VonEva Burghardtschließen
Seit mehr als hundert Jahren sind im Botanischen Garten in Wuppertal exotische und bedrohte Pflanzen zu sehen. Mittendrin steht ein besonderer Turm.
Wuppertal – Der prunkvolle Turm spiegelt sich im Wasser. Seerosenblätter schwimmen auf dem Teich. Rundherum stehen Bäume und ein altes Herrenhaus mit schwungvollen Umrissen. Der Botanische Garten in Wuppertal (NRW) ist mehr als hundert Jahre alt und ein beliebtes Ausflugsziel. Er hat das ganze Jahr geöffnet, der Eintritt ist kostenlos.
Botanischer Garten in Wuppertal ist mehr als hundert Jahre alt
„Wir stehen in der Pflicht, die Natur in ihrer ganzen Vielfalt für unsere Kinder treuhänderisch zu verwalten“, schreibt der Botanische Garten in Wuppertal auf seiner Website. „Um der Nachwelt vom Pflanzeninventar unseres Planeten so viel wie möglich zu bewahren.“
Seit mehr als hundert Jahren wird der Botanische Garten an der Grünfläche Hardt in Wuppertal genutzt, um Jung und Alt die Vielfalt von Natur und Pflanzen näherzubringen. Als beschlossen wurde, einen botanischen Garten zu errichten, war Wuppertal noch keine eigenständige Stadt. 1890 beschloss man im damals noch selbstständigen Elberfeld einen botanischen Schulgarten anzulegen.
Prunkvoller Elisenturm steht im Mittelpunkt des Botanischen Gartens
Als Gelände sollte dafür der 1820 gegründete Landsitz auf der Fläche des heutigen Rosengartens in Wuppertal dienen. Dort stand ein großräumiges Landhaus mit Orangerie, also einem Gewächshaus für exotische Gewächse, ein Wohn- und Betriebsgelände und schließlich der Elisenturm.
Der Botanische Garten in Wuppertal
► Größe: 2,5 Hektar
► Entstehungszeit: 1890er-Jahre
► Nutzen: Zunächst vor allem für den Biologieunterricht an Schulen; heute für die Öffentlichkeit
► Pflanzenarten: 4.000 (davon 400 Gefährdete)
► Außenbereich: Heilpflanzen- und Gewürzgarten, Koniferenbereich, Buchenwaldvegetation, Alpinum, Krokuswiese, Moorbeet, Steppengarten, Warmwasserteich, Kaltwasserteich
► Innenbereich: Vier Themenbereichshäuser (Kakteen, Sukkulenten, Zwiebel- und Knollengewächse)
(Quelle: Botanischer Garten Wuppertal)
Der prunkvolle Turm wurde 1838 gebaut. Er ist 21,40 Meter hoch und bildet den optischen Mittelpunkt des heutigen Botanischen Gartens. Den Namen erhielt der Elisenturm in Anlehnung an die Gemahlin von Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, die ebenfalls Elise hieß. Heute steht der Turm unter Denkmalschutz und wird unter anderem für Trauungen genutzt.
Botanischer Garten wurde vor allem für den Biologieunterricht genutzt
Zu Beginn, in den 1890ern, lieferte der botanische Schulgarten die Pflanzen und Pflanzenteile, die im Biologieunterricht an den umliegenden Schulen genutzt wurden. Wie der Botanische Garten mitteilt, lag darin das „Ausgangsmaterial, um das Verständnis für die Natur und die Pflanzenwelt bei den Schülerinnen und Schülern zu fördern.“ Mitten im Ruhrgebiet gibt es übrigens einen weiteren Botanischen Garten – er sieht aus wie in China.
Der botanische Schulgarten in Wuppertal kam so gut an, dass er zeitweise sogar auf einem größeren Gelände in den Süden der Stadt verlegt wurde. Als sich im Jahr 1929 die bis dahin selbstständigen Städte Elberfeld, Barmen, Vohwinkel, Ronsdorf und Cronenberg zur Großstadt Wuppertal vereinigen, wird aus dem botanischen Schulgarten der Botanische Garten Wuppertal.
Frühlingsspaziergang im Botanischen Garten Wuppertal
Der Botanische Garten in Wuppertal bietet am 10. März (Sonntag) einen Frühlingsspaziergang an, der „von Geschichten und Gedichten“ begleitet werden soll. Dafür ist Margret Schenkel vom Förderverein des Botanischen Gartens mit dabei. Start des Rundgangs ist um 11 Uhr am Eingang des Gartens neben dem Elisenturm.
Rund 400 geschützte Pflanzenarten leben im Botanischen Garten in Wuppertal
Heute sind dort auf 2,5 Hektar Pflanzen aus aller Welt zu sehen. Das Areal liegt eingebettet in die zentrale Parkanlage Hardt, einem beliebten Ausflugsziel im Bergischen Land. Nach Informationen des Botanischen Gartens war die abwechslungsreiche Hügellage „ideale Voraussetzung zur Schaffung verschiedener Gartenräume, in denen ca. 4 000 Pflanzenarten ihren speziellen Ansprüchen gemäß kultiviert werden“.
Dabei werden in Wuppertal rund 400 geschützte Pflanzenarten kultiviert und vermehrt, darunter Arten der Alpenveilchen und Pfingstrosen. Es gebe nicht viele Städte in der Größe von Wuppertal (Anm. d. Red.: Rund 366.000 Einwohner), die einen Botanischen Garten besitzen, heißt es auf der Website. „Die Bewahrung und Förderung einer solchen Institution ist im Zeitalter fortschreitender Biotopzerstörung und der damit verbundenen Gefährdung oder gar Ausrottung von Arten eine äußerst wichtige Aufgabe.“
Botanischer Garten gilt als „geradezu märchenhaft“
Im Botanischen Garten Wuppertal gibt es mehrere Schaugewächshäuser. In der Außenanlage finden sich unter anderem ein Heilpflanzen- und Gewürzgarten, eine Krokuswiese, einen Steppengarten sowie ein Warmwasser- und Kaltwasserteich. Bei den Wasserflächen findet sich auch der berühmte Elisenturm und der größere Elisenplatz.
Botanischer Garten in Wuppertal
► Öffnungszeiten:
April bis September 7.30 bis 19 Uhr
Oktober und März 7.30 bis 18 Uhr
November bis Februar 7.30 bis 16.30 Uhr
(Samstags, sonntags und an Feiertagen: ab 9 Uhr geöffnet)
► Öffnungszeiten Schaugewächshäuser
April bis September 11 bis 18Uhr
Oktober und März 11 bis 16 Uhr
► Eintritt: frei
► Adresse: Botanischer Garten der Stadt Wuppertal, Elisenhöhe 1, 42107 Wuppertal
Auf Google bewerten viele Menschen den Botanischen Garten in Wuppertal als gut. Eine Person beschreibt ihn als „wunderschön, geradezu märchenhaft“. Andere loben das gastronomische Angebot vor Ort und die Sauberkeit der Anlage. Als wenige Wermutstropfen werden fehlenden Fahrradparkplätze und das Hundeverbot im Botanischen Garten genannt. (ebu)
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