Am 14. September 2025

Kommunalwahl in Köln: Alle OB-Kandidaten und Programme für 2025 im Überblick

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Im Herbst 2025 entscheidet sich, wer neuer Oberbürgermeister von Köln wird. Zur Wahl treten wieder etliche Kandidierende an. Ein Überblick.

Köln – Am 14. September 2025 steht in Nordrhein-Westfalen die nächste große Abstimmung an: die Kommunalwahl. Dabei werden neben den jeweiligen Stadt- und Gemeinderäten sowie Kreistagen auch neue Landräte und (Ober-)Bürgermeister gewählt. So auch in Köln.

In der Domstadt ist das Rennen um das höchste politische Amt dabei so spannend, wie seit lange nicht mehr: Denn die parteilose Oberbürgermeisterin Henriette Reker tritt nach zwei Amtszeiten nicht noch einmal zur Wahl an. Reker wurde bei den OB-Wahlen 2014 und 2020 von CDU und Grünen unterstützt, doch in diesem Jahr schicken beide Parteien eigene Aspiranten ins Rennen. Hinzu kommen Kandidierende von weiteren Parteien sowie mehrere Einzelbewerber: Insgesamt 13 Oberbürgermeister-Bewerber hat der Wahlausschuss der Stadt Köln zugelassen. Im Überblick zeigen wir alle Kandidierenden sowie ihre Programme für die Kölner OB-Wahl 2025.

Berîvan Aymaz ist zweite Vizepräsidentin im NRW-Landtag.

Kurz vor Weihnachten 2024 haben die Grünen mit Berîvan Aymaz die erste eigene OB-Kandidatin seit 2009 Jahren nominiert. Die 52-Jährige sitzt seit 2017 für ihre Partei im NRW-Landtag und war zuvor von 2014 bis 2017 im Rat der Stadt Köln vertreten. Aktuell ist sie nicht nur Sprecherin des Ausschusses für Europa und Internationales, sondern auch 2. Vizepräsidentin des Parlaments.

Aymaz lebt seit 1980 in der Domstadt am Rhein. Sie hat Rechtswissenschaft (Jura) und Politikwissenschaften studiert, jedoch jeweils keinen Hochschulabschluss erworben. In der Vergangenheit arbeitete sie als Übersetzerin, Moderatorin und Projektleiterin unter anderem bei diversen Menschenrechts- und Migrantenorganisationen. Die 53-Jährige ist seit 2009 Mitglied der Grünen und trat 2013 auch schon mal als Grüne Direktkandidatin zur Bundestagswahl im Wahlkreis Köln I an – scheiterte jedoch.

Wahlprogramm: Thematisch setzt Aymaz für die Oberbürgermeister-Wahl vor allem auf Nachhaltigkeit und Soziales. Demnach möchte sie sich verstärkt dem Wohnraumproblem in Köln widmen. In ihrer Bewerbungsrede für die OB-Kandidatur erklärte sie „konsequent gegen Leerstand und illegale Nutzung von Wohnungen vorzugehen“, wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet. Außerdem spricht sie sich gegen „sündhaft teure Großprojekte“, aber für größere Investitionen in den Nahverkehr der KVB aus. Dabei ist sie jedoch gegen eine Tunnel-Lösung für die Ost-West-Achse: Berîvan Aymaz nennt sie im Gespräch mit 24RHEIN „problematisch“. Weitere Ziele als potenzielle Oberbürgermeisterin sind die Stärkung und Ausbau des Wirtschaftsstandortes und Klimaneutralität 2035.

Wann findet die Oberbürgermeister-Wahl 2025 in Köln statt?

Wie alle anderen Kommunalwahlen findet die OB-Wahl am 14. September 2025 statt. Sollte dabei aber keiner der Kandidatinnen und Kandidaten eine absolute Mehrheit von über 50 Prozent erhalten, kommt es am 28. September 2025 zu einer weiteren Stichwahl. Dabei treten die beiden Bewerber gegeneinander an, die in der ersten Runde die meisten Stimmen erhalten haben.

Markus Greitemann ist seit 2018 Baudezernent der Stadt Köln.

Nach langer Suche galt ursprünglich der Kölner Parteivorsitzende Karl Alexander Mandl als designierter OB-Kandidat der CDU. Doch nachdem er Ende November 2024 plötzlich angekündigt hatte, das Ratsbündnis mit Grünen und Volt vorzeitig beenden zu wollen, sorgte das auch innerhalb seiner Partei für Diskussionen. In der Folge wandte sich die Kölner CDU für die Oberbürgermeister-Wahl 2025 stattdessen Markus Greitemann zu.

Der aktuelle Baudezernent der Stadt Köln wurde anschließend zuerst vom CDU-Kreisvorstand und dann einer Mitgliederversammlung offiziell als Kandidat für die Kölner OB-Wahl aufgestellt. Zuvor hatte bereits eine Findungskommission den 64-Jährigen als Bewerber für September empfohlen. Seit 2018 ist Greitemann Dezernent der Stadt Köln. Der gelernte Architekt war in der Vergangenheit unter anderem in der Sanitär- und Heizungsbranche tätig. 2010 zog er nach Köln und arbeitete acht Jahre lang als Dezernent für Gebäude- und Liegenschaftsmanagement an der Universität zu Köln. Greitemann ist seit über 40 Jahren in der CDU politisch aktiv, zunächst in seiner Heimat Attendorn im Sauerland. Dabei hatte er bereits diverse politische Ämter inne.

Wahlprogramm: Greitemann setzt auf „eine neue Politik und entschlossene Führung mit Herz und Haltung“. Seine Prioritäten liegen beim Wohnungsbau mit einer Wohnbauleitstelle im OB-Büro und einem Wohnungsmix von 30 Prozent gefördert, 30 Prozent bezahlbar und 40 Prozent frei finanziert. Beim Thema Sicherheit will er 300 zusätzliche Ordnungskräfte mit Straßenpräsenz und „Null Toleranz bei Vermüllung“. Verkehrspolitisch bekennt er sich zu Ost-West-Tunnel und verspricht funktionierenden ÖPNV statt „ideologischer Verbotspolitik“. Im Bildungsbereich will er 5.000 neue Kitaplätze schaffen und „weiter Tempo beim Schulbau“. Wirtschaftlich setzt er auf eine Förderung für Handwerk und Startups, unter anderem durch digitale Flächenvergabe und Programme für Fachkräfte, Azubis und Zugewanderte. Außerdem will er Zukunftsbranchen wie KI, Medien, BioTech und Raumfahrt, anziehen.

Dieser Voraussetzungen müssen Oberbürgermeister-Kandidaten mitbringen

Um in NRW bei der Wahl um ein (Ober-)Bürgermeisteramt antreten zu dürfen, muss man einige Bedingungen erfüllen:

► Mindestens 23 Jahre alt

Hauptwohnsitz in Deutschland (aber nicht zwingend an dem Ort, an dem man kandidieren möchte)

Deutsche Staatsbürgerschaft oder eines anderen EU-Landes

► Man muss zur Wahl vorgeschlagen werden, was Kandidierende aber auch selbst tun können

Wer nicht von einer Partei oder Wählergruppe nominiert wird, muss als Einzelbewerber in Köln außerdem 450 Unterschriften von Unterstützern sammeln – also fünfmal so viele wie der Rat Mitglieder hat. Das trifft immer dann zu, wenn eine Stadt mehr als 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner hat.

Torsten Burmester war zuletzt als Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) tätig.

Die Kölner SPD hat bereits Ende November 2024 Torsten Burmester offiziell zu ihrem Oberbürgemeister-Kandidaten ernannt. Der 61-Jährige studierte Sportwissenschaften in Köln und ist seitdem durchgehend in der Domstadt Zuhause. Der gebürtige Niedersachse kann auf eine lange Verwaltungslaufbahn zurückblicken. Von 2002 bis 2005 war er persönlicher Referent (Sportpolitik) für den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder. Es folgten leitende Stationen im Bundesinnenministerium, im NRW-Schulministerium und im NRW-Bildungs- und Wirtschaftsministerium.

Ab 2020 wechselte Burmester in den sportlichen Bereich. Zuerst als Generalsekretär des Deutschen Behindertensportverbands (DBS) und des Nationalen Paralympischen Komitees. Anschließend war er bis zu seiner OB-Kandidatur Vorstandsvorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Wahlprogramm: Torsten Burmester hat ein breites Spektrum an Ideen für die OB-Wahl 2025 veröffentlicht. Als größte Herausforderung für Köln benennt er bezahlbaren Wohnraum. Für ihn sollen neue Bauprojekte vor allem gut an Schulen, Kitas und ÖPNV angebunden werden. Wirtschaftlich möchte er unter anderem Start-ups fördern, den Mittelstand entlasten und „lebendige Geschäftsstraßen in allen Stadtteilen“ erhalten. Weitere Themen sind Sicherheit und Sauberkeit (Präsenz von mehr Ordnungskräften), Bildung (Ausbau Schulen und Kitas), Stärkung des Ehrenamts und Förderung der Kulturszene.

Heiner Kockerbeck ist Co-Vorsitzender der Ratsfraktion der Linken. (IDZRNRW-Montage)

Mit Heiner Kockerbeck hat auch Die Linke wieder einen eigenen Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl aufgestellt. Der 50-jährige Lehrer aus Deutz lebt seit 40 Jahren in Köln und engagiert sich seit 2005 in der Partei. Seit 2014 ist er Mitglied des Rates und derzeit Co-Vorsitzender der Ratsfraktion. Zudem ist er in mehreren Ausschüssen aktiv, darunter dem Hauptausschuss, dem Bauausschuss und dem Ausschuss für Schule und Weiterbildung.

Kockerbeck unterrichtet Geschichte und Deutsch an einer Gesamtschule und wurde bei der Kreismitgliederversammlung seiner Partei mit großer Mehrheit zum OB-Kandidaten gewählt. Nach den jüngsten Erfolgen bei den Bundestagswahlen, bei denen die Linken in Köln knapp 15 Prozent der Zweitstimmen erhielten, geht er mit etwas Rückendwind in den Wahlkampf.

Wahlprogramm: Kockerbeck setzt vor allem auf soziale Gerechtigkeit, bezahlbaren Wohnraum, Verbesserungen im Bildungssystem sowie im ÖPNV. Sein Ziel ist es grundsätzlich Köln „sozialer und gerechter“ zu machen. Zu den Kernforderungen gehören kostenloser Nahverkehr, gebührenfreie Kita-Plätze und eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft nach Wiener Vorbild. Außerdem will die Partei die Gewerbesteuer anheben und Klimaschutz „ohne soziale Spaltung“ vorantreiben.

Volker Görzel ist seit 2009 fast durchgehend im Rat der Stadt Köln vertreten.

Die FDP hat bereits sehr früh die Weichen für die Oberbürgermeister-Wahl in Köln gestellt. Ende September 2024 wurde Volker Görzel offiziell zum Kandidaten ernannt. Der 54-jährige Rechtsanwalt sitzt seit 2017 wieder im Rat der Stadt Köln (zuvor bereits von 2009 bis 2014). Der gebürtige Siegener ist bereits seit 1984 bei der FDP aktiv und hat seitdem verschiedene Ämter bekleidet. So ist er unter anderem zurzeit Vorsitzender der Kölner Ratsfraktion. Görzel kandierte 2017 und 2021 außerdem als Direktkandidat in Köln III für den Bundestag, scheiterte aber jeweils. Aktuell ist er Mitglied in mehreren Aufsichtsräten.

Wahlprogramm: Zu den Zielen von Görzel zur OB-Wahl gehört der Abbau von Bürokratie für die Wirtschaft und mehr Sicherheit auf den Kölner Ringen sowie am Ebertplatz, berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger. Außerdem soll die Zuverlässigkeit und Schnelligkeit der KVB verbessert werden. Unter anderem durch den Ausbau der Ost-West-Achse.

Lars Wolfram ist erst seit 2024 bei Volt dabei.

Volt tritt mit Lars Wolfram zum zweiten Mal bei einer Kölner Oberbürgermeisterwahl an. Der 48-jährige Unternehmer wurde auf der Mitgliederversammlung der Partei zum OB-Kandidaten gewählt und setzte sich dabei gegen Mitbewerber Max Appenroth durch. Wolfram ist in Porz geboren und aufgewachsen, lebte 13 Jahre in der Südstadt und wohnt jetzt in Sürth. Er ist Vater von zwei Töchtern. Der Digitalisierungsexperte arbeitete lange in der Werbebranche und gründete 2013 das Unternehmen Talentsconnect, das eine Recruiting-Software für Unternehmen anbietet. Wolfram ist erst seit Juni 2024 Mitglied bei Volt und wurde direkt nach der Europawahl aktiv.

Wahlprogramm: Lars Wolfram setzt auf eine „echte Mobilitätswende“ (weniger Stau, mehr ÖPNV und Radwege) und will die Digitalisierung in der Stadtverwaltung vorantreiben. Er fordert ein zentrales digitales Bürgerportal, in dem die meisten Behördengänge online erledigt werden können. Beim Müllproblem setzt er auf eine Kombination aus Bildung, Infrastruktur und innovativen Lösungen, inspiriert von erfolgreichen Modellen anderer europäischer Städte wie Warschau, wie er gegenüber dem Express erklärt. In der Bildungspolitik will er Chancengleichheit für jedes Kind schaffen und setzt sich für bessere Schulen, mehr Kitas und mehr Unterstützung gerade für benachteiligte Viertel ein.

Matthias Büschges arbeitet bereits seit zehn Jahren in der Politik.

Die AfD hat im Mai 2025 Matthias Büschges als ihren Oberbürgermeister-Kandidaten für die Kommunalwahl nominiert. Der 34-Jährige ist seit über zehn Jahren in verschiedenen Funktionen in der Politik beruflich aktiv und sitzt derzeit bereits im Kölner Stadtrat. Vorher war er schon ab 2015 als Referent für die AfD-Fraktion in Köln tätig. Seit 2019 ist er ihr Geschäftsführer. Büschges hat „Regionalstudien Lateinamerika“ an der Universität zu Köln studiert. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Wahlprogramm: Büschges positioniert sich selbst als Gegenentwurf zur bisherigen Stadtpolitik. Sein Fokus liegt laut eigener Aussage auf „mehr Sicherheit, Sauberkeit und weniger politischer Ideologie“. Konkret fordert er unter anderem Videoüberwachung an Kriminalitätsbrennpunkten, die Verlagerung von Drogenkonsumräumen aus Wohngebieten und einen zuverlässigeren ÖPNV mit mehr Parkmöglichkeiten, wie T-Online berichtet. Weitere Ziele sind die Beschleunigung des Wohnungsbaus durch Bürokratieabbau und die Einrichtung eines Familienausschusses.

Mark Benecke hat als Kriminalbiologe an vielen großen Fällen mitgearbeitet.

Die Satirepartei „Die PARTEI“ wird nach 2015 erneut den 54-jährigen Dr. Mark Benecke als Kandidaten für die Oberbürgermeister-Wahl in Köln ins Rennen schicken. Der promovierte Kriminalbiologe ist bundesweit bekannt. Er hat sich nicht nur als Fachexperte, sondern auch Schauspieler und Autor einen Namen gemacht. Bei seiner ersten OB-Kandidatur 2015 erreichte Benecke mit 7,22 Prozent der Stimmen den dritten Platz. Damals legte er seinen Fokus auf die Cannabis-Legalisierung.

Wahlprogramm: Als Mitglied einer Satirepartei vertritt Benecke auf bei der OB-Wahl 2025 eher amüsierende Positionen. Zu seinen Forderungen gehören unter anderem: der Rückbau der Kölner Oper in den früheren Zustand, Straßenreinigung nur noch mit Kölnisch Wasser, weltweit freie Sicht auf den Kölner Dom und Fruchtsaft-Zentrifugen für alle. Abseits des scherzhaften Programms setzt sich Benecke grundsätzlich auch stark für Tierrechte und Menschen mit Autismus ein.

Inga Feuser sitzt seit Oktober 2023 im Rat der Stadt Köln.

Im November 2024 hat die neu gegründete Wählergruppe „GUT & Klimafreunde“ Inga Feuser einstimmig zu ihrer Oberbürgermeister-Kandidatin für die Wahl 2025 ernannt. Die 42-Jährige ist Gymnasiallehrerin und sitzt für die Klimafreunde seit 2020 in der Bezirksvertretung Nippes und seit Oktober 2023 im Rat der Stadt Köln. Feuser engagiert sich seit vielen Jahren für Klimaschutz und ist unter anderem auch als Referentin für Bildung für nachhaltige Entwicklung tätig. Sie war als Vorstandsmitglied am Aufbau des Vereins „Teachers for Future Germany e.V.“ beteiligt.

Wahlprogramm: Für Feuser steht der Klimaschutz bei ihrer Wahlkampagne für die OB-Wahl in Köln klar im Fokus. Dementsprechend setzt sie sich für eine „viel konsequentere Mobilitätswende“ mit einem schnellen Ausbau des ÖPNVs sowie der Radverkehrsinfrastruktur aus. Der Autoverkehr in Köln solle wiederum reduziert werden. Außerdem sollen die Kölner Grünflächen komplett erhalten und noch ausgebaut werden. Davon abgesehen fordert die GUT & Klimafreunde-Kandidatin bezahlbaren Wohnraum, weniger Werbung im öffentlichen Raum sowie eine Stärkung der Demokratie und politischer Bildung.

Heike Herden tritt als allererste OB-Kandidatin der noch jungen Partei des Fortschritts. (IDZRNRW-Montage)

Die Partei des Fortschritts (PdF) tritt mit Heike Herden als Oberbürgermeister-Kandidatin zur Kommunalwahl an. Die PdF wurde 2020 in Köln gegründet und verfügt seit der Europawahl 2024 über einen Sitz im Europaparlament, was sie zu einer der jüngeren politischen Kräfte im Rennen um das Oberbürgermeisteramt macht. Herden hat 2013 ihr Studium mit Schwerpunkt Grafikdesign abgeschlossen und arbeitet seitdem als selbständige Fotografin. Parallel zu ihrer fotografischen Tätigkeit ist die 37-jährige Mutter auch als freie Autorin für verschiedene Magazine tätig. Politisch ist Herden als Parteisprecherin der PdF im Landesverband NRW aktiv.

Wahlprogramm: Thematisch liegen Herdens Schwerpunkte bei den Themen Wohnen, Mobilität, Bildung, Investitionen und Basisdemokratie. Konkret fordert sie bezahlbaren Wohnraum durch eine „faire, wirksame Mietpreisbremse“ und die Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft. Zumdem soll es kostenlosen ÖPNV für Sozialhilfeempfänger sowie Schulklassen, sichere Radwege sowie kostenfreie Kitas und echte Bürgerbeteiligung durch Bürgerräte geben. Wirtschaftlich plant sie eine moderate Gewerbesteuersenkung für lokale Betriebe und eine kommunale Einwegabgabe zur Müllreduzierung.

Ali Güçlü ist einer der wenigen zugelassenen parteilosen OB-Kandidaten für die Wahl im September – und auch noch ein ziemlich unbeschriebenes Blatt. Er wurde 1972 geboren, arbeitet als Anlagenmechaniker und wohnt in der Kölner Innenstadt. Ansonsten ist nichts öffentlich über ihn bekannt.

Wahlprogramm: Güçlü orientiert sich in seiner Bewerbung für die OB-Wahl auf das Konzept des „Zoon Politikon“, welches auf den griechischen Philosophen und Universalgelehrten Aristoteles zurückgeht. Darunter versteht man die Vorstellung, dass der Mensch von Natur aus ein politisches Wesen ist, das grundsätzlich in Gemeinschaften nach Glück beziehungsweise dem Guten strebt. Konkrete politische Schwerpunkte von Güçlü sind wirtschaftliche Entwicklung und soziale Gerechtigkeit: Er möchte Großunternehmen für Köln gewinnen, neue Arbeitsplätze schaffen und konkrete Maßnahmen gegen Obdachlosigkeit umsetzen, wie er im Gespräch mit T-Online mitteilt. Besonders kritisiert er die Vernachlässigung rechtsrheinischer Stadtteile und die ungleiche Entwicklung zwischen touristischer Innenstadt und Wohngebieten. Sein Ziel ist ein „gerechteres, lebenswerteres Köln“ mit verbesserter Infrastruktur und Barrierefreiheit.

Roberto Campione erhielt bei der OB-Wahl 2020 rund 3,4 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Der Kölner Gastronom und Unternehmer Roberto Campione will nach 2020 erneut für die OB-Wahl in Köln antreten. Diesmal hat er dafür mit der „Kölner Stadt-Gesellschaft“ aber eine eigene Partei gegründet, die auch zur Stadtrats-Wahl antritt. Der 51-Jährige wird als Oberbürgermeister-Kandidat 2025 außerdem von den Freien Wählern unterstützt.

Wahlprogramm: Für den OB-Wahlkampf hat Campione einen 11-Punkte-Plan aufgestellt. Darin festgelegte Ziele sind unter anderem erhöhte Sicherheit und Sauberkeit sowie Wohnungsbau. Konkrete Forderungen sind Schaffner für Straßenbahnen, erhöhte Bußgelder für Wildpinkeln am Kölner Dom und das Wegwerfen von Müll auf der Straße sowie Zonen, in denen Betteln untersagt ist. Ansonsten setzt Campione sich für schnellere Baugenehmigungen, Bau von Quartiersgaragen und begrünte Dächer ein.

Die OB-Kandidatur von Hans Mörtter war lange unsicher.

Lange hatte Hans Mörtter seine OB-Kandidatur offen gelassen, doch nun ist klar: Der 69-Jährige will tatsächlich antreten. Er ist nicht nur als emeritierter Pfarrer der Lutherkirche in der Südstadt, sondern auch für sein jahrelanges soziales Engagement in ganz Köln bekannt. Mörtter hat Theologie in Bonn studiert und kam schließlich 1987 als Pfarrer nach Köln.

Der bekannte Geistliche kämpft seit Jahrzehnten gegen Kinderarmut, Rassismus und Wohnungslosigkeit und ist im Veedel bestens vernetzt. Nach eigenen Angaben wurde er in den vergangenen Monaten parteiübergreifend von vielen Seiten ermuntert zu kandidieren, weshalb er bei seinem Plan blieb – trotz jeder Menge Konkurrenz.

Wahlprogramm: Mörtter setzt auf bezahlbaren Wohnraum und möchte ein neues Höhenkonzept mit Kölner Architekten ausarbeiten. Ansonsten will er sich für bessere Sauberkeit und Beleuchtung, die Unterstützung von Kultur und Gastronomie oder mehr Klimaschutz einsetzen. Sein Wahlprogramm orientiert sich nicht an Köln 2030, sondern an 2050 und zielt darauf ab, „den Stillstand in der Stadt zu beenden“, wie er dem Kölner Stadt-Anzeiger gegenüber erklärte. Mit dem Motto „Wir alle zusammen für unsere Stadt!“ möchte er eine Aufbruchbewegung schaffen und Bürger stärker in die Stadtarbeit einbeziehen, damit Menschen sich in ihren Veedeln engagieren und mitgestalten können. (os)

Rubriklistenbild: © Photothek & Grüne Landtagsfraktion NRW & Stadt Köln

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