Nach Schweizer Vorbild

Wegen „Nazi-Nostalgie“: NRW-Landtag lehnt AfD-Antrag für Landdienst ab

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Die AfD-Fraktion im NRW-Landtag wollte einen „freiwilligen Landdienst“ nach Schweizer Vorbild. Junge Menschen sollten in der Landwirtschaft mitanpacken. Doch alle anderen Fraktionen waren entsetzt.

Düsseldorf - Für ihre Forderung nach einem „Landdienst“ für junge Menschen hat die AfD-Fraktion im NRW-Landtag scharfe Kritik einstecken müssen. Einen entsprechenden Antrag lehnten die Fraktionen von CDU, Grünen, SPD und FDP am Freitag geschlossen ab. Sie verwiesen auf Parallelen zum „Landjahr“ der Nationalsozialisten.

Der Antrag seiner Fraktion wurde abgelehnt: Martin Vincentz, Vorsitzender der AfD-Fraktion im Landtag.

So sah Julia Kahle-Hausmann (SPD) einen „verbrämten Angriff auf junge Menschen“, der auf einem reaktionären Weltbild beruhe. „Das hatten wir alles schon mal. Das war Mist.“ Und: „Sie streben die Erziehung zum Volksgenossen an.“

Hanses (Grüne): Rechtspopulistische Instrumentalisierung

Dagmar Hanses (Grüne) sprach von einer „rechtspopulistischen Instrumentalisierung“. Der im AfD-Antrag genannte Vauß-Hof in Salzkotten distanziere sich von der meschenverachtenden Ideologie der AfD. Die Anleihe an die Nazi-Zeit sei unübersehbar. Junge Menschen seien Ziel von rechten Kampagnen. „Völkische Siedler siedeln nicht nur in Ostdeutschland an“, so Hanses.

Christof Rasche (FDP) fasste den Vorstoß wie folgt zusammen: „Bürgerlicher Deckmantel auf der einen Seite und Nazi-Nostalgie auf der anderen Seite.“

Die AfD wollte einen freiwilligen Dienst mit Verweis auf die Schweiz. Dort gebe es schon seit mehr als 60 Jahren den sogenannten Landdienst, der Jugendlichen zwischen 14 und 24 Jahren ermögliche, auf Bauernhöfen mitzuarbeiten. NRW-Familienministerin Josefine Paul (Grüne) verwies darauf, dass mit EQJ (Einstiegsqualifizierung Jugendlicher) und FÖJ (Freiwilliges Ökologisches Jahr) solche Möglichkeiten bereits bestehen.

Rubriklistenbild: © Thomas Banneyer/dpa

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