14. September

Dieser Wahlkampf wird heiß: NRW steuert auf spannende Kommunalwahlen zu

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Die Kommunalwahlen in NRW finden am 14. September statt. Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Es wird ein spannender Wahlkampf werden.

Hamm - Am 14. September wählen knapp 13 Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen neue Kommunalparlamente. Sie entscheiden zudem darüber, wer für die nächsten fünf Jahre ihre Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte sein werden. Weil vieles vor Ort entschieden wird und wegen der politischen Lage auf Bundes- und Landesebene werden diese Kommunalwahlen wichtig und spannend zugleich.

Kommunalwahlen in NRW: Heißer Wahlkampf wird erwartet

Laut einer Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des WDR-Magazins Westpol liegen landesweit SPD (16 Prozent), Grüne (15) und AfD (14) fast gleichauf. Bei den Sozialdemokraten setzt man angesichts des historischen Umfragetiefs an Rhein und Ruhr auf die lokale Zugkraft amtierender Stadtoberhäupter und auf die neue Bundesvorsitzende Bärbel Bas aus Nordrhein-Westfalen. „Sie wird die Sozialdemokratie in den nächsten Jahren maßgeblich prägen und ihren Anteil am Comeback der SPD haben“, sagt der nordrhein-westfälische SPD-Chef Achim Post über Bas, deren Heimat Duisburg ist.

Tim Achtermeyer, Landesvorsitzender, sitzt vor einem Plakat für die Kommunalwahl. Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen stellt die Kommunalwahl-Kampagne vor. Am 14. September 2025 finden die Wahl statt.

Größtes Problem für die Genossen ist die Stärke der AfD im Ruhrgebiet, eigentlich SPD-Hochburg. Bei der Bundestagswahl wählte beispielsweise in Gelsenkirchen jeder Vierte die Rechtsaußen-Partei. Im Gegensatz zur Kommunalwahl 2020 hat die AfD landesweit mehr (Ober)Bürgermeisterkandidaten aufgestellt und strebt selbstbewusst deutlich mehr Sitze in den Räten an. Das hat Folgen: So hört man selbst aus dem CDU-Landesverband schon Stimmen, die der SPD im Rennen gegen die AfD zwischen Hamm und Duisburg die Daumen drücken.

Durch den gemeinsamen Gegner AfD und die Koalition auf Bundesebene sind die Fronten zwischen Union und SPD nicht mehr so verhärtet wie noch zu Ampelzeiten. So sagte jetzt CDU-Chef und Kanzler Friedrich Merz in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“: „Ich habe auch kein Interesse daran, dass die SPD scheitert.“ Wenn die SPD wieder über 20 Prozent komme, freue er sich genauso, wie wenn die Union wieder über 30 Prozent liegen würde.

NRW steuert auf spannende Kommunalwahlen zu

Selbstbewusst blicken in diesen Tagen die Grünen auf die Kommunalwahlen. Mit 39 000 Mitgliedern habe man in NRW 70 Prozent mehr Parteizugehörige als zum Zeitpunkt der Wahlen 2020. NRW-Grünen-Chef Tim Achtermeyer zeigte sich am Dienstag vor Journalisten in Düsseldorf deshalb zuversichtlich, nicht nur in den klassischen Grünen-Hochburgen wie Münster und Köln erfolgreich zu sein.

Profitieren wollen die Grünen auf kommunaler Ebene auch davon, dass in Berlin Schwarz-Rot regiert. „Ohne die Grünen gibt es keine Modernisierung. Das sehen wir in Berlin“, sagte Achtermeyer. Als das zentralste Thema dieser Kommunalwahl bezeichnete er den Klimaschutz, der auf Bundesebene rückabgewickelt werde. „Umso mehr müssen die Kommunen einspringen, um die Menschen zu schützen.“ Es gehe am 14. September auch um die Frage, wie die Kommunen auf Hitzewellen, wie sie aktuell herrscht, vorbereitet sind. Neben sogenannten Schwammstädten denkt der Grüne da auch schon an „Schwammdörfer“.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Revierfoto

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