- VonStefan Gehreschließen
Duschcontainer statt Bad: So heißt es aktuell für mehrere LEG-Mieter an der Friesenstraße. Grund ist der Austausch alter Leitungen, die in der Vergangenheit immer wieder für Rohrbrüche gesorgt hatten.
Westenheide – Altersbedingt war es in der Vergangenheit in den LEG-Wohnungen an der Friesenstraße 31, 33 und 35 vereinzelt zu Rohrbrüchen gekommen. Doch damit ist jetzt Schluss: Rund 2,2 Millionen Euro lässt sich die LEG die Sanierung der drei Häuser kosten – mit Konsequenzen für einzelne Mieter. Die Maßnahme läuft seit Ende 2023. „Gemäß Bauzeitenplan soll die Maßnahme Mitte September beendet sein“, so LEG-Sprecher Mischa Lenz.
Aktuell wird die Hausnummer 35 saniert. Danach folgt die 33 und schließlich die 31. Alle Gebäude wurden nach LEG-Angaben 1971 erbaut. „Der Grund für die Maßnahme sind die porösen beziehungsweise alten Leitungen, die wir im Sinne unserer Mieter und ihres Wohnkomforts austauschen, da es in der jüngeren Vergangenheit immer wieder zu einzelnen Rohrbrüchen gekommen ist“, so Lenz.
Insgesamt seien 58 Wohnungen betroffen. Über die genaue Zahl der dort wohnenden Mieter könne nur spekuliert werden, da es „Abweichungen zwischen den im Mietvertrag stehenden und den tatsächlich dort wohnhaften Personen“ gebe.
Nach Angaben des LEG-Sprechers werden die alten Versorgungsleitungen wie Trinkwasser und Abwasser strangweise zunächst zurückgebaut. Dann werde ein neues Modul, das bereits alle neuen Leitungen wie Trinkwasser, Abwasser und Sanitärentlüftung beinhaltet, vorgefertigt an die Baustelle geliefert und in einem modularen Verfahren aufeinander aufgebaut und untereinander verbunden. „Ebenso werden die alten Versorgungsleitungen gemäß den technischen Erfordernissen im Keller erneuert und an das neue System angeschlossen.“
Überprüfung auf Schadstoffe
Die LEG kann nicht ausschließen, dass zwischendurch Mieter für längere Zeit ihre Wohnungen verlassen müssen. Denn: Im Vorfeld der Sanierung müssen alle Bäder auf Schadstoffe überprüft werden. Dies ist ein Standardprozess und zwingend notwendig, um zu wissen, ob gegebenenfalls Gefahrenstoffe vorhanden sind, was bei Gebäuden aus dieser Zeit nicht ausgeschlossen werden kann. Lenz: „Sollte dies der Fall sein, müssen die Mieter für die Zeit der Schadstoffsanierung ausquartiert werden. Hierfür bietet die LEG den Betroffenen Ersatzwohnungen oder Hotelunterkünfte auf Kosten des Unternehmens an.“
Ansonsten läuft die Sanierung im bewohnten Zustand der Wohnungen, was allerdings einige Herausforderungen mit sich bringt. Wie Lenz bestätigte, brächte nicht jeder der Bewohner uneingeschränkte Akzeptanz für diese notwendige Maßnahme mit, zumal sie während der Maßnahme kein Wasser in den Bädern haben.
„Hierfür haben wir selbstverständlich Abhilfe geschaffen, sodass jeder betroffene Mieter für die Zeit der Arbeiten einen vollausgestatteten Dusch/WC-Container zur Verfügung gestellt bekommt. Dieser bietet alle Annehmlichkeiten eines Standard-Bades – natürlich sind diese auch beheizt.“ Ebenso gebe es die Möglichkeit, sich zusätzlich Camping-WCs im LEG-Baustellenbüro zu holen, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein. „Wir kümmern uns um die fachgerechte Entsorgung.“
Noch etwas gedulden müssen sich die Bewohner der Hausnummer 31, wo ebenfalls eine Sanierung ansteht und wo es zuletzt Beschwerden wegen Schimmelbildung gegeben hatte. Mindestens eine Mieterin hat daraufhin ihre Kündigung ausgesprochen. Ein grundsätzliches Schimmelproblem ist der LEG nicht bekannt. „Vereinzelte Schimmelfälle können jedoch immer auftreten, die Ursachen sind individuell und hängen meistens vom jeweiligen Nutzerverhalten ab“, sagt Lenz mit Blick auf das richtige Heizen und Lüften der Wohnungen.
Übrigens: Eine Erhöhung der Mieten im Anschluss an die Sanierungsmaßnahme ist laut LEG aktuell nicht vorgesehen.
Auch an anderen Stellen in Hamm gab es zuletzt Probleme in LEG-Wohnungen. Die waren allerdings tierischer Art..