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Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker wird sich nicht zur Wiederwahl stellen. Sie nimmt in einem Video auch Bezug auf die anderen Kandidaten.
Köln – Nun ist es also offiziell: Henriette Reker beendet tatsächlich ihre politische Karriere. Die amtierende Oberbürgermeisterin von Köln erklärte am Freitagmorgen (31. Januar) in einem Video, dass ihre aktuelle (zweite) Amtszeit auch ihre letzte sein werde. Somit ist nach der kommenden Kommunalwahl im September 2025 Schluss. Ihre Entscheidung begründete Reker damit, dass die Parteien „respektable Kandidatinnen und Kandidaten für das Amt der Oberbürgermeisterin präsentiert haben“. In der Vergangenheit hatte die 68-Jährige bereits mehrfach erklärt, eigentlich nicht mehr kandidieren zu wollen. Jedoch hatte sie ihre finale Entscheidung stets vom Bewerberfeld abhängig gemacht.
„Trage die politische Verantwortung“: Henriette Reker äußert sich in Video zur Lage von Köln
In dem Video, welches Henriette Reker in den sozialen Medien teilte, warf die Oberbürgermeisterin auch bereits einen Blick zurück. Ihrer Einschätzung nach befindet sich Köln derzeit „in einer Phase der Transformation“. Auch ihre eigene Rolle als Oberbürgermeisterin sprach Reker an: „Ich trage die politische Verantwortung für alles, was gelungen ist und auch für alles, was noch nicht gelungen ist“. In einem Gespräch mit dem Kölner Stadt-Anzeiger führte die 68-Jährige das etwas aus. Als Erfolge betrachtet sie unter anderem den Bau vieler neuer Schulen, den Ausbau der Radwege oder den Umbau der Kölner Verwaltung. Probleme gebe es derweil bei einer „zunehmende Verwahrlosung der Stadt“, dem Umgang mit der Drogenszene oder der immer wieder verschobenen Opern-Eröffnung.
In eigener Sache. pic.twitter.com/p6oyCB0oqp
— Henriette Reker (@HenrietteReker) January 31, 2025
Keine erneute OB-Kandidatur: Das Video von Henriette Reker im Wortlaut
Liebe Kölnerinnen, liebe Kölner, vor neun Jahren haben Sie mir erstmals diese herausfordernde, aber ehrenvolle und auch erfüllende Aufgabe übertragen, Ihre Oberbürgermeisterin sein zu dürfen. Köln befindet sich seither in einer Phase der Transformation. Ich trage die politische Verantwortung für alles, was gelungen ist und auch für alles, was noch nicht gelungen ist. Es ist das Wesen demokratischer Ämter, dass sie immer nur auf Zeit verliehen werden. Und nun ist der Augenblick gekommen, an dem sich die Kölner Parteien erklärt und respektable Kandidatinnen und Kandidaten für das Amt der Oberbürgermeisterin präsentiert haben. Daher bleibt es bei meinem Plan, dass diese Amtszeit meine letzte Amtszeit sein wird. Bis zur Übergabe der Amtsgeschäfte bleibe ich selbstverständlich Ihre Oberbürgermeisterin und führe mein Amt in Ihrem Sinne gewissenhaft und mit vollem Einsatz aus. Darauf können Sie sich verlassen.
Henriette Reker ist seit 2015 die Oberbürgermeisterin der Stadt Köln und wurde 2020 für eine zweite – und nun also letzte – Amtszeit wieder gewählt. Bei der ersten Wahl wurde sie von FDP, CDU und Grünen unterstützt, bei der letzten von den letzteren beiden. Die studierte Juristin war zuvor bereits in der Kölner Verwaltung als Beigeordnete für Soziales, Integration und Umwelt tätig (2010 bis 2015).
Wann findet die Oberbürgermeister-Wahl 2025 in Köln statt?
Wie alle anderen Kommunalwahlen findet die Wahl zur Oberbürgermeisterin oder zum Oberbürgermeister der Stadt Köln findet Kommunalwahlen am 14. September 2025 statt. Sollte dabei aber keiner der Kandidatinnen und Kandidaten eine absolute Mehrheit von über 50 Prozent erhalten, kommt es am 28. September 2025 zu einer weiteren Stichwahl. Dabei treten die beiden Bewerber gegeneinander an, die in der ersten Runde die meisten Stimmen erhalten haben.
Reker will nach OB-Karriere in Köln bleiben – und sich weiter engagieren
Gegenüber dem KStA erklärte Henriette Reker zudem, was sie nach Ende ihrer Zeit als Oberbürgermeisterin vorhat. „Wir werden weiterhin in Köln bleiben, und ich werde nicht nachlassen, mich für die Stadt zu engagieren“, sagte die 68-Jährige. In welchem Bereich, wisse sie aber noch nicht. Außerdem deutete sie auch an, womöglich wieder als Juristin arbeiten zu wollen: „Außerdem bin ich von Haus aus Rechtsanwältin, meine Zulassung ruht seit 25 Jahren am Landgericht Münster. Ich habe früher viel Medizinrecht gemacht, das ist auch immer noch sehr gefragt.“ Reker wird als auch nach ihrer politischen Karriere in Köln weiter präsent bleiben. (os)
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