- VonFrank Osiewaczschließen
Seit viel zu langer Zeit gammelt das einst so beliebte „Jonathan“ auf der Meile in Hamm unerbittlich vor sich hin. Jetzt plant der Eigentümer den Abriss und einen Neubau.
Hamm – Einst war die Lokalität der Szenetreff schlechthin, jetzt ist sie nach langem Kommen und Gehen in erbarmungswürdigem Zustand: das ehemalige „Jonathan“ an der Südstraße 23. Damit könnte in absehbarer Zeit Schuss sein, denn der Eigentümer der Immobilie hat schon Pläne für einen Abriss und Neubau gemacht.
Das erklärte Massoud Ahmady, der die Immobilie vor etwa zwei Jahren von Dirk Richardt erworben hatte, auf Nachfrage von wa.de. 38 Studentenappartements und zwei Penthaus-Wohnungen seien geplant, sagte der 55-Jährige. Im Erdgeschoss solle es weiter Gastronomie geben. Das habe sich die Stadt gewünscht. „Es muss aber etwas sein, das es in Hamm bisher nicht gibt“, so Ahmady. In Vorgesprächen habe er positive Signale für sein Vorhaben erhalten.
Das Projekt – sollte es denn tatsächlich umgesetzt werden – würde einen Neustart für den Standort bedeuten und dem markanten Ort gleichzeitig ein neues Gesicht geben. Ahmady würde, so sagt er es selbst, das Gelände einschließlich der heutigen Außenfläche komplett bis zum Ostenwall überbauen. Sein Architekt arbeite derzeit an den Plänen, die in eine Bauvoranfrage bei der Stadt münden sollen.
„Jonathan“ auf der Meile: Konflikt mit Pächtern vermeiden
Bis es zum Bau komme, werde allerdings noch etwas Zeit vergehen. Seine aktuellen Pächter will er mit dieser Absichtserklärung keineswegs herauskomplimentieren. Die Pachtverträge seien entsprechend gestaltet.
Eröffnet haben die Pächter allerdings seit Monaten noch nicht. Als „Loqum Café“ haben sie sich angekündigt, doch der Umbau ruht, und das Außengelände verkommt abermals mehr und mehr. Grund dafür ist laut Ahmady das Betreiberkonzept, für das es aus städtischer Sicht Nachbesserungsbedarf gebe.
„Jonathan“ auf der Meile: Alle Nachfolger nur kurzlebig
Der Vorgänger-Versuch „Harmonie“ galt im Frühjahr 2019 als gescheitert. Zwischenzeitlich hatte sich sogar mal Pirates-Wirt Karsten Plaß an der Immobilie versucht - damals unter dem Namen „St. Louis“. Das „Jonathan“ war im Juli 1980 vom Hammer Südstraßen-Gastronomen Wolfgang Witteborg eröffnet worden.
Für den Neubau geht Ahmady von einer Investition von 8 bis 10 Millionen Euro aus. Um das Vorhaben umzusetzen, seien unterschiedliche Konzepte denkbar, darunter auch die Zusammenarbeit mit einem Investor.
Wenige Meter entfernt auf der Meile wird am Freitag ein neues Lokal eröffnen: der „Club Empire“. Dort war bislang die „Bar Rio“ untergebracht.
