St.-Josef-Krankenhaus

Letzter Akt in „St. Jupp“: Umzugsteam hat die Regie übernommen

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Die Mitarbeiter der Umzugsfirma haben das Regiment im St.-Josef-Krankenhaus übernommen.
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Es rumpelt und rattert auf den Fluren des St.-Josef-Krankenhauses: Die Umzugsteams der Hammer Firma Von der Beck haben am Montag die Regie übernommen und räumen bis einschließlich Donnerstag sämtliche Reste in die Lkw, um sie in die St.-Barbara-Klinik nach Heessen zu bringen.

Bockum-Hövel - Die Kartons und Rollcontainer hatten Mitarbeiter bereits in den vergangenen Tagen soweit gepackt, wie es die Versorgung der verblieben Patienten zuließ. Am Montag nun fand zuerst der Umzug der Onkologischen Ambulanz statt. Am Dienstag folgt mit der Onkologie die letzte verbliebene Station in „St. Jupp“. Dort werden die mittlerweile nur noch zwölf verbliebenen Patienten ihr Frühstück einnehmen und dann mit Rettungswagen der Feuerwehr und Krankentransportunternehmen nach Heessen gebracht, wo schon alles für die Aufnahme vorbereitet ist.

Los ging es für die 21 Von-der-Beck-Mitarbeiter am Montag um 7 Uhr erst einmal mit dem Coronatest – eine Prozedur, die am Anfang eines jeden Einsatztages steht. Anschließend wurde damit begonnen technische und medizinische Geräte, die hygienisch verpackten Medikamente und auch reichlich Stühle, Tische sowie Büromaterial in die Lkw – zwei mit 7,5 Tonnen und einen mit 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht – zu verladen.

Umzugsteams je zur Hälfte in Bockum-Hövel und Heessen

Mit der ersten Fahrt nach Heessen blieb die Hälfte des Umzugsteams dort, um die Gerätschaften sofort dorthin zu bringen, wo sie dauerhaft bleiben. Dafür hatten die Krankenhaus-Mitarbeiter an jedes einzelne Objekte Aufkleber mit Anweisungen geklebt. „Ich bin jetzt seit 30 Jahren im Geschäft. Aber dies ist das ist das erste komplette Krankenhaus, das wir umziehen“, sagte Christian Frye, Geschäftsführer der Von-der-Beck-Umzüge. Allerdings haben er und sein Team durchaus Erfahrung mit ungewöhnlichen Aufträgen: 1999 habe seine Firma die Bundestagsdruckerei von Bonn nach Berlin gebracht.

Christiane Falk hat 22 Jahre im Empfang des St.-Josef-Krankenhauses gearbeitet, jetzt schaut sie auf die Reste des Umzugs. Die Bockum-Hövelerin hat gern dort gearbeitet, wechselt aber nun notgedrungen mit nach Heessen.

Dass auch dieser „letzte Akt“ für das St.-Josef-Krankenhaus reibungslos verlaufen wird, steht für Frye und Pflegedienstleiterin Silke Strauch fest. Schließlich hat Strauch mit einem Team des Krankenhauses und der Umzugsfirma alles detailgenau seit dem Sommer geplant. „Da haben wir eine ordentliche Excel-Tapete erarbeitet, das war schon eine komplette Inventarisierung“, sagt Frye.

Arbeiten „Hand in Hand“

Dass Mitarbeiter von Krankenhaus und Umzugsunternehmen jetzt entsprechend „Hand in Hand“ arbeiten, freut Strauch: „Kaum habe ich gesagt, dass noch etwas abgebaut werden muss und ich drehe mich dann um, ist es auch schon weg.“ Was in der alten Klinik bleiben wird, sind die Armaturen und Versorgungsanschlüsse an den Wänden: Die sind laut Strauch ohnehin veraltet, in der Barbaraklink sind die neuen schon verbaut.

Die Kapelle im St.-Josef-Krankenhaus ist nach Auskunft von Pressesprecherin Alexandra Janiel bereits am 5. Dezember entwidmet worden – mit einer Eucharistiefeier, geleitet durch den Generalvikar des Bistums Münster, Dr. Klaus Winterkamp. Die Reliquien wurden entfernt und das Allerheiligste in die St.-Barbara-Klinik gebracht. Einige Gegenstände wie Weihwasserspender und Messgewänder werden in der Kapelle der St.-Barbara-Klinik weiterverwendet. 

In der entwidmeten Kapelle wurde die Reliquie aus dem Altar entfernt.

Die Figur des Heiligen Josef wird im künftigen Medizinischen Versorgungszentrum aufgestellt. Eine Reliquie der Heiligen Catharina von Genua wurde der Stifterfamilie zurückgegeben. Die Orgel wird fachmännisch abgebaut in geht in eine Pfarrkirche in Münster. Andere Objekte wie Tabernakel (Schrein, in dem die Hostien aufbewahrt werden), Ambo (erhöhter Ort für die Verkündung des Wortes Gottes), Lesepult, Sedilien (Sitze im Altarraum), Heiligenfiguren und diverse andere Gegenstände wurden bereits von der Abteilung Kunstpflege des Bistums Münster in Bockum-Hövel abgeholt und werden in anderen Kirchen und Kapellen des Bistums weiter Verwendung finden.

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