VonCedric Sporkertschließen
Durch wohl gestrichene Subventionen geraten gerade kleinere landwirtschaftliche Betriebe weiter unter Druck. Das dürfte Auswirkungen auf Preise haben.
Hamm – Nachdem Bauern aus Hamm am Montag an einer Großdemo von Landwirten in Berlin teilgenommen haben, hat nun Hans-Heinrich Wortmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, bekräftigt, dass die Politik Lösungen für die Landwirte finden muss.
„Kann nicht sein, dass Bauern zur Kasse gebeten werden“
„Es kann nicht sein, dass wir Bauernfamilien für die Fehlplanungen der Koalition in einem so unverhältnismäßig hohen Maße zur Kasse gebeten werden“, sagt Wortmann. Tatsächlich gab es zuletzt erste verhaltene Signale aus der Ampel in Berlin, dass die doppelte Belastung etwas abgemildert und die Subvention des Agrardiesels nur gedeckelt werden soll. Eine Entwarnung ist das aber noch nicht für viele Bauern.
„Kämen die zusätzlichen Steuerbelastungen zum Tragen, wäre das eine weitere massive Belastung für unsere landwirtschaftlichen Familien und würde uns in der europäischen Wettbewerbsfähigkeit stark schwächen“, sagt Wortmann. Eine Streichung von Befreiungen würde den Strukturwandel weitertreiben und heimische Lebensmittel deutlich verteuern, meint er.
Aktuelle Regelungen in der Landwirtschaft nicht unbegründet
Die Landwirtschafts-Konditionen sowohl beim Agrardiesel als auch der Steuerbefreiung der Zugmaschinen seien nicht unbegründet, erklärt der Vorsitzende. „Landwirte sind mit ihren Fahrzeugen den Großteil der Zeit nicht auf öffentlichen Straßen unterwegs, sondern auf dem Hof oder auf Äckern und Grünland. Das bedeutet, dass sie das öffentliche Straßennetz weniger beanspruchen, als dies Pkw oder Lkw tun.“
Diesel sei als Kraftstoff in der Landwirtschaft aktuell unabdingbar. „Es gibt auf absehbare Zeit kaum Alternativen zu dieselbetriebenen Landmaschinen“, so Wortmann. Aus seiner Sicht ist es sogar umweltschonender, hier vor Ort weiter Diesel einzusetzen. „Wenn die Lebensmittel nicht mehr hierzulande erzeugt würden, müssten sie über oft weite Transportwege mit fossilem Treibstoff importiert werden.“
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