Gastronomie in Hamm

Kurhaus-Café ist neu gestaltet - Betreiber will Preise nicht anziehen

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Daniel Cadez betreibt die Gastronomie im Kurhaus und hat sich entschlossen mitten in der Baustelle ein neues Konzept zu starten.
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Das Café im Kurhaus Hamm ist vollständig neu gestaltet worden. Der Betreiber hat viel investiert - und das mitten in der Baustelle.

Hamm – Sanfte Beleuchtung, dunklere Farben und eine sanfte Atmosphäre, während draußen der Wind gegen die Baustellen-Planen peitscht: Das Café im Kurhaus Hamm hat eine neue Ausrichtung erhalten. „Antizyklisch“, wie Betreiber Daniel Cadez sie beschreibt.

Kurhaus-Café ist neu gestaltet - Betreiber will Preise nicht anziehen

Seit zwei Jahren ist das Kurhaus eine Baustelle. Zum Sanierungsstart stellte die Stadt 2022 fest, dass die Schäden deutlich schlimmer als gedacht sind. Das Kurhaus ist unter Gerüst und Abdeckplanen kaum noch zu erkennen. „Der Kontrast könnte größer nicht sein“, sagt Cadez. Aus der Baustelle heraus sei ein neues Konzept entstanden, denn er und sein Team mussten handeln. Zwischen den Bauarbeiten will niemand heiraten und Termin für die Fertigstellung wurde bereits mehrfach verschoben. Aktuell soll jetzt das Kurhaus im Juli fertiggestellt sein. „Wenn es so kommt, freuen wir uns umso mehr“, so Cadez.

Antizyklisch habe er deswegen entschieden, erst vor wenigen Wochen den Café- Bereich vollständig umzugestalten. Das Licht ist gedämpft, das Mobiliar neu. Der Raum wird von den Farben Petrol, Kupfer und Dunkelgrau beherrscht. „Eigentlich sagt man, dass Cafés hell sein sollen“, sagt der Betreiber. Erst 2018 wurde der Bereich umgestaltet – mit hellen Farben und viel Licht. Ein Fehlgriff, gibt Cadez zu. Denn bei den Besuchern kam die dunkler gestaltete Vinothek besser an. „Jetzt haben wir im Café wieder mehr Reservierungen. Während in die Vinothek etwa 40 Personen passen, können im Café bis zu 100 feiern.“

Das Kurhaus wird saniert - die schöne Hochzeitslocation ist dadurch kaum zu sehen.

Investiert wurde eigenes Kapital in die Umgestaltung. Eine genaue Summe will der Pächter nicht nennen. Zudem kommen wohl weitere Kosten auf ihn zu: Auch der Außenbereich am Kurhaus-Café soll neu gestaltet werden, wann und wie genau steht derzeit allerdings noch nicht fest.

Neu gestaltetes Kurhaus-Café: „Jeder wusste das Mehrwertsteuererhöhung kommt“

Das anhaltende schlechte Wetter, die verhangene Fassade und der Baulärm stellen die Gastronomie im Kurhaus zwar vor Herausforderungen, doch Cadez zeigt sich optimistisch. „Wir hatten viele Krise, standen seit 2018 mehrmals vor Frage, ob wir schließen müssen“, sagt er. Doch Corona sei für die Branche vorbei, man müsse nach vorne blicken und nicht schlechte Stimmung und Panik erzeugen. Weder der gestiegene Mindestlohn noch die Mehrwertsteuer sollen sich auf die Speisen-Preise im Kurhaus auswirken. „Jeder wusste, dass sie kommt“, sagt Cadez. Man habe sich darauf vorbereiten können, müsse geschickt einkaufen. „Es wird sich in der Gastronomie- und Veranstaltungsbranche die Spreu vom Weizen trennen.“ Essen gehen, so prognostiziert er, wird mehr zum Luxus werden, etwas das man sich bewusst gönnt. Er denkt, dass einige Restaurants schließen könnten.

Währenddessen halten die Bauarbeiten an. Demnächst sollen die Fenster ausgetauscht werden. Im Obergeschoss wurde schon angefangen, das Café soll bald folgen. Dann muss Cadez schließen, für eine Woche.

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