VonMarvin K. Hoffmannschließen
Die Fans von Borussia Dortmund müssen zum Finale der Champions League nicht auf Bier verzichten. Ein Problem hat die heimische Brauerei aber dennoch.
Dortmund – Die Bierstadt war sie einst. Dem Export hatte sie das zu verdanken, irgendwie auch dem Pils. Die Fußballstadt will sie heute genannt werden. Dem BVB hat sie das zu verdanken, irgendwie auch den Fans. Die sind übrigens immer noch verrückt nach Bier. In Dortmund schreibt man (Brau-)Tradition eben groß.
Dortmunder Brauereien bereiten sich auf Champions-League-Finale vor
Anlässlich des Champions-League-Finales mit großer schwarzgelber Beteiligung und der anstehenden Heim-EM mit etwas weniger schwarzgelber Beteiligung – man denke an den nicht-nominierten Mats Hummels, dem das in etwa so geschmeckt haben dürfte wie ein abgestandenes Kölsch an einem heißen Sommertag – rechnen die Dortmunder Brauereien mit rekordverdächtigen Umsätzen. Nach eigenen Angaben sind die vorbereitet. Nur eine Sache lässt sich nicht umsetzen.
„Zunächst einmal können wir die Fußball-Fans beruhigen, dass sie keine ‚Bier-Ebbe‘ fürchten müssen“, sagt Uwe Helmich, Geschäftsführer der Dortmunder Brauereien, auf Nachfrage von wa.de. Unter der Ägide der Radeberger Gruppe sorgt er mit seiner Brauerei in der geschichtsträchtigen Steigerstraße in der Dortmunder Nordstadt für große Vorräte an Dortmunder Kronen und Brinkhoff‘s No.1, dem Bier, das es auch bei Heimspielen des BVB im Stadion gibt.
„Fußball-Fans müssen keine ‚Bier-Ebbe‘ fürchten.“
Kein Schwarzgelber muss also plötzlich auf Veltins – in Dortmund schließlich als „Schalke-Bier“ verhasst – oder andere „fremde Marken“ umsteigen, wenn die Nachfrage zum Champions-League-Finale steigen sollte. Gut, im Notfall würde es auch noch Bier aus dem Discounter geben. So weit muss es für Anhänger des Dortmunder Gerstensaftes aber nicht kommen.
Es wird genug Bier in Dortmund geben
„Mit Sportereignissen haben wir bei den Dortmunder Brauereien viel Erfahrung – von der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land über viel beachtete Turniere außerhalb unserer Landesgrenzen bis hin zu den für uns ganz besonders wichtigen Spielen unseres langjährigen Partnervereins BVB wie insbesondere dem Champions-League-Finale 2013“, versichert Brauerei-Chef Helmich.
Wer angesichts eines möglichen Titelgewinns von Borussia Dortmund in der Champions League allerdings auf eine Sonderedition der Bierflaschen oder Bierdosen hofft, der muss sich damit abfinden, dass es sich hier wie bei der Kombination „lecker“ und „alkoholfreies Radler“ verhält: Gibt es nicht.
Keine Brinkhoff‘s-Sonderedition zum CL-Finale
„Eine Sonderedition werden wir beim Gewinn der Champions League durch den BVB nicht auflegen: Diese lässt sich leider nicht kurzfristig realisieren und in die Vertriebskanäle bringen“, sagt Helmich. Trotzdem hat er gute Nachrichten.
„Wir werden für das Champions-League-Finale 2024 und die Europameisterschaft 2024 gut gerüstet sein, indem wir ausreichend brauen und abfüllen – insbesondere Brinkhoff’s und Dortmunder Kronen Fassbier, aber auch Brinkhoff’s in Getränkedosen angesichts des Glasflaschenverbots in der Dortmunder Innenstadt“, sagt der Chef der Dortmunder Brauereien. Er erwarte die „Hochphase der Zusatzbestellungen“ nun nach Pfingsten. Dabei hofft er auch, dass das Wetter in NRW mitspielt.
Dortmunder Brauereien hoffen auf gutes Wetter
Zwar würde der Sieg des BVB im Finale gegen Real Madrid in Wembley am 1. Juni 2024 (Anpfiff: 21 Uhr) „ein Volltreffer für die Biernachfrage sein – sowohl am Spieltag selbst als auch bei einem sich dann anschließenden Korso durch die Stadt tags darauf“, so Helmich. Trotzdem wäre dies nur die Schaumkrone auf dem frisch Gezapften – und die ist meist nicht von Dauer.
„Ein, zwei Tage Sonderkonjunktur wären natürlich toll, für das Absatzjahr 2024“, sagt Helmich, „entscheidender sind jedoch die verbleibenden 363 Tage. Und für die hoffen wir vor allem auf eine lang anhaltende, nicht zu heiße Schönwetterperiode als bestem Bierverkäufer.“
Irgendwie ist Dortmund halt doch auch immer noch Bierstadt – gemeinsam mit König Fußball.
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