Kommunalwahl in NRW: Fünf Kandidaten kämpfen um das Bürgermeisteramt in Werne
Bei der Kommunalwahl stehen die Weichen für eine neue Ära in Werne. Nachdem Amtsinhaber Lothar Christ nicht mehr antritt, bewerben sich fünf Kandidaten um die Nachfolge im Rathaus.
Werne - Bei der Kommunalwahl in NRW am 14. September 2025 dürfen die Wählerinnen und Wähler in Werne neben dem Stadtrat, Kreistag und Landrat auch einen neuen Bürgermeister wählen. Nach 16 Jahren im Amt steht der amtierende Bürgermeister Lothar Christ (parteilos) nicht mehr zur Wahl.
Lothar Christ war bei der Kommunalwahl 2020 mit 56,34 Prozent der Stimmen direkt im ersten Wahlgang wiedergewählt worden. Damit begann seine dritte und auch letzte Amtszeit. Nun können die Bürger in Werne einen neuen Repräsentanten ihrer Stadt wählen. Fünf Namen werden auf dem Stimmzettel für die Bürgermeister-Wahl stehen. Ein Kandidat der CDU ist nicht (mehr) dabei. Thomas Neubourg hatte seine Kandidatur aus privaten Gründen zurückgezogen und der Stadtverband anschließend keinen neuen Kandidaten aufgestellt.
Eine kurze Übersicht der Kandidaten:
Lars Hübchen (SPD) – Fest verwurzelt in Werne
Lars Hübchen, 40 Jahre alt, ist der Kandidat der SPD. Der stellvertretende Leiter der Finanzabteilung beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe ist seit seiner Geburt in Werne verwurzelt. Als Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtrat seit 2013 bringt er bereits kommunalpolitische Erfahrung mit. Der verheiratete Familienvater von zwei Kindern setzt seine Schwerpunkte auf familienfreundliche Politik, bessere Kitas, moderne Schulen und neue Gewerbeflächen. Zudem möchte Hübchen das Ehrenamt fördern, etwa durch weniger Bürokratie.
Christoph Dammermann (FDP) – Werne soll „Bildungs-Stadt“ werden
Mit 58 Jahren bringt Christoph Dammermann eine umfangreiche Berufserfahrung mit ins Rennen. Der ehemalige Staatssekretär für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie im Ministerium von Andreas Pinkwart lebt seit 25 Jahren in Werne und ist seit 2023 Schatzmeister der FDP NRW. Eines seiner zentralen Anliegen ist die Entwicklung Wernes zur „Bildungs-Stadt“ – von der Kita über die Schulen bis zur Volkshochschule. Der verheiratete Vater dreier erwachsener Kinder will zudem die Stadt durch Bürgerbeteiligung voranbringen.
Benedikt Striepens (Grüne) – Kampf gegen drei „Baustellen“
Benedikt Striepens, 61 Jahre alt, geht bereits zum wiederholten Mal ins Rennen um das Bürgermeisteramt. Als Gründungsmitglied der Grünen in Werne und seit 1985 im Stadtrat, ist er das dienstälteste Ratsmitglied. Der in Werne geborene Abteilungsleiter einer Sekundarschule im Kreis Unna ist verheiratet und legt seine Schwerpunkte auf drei „Baustellen“: Klimaresiliente und barrierefreie Innenstadt, Leerstand in der Innenstadt und fehlende Mitwirkungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in Form eines Kinder- und Jugendparlamentes.
Volker Abdinghoff tritt als unabhängiger Kandidat an und bringt als Bergmechaniker, Schornsteinfegermeister und Energieberater handwerkliche Expertise mit. Das sehr ausführliche Wahlprogramm der 58-Jährigen steht unter dem Motto „Mehr miteinander. Mehr möglich machen“. Abdinghoff möchte die Innenstadt inklusive eines Parkleitsystems transformieren und den Leerstand durch Großketten um mindestens 50 Prozent minimieren. Zudem steht er für eine autofreie Innenstadt (mit Ausnahmen) und möchte sich für Car-Sharing Angebote einsetzen. Volker Abdinghoff schreibt in seinem Wahlprogramm, dass er bereit sei, das Bürgermeisteramt zu teilen. „Zwei amtliche Bürgermeister – Frauenbeteiligung soll aktiv der Focus sein. Alternativ wird ein Stadtdirektor-in eingesetzt“, heißt es.
Marc Sven Ueter ist 41 Jahre alt, ledig, kinderlos und gelernter Zweiradmechaniker. Ein Hunde- und Naturfreund, der sich selbst als „frei von Machtspielereien“ beschreibt. Sein oberstes Ziel, so erklärt er es im Interview mit Werneplus, sei es, die finanzielle Stabilität und das Wohl der Gemeinschaft zu sichern. Zudem ist es ihm nach eigenen Angaben ein besonderes Anliegen, Inklusion zu stärken.