VonEva Burghardtschließen
Lachgas, eigentlich ein medizinisches Gas, wird zunehmend zur Droge. Wuppertal versucht nun, den Verkauf an Jugendliche einzuschränken.
Wuppertal – Eigentlich wird Distickstoffmonoxid (N2O) von Ärzten benutzt. Das farb- und geruchlose Gas lindert Schmerzen und löst Ängste. Doch zuletzt wird Lachgas, wie die Substanz auch genannt wird, immer öfter als Droge missbraucht. Besonders für Kinder und Jugendliche kann der Konsum aber schwerwiegende Folgen haben. Deswegen greift die Stadt Wuppertal (NRW) jetzt Maßnahmen.
Stadt Wuppertal geht gegen den Konsum von Lachgas vor
Zuletzt hatte es in Hamm erst einen Fall gegeben, bei dem ein junger Mann nach dem Konsum von Lachgas ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Die Ampullen sind in Deutschland frei verkäuflich, berichtet die Stadt Wuppertal, da Lachgas häufig als Treibmittel in Sahnekapseln und Spraydosen genutzt wird. Bei einem herkömmlichen Supermarkt gibt es zehn Kapseln für rund fünf Euro – ohne Jugendfreigabe oder Altersüberprüfung.
So ist es für Kinder und Jugendliche ein Leichtes, die Substanz zu kaufen. Hirnschäden, Nervenschäden sowie Erfrierungen an Lippen und Fingern sind nur einige der Nebenwirkungen, die die Stadt Wuppertal nennt. Vor allem, wenn die Entwicklung des Gehirns noch nicht abgeschlossen ist, gibt es Risiken. Bei häufigem Konsum drohe außerdem eine psychische Abhängigkeit, teilt die Stadt mit.
Immer mehr Kinder und Jugendliche konsumieren Lachgas
Das scheint sich zu bestätigen. Stefan Kühn ist Sozialdezernent bei der Stadt Wuppertal. Er sagt, man stelle auch dort einen wachsenden Konsum fest. „Unsere Drogenberatung wird zum Thema immer öfter angefragt.“ Deswegen sei die Unterstützung durch Supermärkte und Verkaufsstellen wichtig.
Diese Folgen kann der Konsum von Lachgas haben
Akute Folgen:
►Sauerstoffmangel im Blut (Hypoxie)
►Hirnschäden
►Erfrierungen an Lippen und Fingern
Bei häufigem Konsum:
►Schäden am Nervensystem
►Schädigung des Knochenmarks
►Mangel an Vitamin B12
►Psychische Abhängigkeit
(Quelle: Stadt Wuppertal)
Die Verkaufsstellen will die Stadt Wuppertal jetzt miteinbeziehen. So hat die Stadtverwaltung gemeinsam mit den Suchtberatungsstellen jetzt einen Appell verfasst, den sie an Supermärkte und Kioske verteilt, die Lachgas verkaufen. „Darin werden die Verkaufsstellen gebeten, vom Hausrecht Gebrauch zu machen und den Verkauf an Jugendliche zu stoppen.“ In den Niederlanden ist Lachgas übrigens seit 2023 verboten.
Polizei warnt vor den Folgen von Lachgas im Straßenverkehr
Außerdem appelliert die Stadt an Eltern, Lehrer und „alle anderen Erwachsene“, mit Kindern und Jugendlichen über die Gefahren von Lachgas zu sprechen. Zuletzt hatte die Polizei aus Dortmund ebenfalls vor den Folgen gewarnt, nachdem sie drei Männer in einem Auto gestoppt hatten. Alle drei hatten mutmaßlich Lachgas konsumiert.
Wie die Polizei aus Dortmund mitteilt, kann Lachgas kurzfristig Halluzinationen auslösen. „Der Konsum beeinträchtigt das Gefühl für Raum und Zeit, sodass insgesamt die Wahrnehmungsfähigkeit und Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt ist“, heißt es weiter. Damit steige auch das Unfallrisiko. (ebu)
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