Kapelle Petra

Überraschung bei h4: Topact kommt diesmal aus Hamm

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  • Sascha-Nikolai Paschedag
    Sascha-Nikolai Paschedag
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Aus Hamm, für Hamm: Die Kapelle Petra wird beim großen Kulturfest h4 in Hamm im September 2023 der Topact sein. Eine echte Überraschung.

Hamm - Im Beisein von Oberbürgermeister Marc Herter ist am Dienstag in Hamm ein monatelang gehütetes Geheimnis gelüftet worden: Der Topact des dreitägigen Kulturfests h4 am zweiten September-Wochenende wird die Indie-Rockband Kapelle Petra sein. (Kommentar unter diesem Artikel!)

Die überregional erfolgreiche Hammer Band wird am 9. September auf der Hauptbühne auf dem Santa-Monica-Platz auftreten (im Vorjahr stand dort Max Mutzke). Wie bei allen anderen „h4“-Veranstaltungen wird der Eintritt kostenlos sein. Das ist der große Unterschied zum 17. Juni: Erst vor wenigen Wochen hatte das Trio am Kulturrevier Radbod nämlich mit großem Erfolg das eigene - kostenpflichtige- Festival „Kapelle Somma“ ausgerichtet.

Die h4-Verantwortlichen und die Bandmitglieder präsentieren das Veranstaltungsbanner.

Kulturfest h4 2023 in Hamm: Fest regionaler aufstellen

„Wir sind froh, dass Kapelle Petra zu Hause spielt“, sagt Oberbürgermeister Marc Herter bei der Vorstellung. „Wir haben uns entschieden, dass wir das h4 regionaler aufstellen, und da passt es, dass wir mit dieser Band ein Eigengewächs als Topact präsentieren können.“

„h4“ gilt zwar der Idee nach als Kulturfest, kann aber auch als ein Stadtfest bestehen. Es zieht sich zwischen dem Hauptbahnhof und der Oststraße durch einen Großteil der Innenstadt von Hamm und gilt der Stadt als Nachfolger der längst eingestellten „Hammer-Summer“-Festival-Serie.

Kulturfest h4 2023 in Hamm: Programm wird bald vorgestellt

Apropos Hammer Summer: Im Jahr 2009 durfte die Kapelle schon einmal auf der großen Innenstadt-Bühne auftreten - bei einer Spezialausgabe zum NRW-Tag. Damals war der Platz an der Pauluskirche rappelvoll.

„Wir freuen uns riesig darauf, hier im Rahmen unserer Deutschlandtour aufzutreten“, sagt Guido Scholz von der Kapelle Petra. „Wir haben hier vor Ort eine große Fanbase und kommen aus Hamm, da ist es immer was besonderes hier aufzutreten. Zu Hause ist es ja immer am schönsten.“

Das Kulturfest findet in diesem Jahr vom 8. bis 10. September statt. Als Grundgerüst wird es erneut vier bis fünf Bühnen mit viel Musik geben, dazu präsentieren Hammer Künstler unterschiedlichster Art ein vielfältiges Kulturprogramm. Details und Zeitplan dafür sollen in Kürze vorgestellt werden; dazu zählt auch die weitere Ausgestaltung des Topct-Abends. Für die Durchführung von h4 sind 200.000 Euro im Haushalt vorgesehen. Jeweils die Hälfte davon kommt von der Stadt sowie den Stadtwerken Hamm als Hauptsponsor.

Kommentar

Ein „Topact“ in Hamm – wie stark das klingt! Doch es ist „nur“ die Kapelle Petra. Nicht wenige werden die Lösung langweilig finden, andere hingegen gelungen. Eine Überraschung ist sie allemal, denn allein der Begriff Topact weckt eigentlich Hoffnungen auf einen möglichst gar international erfolgreichen Star, wie er nicht selten beim Hammer Summer erfüllt wurde. Aber der Hammer Summer ist nunmal tot, und das Motto von h4 heißt „aus und für Hamm“ und bietet damit den vielen Kulturschaffenden dieser Stadt eine gemeinsame und professionelle Bühne. Und auf diese passt die Kapelle doch perfekt (wer nun nach den viel erfolgreicheren Giant Rooks ruft, sollte bedenken, dass diese Hammer Band weder verfügbar noch bezahlbar ist).

Machen wir uns nichts vor: Würden alle Erwartungen, Forderungen und Kritiken in die Suche und Entscheidung für einen h4-Topact einfließen, bräuchte es eine eierlegende Wollmilchsau, die noch dazu in einen begrenzten Budgetrahmen passt. Gibt’s aber nicht – oder?!

Natürlich birgt die Kapelle Petra ein Risiko für den Erfolg des Samstagabends. Eine Indie-Band mit Ecken und Kanten ist nicht wirklich massenkompatibel. Verdient hat sie sich diese Ehre aber fraglos: Seit 1996 ziehen die Hammer originell, fleißig und längst auch kultig mit immer neuer Musik von einer zur anderen Livebühne. Wer sich drauf einlässt, bekommt viel Spaß und auch Augenzwinkern von erfahrenen Musikern, die noch längst nicht satt sind und was zu sagen haben. Stimmung wird es dank vieler Fans, die teils von weit her anreisen, ohnehin geben.

Wünschen wir nicht nur dem Topact, sondern dem ganzen (für die Besucher kostenlosen!!) h4-Vorhaben doch einfach gutes Wetter, viel Besuch und einen tollen Erfolg. Alle Beteiligten hätten diesen Respekt und diese Neugier verdient. Denn sie alle arbeiten auch in schwierigen Zeiten gern in und/oder für unsere gemeinsame Heimatstadt Hamm. Und das mit großer Begeisterung.

Markus Hanneken

Rubriklistenbild: © Robert Szkudlarek

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