„Kathedrale der Industriekultur“

Krieg statt Kultur: So steht’s um die Alfred-Fischer-Halle in Heessen

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Flüchtlinge statt Feste: die Fischer-Halle in Heessen.
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Die Alfred-Fischer-Halle in Hamm gilt als eine der schönsten Industriehallen Deutschlands und wird gerne als „Kathedrale der Industriekultur“ bezeichnet. Für Veranstaltungen kann sie aber schon lange nicht mehr genutzt werden.

Hamm - Mit 3000 Quadratmetern ist die Heessener Alfred-Fischer-Halle (AFH) der größte Veranstaltungssaal der Stadt Hamm, doch Klassik-Sommer, Partys, Messen und Kongresse haben hier schon lange nicht mehr stattgefunden – und werden es bis auf Weiteres nicht. Grund hierfür ist primär der Krieg in der Ukraine.

Bereits kurze Zeit nach dessen Ausbruch am 24. Februar 2022 wurde die Halle für bis zu 500 ukrainische Flüchtlinge hergerichtet. Voll ausgeschöpft wurde diese Kapazität nie. Dem überwiegenden Teil der Menschen, die vor dem russischen Angriffskrieg geflüchtet und nach Hamm gekommen war, konnte recht zügig auf dem Privatwohnungsmarkt eine Bleibe vermittelt werden. Vor knapp einem Jahr, Ende Juli 2022, war die Fischer-Halle wieder freigezogen, wurde aber für eine nächste Flüchtlingswelle vorgehalten.

Alfred-Fischer-Halle in Heessen: mit Flüchtlingen belegt

Ende November 2022 wurde sie wieder mit Flüchtlingen belegt – aber kaum noch mit Ukrainern, sondern mit Menschen aus anderen Herkunftsländern.

So ist es bis heute geblieben. Wie Stadtsprecher Tom Herberg gegenüber dem WA erklärt, sind aktuell 91 Flüchtlinge in der „AFH“ untergebracht. Ukrainer seien kaum mehr darunter. An der Gesamtsituation werde sich absehbar nichts ändern. „Wir werden auch weiterhin an der Fischer-Halle festhalten“, sagt Herberg.

Alfred-Fischer-Halle in Heessen: Ukrainer kamen und gingen

1992 Menschen sind im Laufe des Krieges aus der Ukraine nach Hamm gekommen. Nicht alle sind in Hamm geblieben, einige hundert haben der Stadt den Rücken gekehrt und sind weitergezogen. Ebenso kamen Ukrainer aus anderen (deutschen) Städten nach Hamm.

Derzeit leben 1 612 Ukrainer in Hamm. Ferner sind der Stadt 625 Flüchtlinge aus anderen Ländern, die sich derzeit im Anerkennungsverfahren befinden beziehungsweise geduldet sind, zugeordnet. Hinzu kommen die Flüchtlinge aus der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) des Landes am Alten Uentroper Weg.

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