Friesenstraße 35

LEG-Problem mit Bad-Sanierung: Verschwundene Mieterin bringt Bauplan durcheinander

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Die Bad-Sanierung in dem Mehrfamilienhaus kann wegen des Einsatzes vorgefertigter Baumodule nur vonstattengehen, wenn sich die Handwerker Geschoss für Geschoss nach oben arbeiten können. Das ist an der Friesenstraße 35 (rechts) aber nicht möglich. So lange stehen draußen Duschcontainer zur Verfügung.
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Schon seit Anfang des Jahres gibt es Probleme. Seitdem können zwei Mieter der LEG-Wohnungen an der Friesenstraße 35 in Hamm ihre Badezimmer nur eingeschränkt nutzen.

Hamm – Das Drama begann Anfang des Jahres. Seitdem können zwei Mieter der LEG-Wohnungen an der Friesenstraße 35 ihre Badezimmer nur eingeschränkt nutzen. Grund ist eine weitere Mieterin, die die LEG seit Monaten nicht erreichen kann. Mittlerweile sind die Gerichte mit dem Fall beschäftigt.

LEG-Problem mit Bad-Sanierung: Verschwundene Mieterin bringt Bauplan durcheinander

Da es mit der Sanierung ihrer Wohnung nicht vorangeht, wandte sich die vom Baustopp betroffene Mieterin an wa.de und schilderte den Fall. Sie wohnt in einer oberen Etage der Hausnummer 35. Aufgrund poröser beziehungsweise alter Leitungen war es dort sowie in den Häusern Friesenstraße 33 und 31 in der Vergangenheit vereinzelt zu Rohrbrüchen gekommen.

Rund 2,2 Millionen Euro lässt sich das Unternehmen die Sanierung der insgesamt 58 Wohnungen in Hamm-Herringen kosten. Anfang des Jahres war auch die besagte Wohnung im oberen OG an der Reihe. Das Badezimmer wurde dazu teilentkernt. Eine Toilette gibt es zwar noch, zum Duschen mussten die Mieterin und der Nachbar unter ihr fortan aber in Duschcontainer, die die LEG für sie und weitere Bewohner vor dem Haus aufgestellt hatte. Doch nur drei Tage später wurden die Bauarbeiten in den beiden Wohnungen gestoppt.

Leben auf einer Baustelle: Anfang des Jahres wurden zwei Badezimmer in der Friesenstraße 35 teilentkernt. Wann die Arbeiten weitergehen, ist offen.

Die LEG bestätigte den von der Mieterin geschilderten Fall. „Ja, leider besteht seit einiger Zeit ein akutes Problem bei der Sanierung unseres Objekts in der Friesenstraße 35“, teilte ein Sprecher des Unternehmens mit. Vor allem im Sinne der betroffenen Mieter bedauere man die Situation sehr.

Das Problem ist, dass bei den geplanten Sanierungsmaßnahmen der Badezimmer vorgefertigte Baumodule zum Einsatz kommen sollen, die bereits vollständig verrohrt an die Baustelle geliefert werden. Diese müssten, ähnlich wie bei Klemmbausteinen, aufeinander aufbauend installiert werden. „Daher kann bei der Installation keine Etage übersprungen werden. Dies wäre auch bei einer konventionellen Installation nicht möglich, da sämtliche Leitungen und Rohre durch einen Installationsschacht verlaufen“, so der Unternehmenssprecher.

Keine Hinweise auf Aufenthaltsort der LEG-Mieterin

Im Zuge der Baumaßnahmen stellte sich heraus, dass eine Mieterin aus einem tieferliegenden Geschoss nicht auffindbar beziehungsweise durch die LEG nicht erreichbar ist. „Sie reagiert auf keinen unserer mehrfachen Kontaktversuche, wodurch wir keinen Zugang zu ihrer Wohnung erhalten können, um die Sanierungsarbeiten fortzuführen. Da eine Kontaktaufnahme mit der Mieterin zunächst nicht absehbar ist, haben wir uns dazu entschieden, für die über ihr wohnenden Mieter aus dem sechsten und siebten OG zunächst ein provisorisches Bad wiederherzustellen und einen Duschcontainer vorm Haus aufzustellen.“

Die LEG betonte, dass man alles in ihrer Macht Stehende unternommen habe, um die Mieterin aus dem fünften OG zu kontaktieren, bislang jedoch ohne Erfolg. „Sie war nicht in ihrer Wohnung anzutreffen, reagierte nicht auf Anrufe oder unsere schriftlichen Mitteilungen. Bei unseren Nachforschungen stellte sich heraus, dass sie sich in einer amtlichen Betreuung befand und sich selbst entlassen hat. Auch die Betreuungsperson konnte keine Hinweise zu ihrem aktuellen Aufenthaltsort liefern.“ Die Suche gestalte sich also sowohl unter rechtlichen als auch tatsächlichen Aspekten äußerst schwierig.

Rechtsanwalt eingeschaltet

Die betroffene Mieterin aus dem oberen OG indes will die Frau zwischenzeitlich aber immer wieder in dem Haus gesehen haben. Ein Angebot der LEG, für die Zeit der Bauarbeiten in eine andere Wohnung außerhalb des Gebäudes zu ziehen, lehnte sie ab.

Nachdem die LEG die Mieterin aus dem fünften OG nicht erreichen konnte, hat das Unternehmen umgehend einen Rechtsanwalt eingeschaltet, um in einem Gerichtsverfahren eine Öffnung ihrer Wohnung und somit eine schnellstmögliche Fortsetzung der Baumaßnahmen zu erwirken. „Aktuell sind wir also leider von der Geschwindigkeit des Gerichtsverfahrens abhängig.“ Das kann sich ziehen, weswegen die LEG „die weiteren Schritte prüft“. Den Mietern aus dem sechsten und siebten OG werde man nach Abschluss der Maßnahme eine Mietminderung gewähren.

Andernorts klappt‘s

Von dem geschilderten Problem einmal abgesehen, verlaufen die Sanierungsarbeiten im linken und rechten Strang des Objekts zur Zufriedenheit der LEG. „Wir konnten unseren angesetzten Zeitplan einhalten und haben insgesamt 17 Bäder saniert. Bei den Sanierungen im mittleren Strang können die Arbeiten aufgrund der oben beschriebenen Problematik nicht fortgesetzt bzw. abgeschlossen werden.“

Besser sieht es in den beiden anderen Objekten aus: In der Friesenstraße 31 konnte die Sanierung aller Bäder bereits abgeschlossen werden. Die Arbeiten an den Bädern im Haus 33 sollen planmäßig in wenigen Tagen beendet werden.

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