserangepasste Bauweise und Nutzung können Sie sich gegen eindringendes Hochwasser schützen. Im einfachsten Fall helfen Sandsäcke vor den Türen und Fenstern“, heißt es von den StEB. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in NRW und Deutschland passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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