VonEva Burghardtschließen
Der Botanische Garten in Bochum ist mehr als nur ein Garten. Er ist eine Reise durch die Zeit, der Sie zu den Ursprüngen der Natur führt.
Bochum – Wer den Botanischen Garten in Bochum betritt, begibt sich nicht nur auf eine Reise durch sämtliche Kontinente, sondern auch durch die Zeit. Da gibt es riesige Kakteen, exotische Früchte und einen Teich, der so aussieht, als stamme er aus einer anderen Zeit. Mit seinen mehr als 10.000 Pflanzen und der mehr als zehn Hektar großen Fläche ist der Botanische Garten der Ruhr-Universität Bochum (RUB) einer der größten in NRW und ganz Deutschland.
Wundersame Pflanzen im Botanischen Garten in Bochum
Tatsächlich hat ein Besuch in der kostenfrei zugänglichen Anlage etwas von einer Reise. Da sind die vier Schauhäuser, die die Pflanzenwelt der Tropen, der Wüsten und der Savannen dieser Welt zeigen. Im Tropenhaus erleben Besucher das feuchte Klima Amerikas, Afrikas und Asien. Dort wachsen wilde Feigenbäume, Mangroven, Palmen und Orchideen. Und natürlich der Ursprung des Glücks, wie sicher viele sagen würden: der Kakaobaum, die Grundlage für die Schokolade.
Der Botanische Garten der Ruhr-Universität Bochum (RUB)
► Der Botanische Garten der RUB liegt am Südost-Rand der Stadt, im Stadtteil Querenburg (Universitätsstraße 150, 44801 Bochum)
► Er ist das ganze Jahr über geöffnet, der Eintritt ist frei
► Im Botanischen Garten der RUB gibt es mehr als 10.000 Pflanzenarten auf einer Fläche von 13 Hektar
► Der Botanische Garten der RUB ist einer der größten Botanischen Gärten Deutschlands
► Dort gibt es vier Schauhäuser mit unterschiedlichen Klimazonen und den jeweiligen Pflanzen, einen großen Freilandbereich mit Urzeit-Teich und einen malerischen chinesischen Garten
(Quelle: Botanischer Garten RUB)
An das Tropenhaus angebunden sind das Wüstenhaus und zwei Savannenhäuser. Im Wüstenhaus können Interessierte meterhohe Kakteen bestaunen oder die „wohl ungewöhnlichste Pflanze der Welt“ betrachten, wie der Botanische Garten der RUB mitteilt. Dort wächst nämlich die Welwitschia mirabilis, die sonst nur in der Wüste Namibias vorkommt.
Diese eigenartige anmutende Pflanzen produziert in ihrem Leben nur zwei Laubblätter. Die können aber mehrere Meter lang werden. Durch die trockenen Landschaften Australiens und Südafrikas geht es in den beiden Wüstenhäusern des Botanischen Gartens der RUB, wo etwa Eukalyptusbäume und Paradiesvogelblumen wachsen.
Malerischer Teich zeigt Europas Landschaft vor mehr als 2 Millionen Jahren
Draußen, außerhalb der Schauhäuser, geht die Reise weiter – nach Europa, Asien und Amerika. Sämtliche „Pflanzengesellschaften“ von diesen Kontinenten sind da zu finden, berichtet der Botanische Garten der RUB. Mittendrin liegt einer „der wohl beeindruckendsten und schönsten Orte“ der Anlage, heißt es weiter.
Denn plötzlich ist da dieser Teich, dessen Oberfläche grün zu leuchtend scheint. Darüber führt ein Steg. Rundherum wachsen Bäume und Farne. „Tertiärteich“ nennt sich diese Anlage. Die soll nämlich zeigen, wie die Vegetation in Europa während des sogenannten Tertiärs ausgesehen hat, also vor 70 bis 2 Millionen Jahren.
Damals lag die Jahresdurchschnittstemperatur in Mitteleuropa bei etwa 22 Grad Celsius. Zum Vergleich: Heute sind es in Bochum durchschnittlich 10,6 Grad. Im Tertiär wuchsen hierzulande also noch Sumpfzypressen, Mammutbäume und Magnolien, die es heute nur noch in Nord-Amerika und Ost-Asien gibt. Der Tertiärteich im Botanischen Garten soll einen Blick in diese Zeit möglich machen. Einen besonderen Garten gibt es übrigens auch in Hattingen im Ruhrgebiet, er war einer der ersten seiner Art.
Chinesischer Garten gilt als besonders authentisch
Und dann wäre da noch der Chinesische Garten, „eine ganz besondere Attraktion“, wie der Botanische Garten der RUB schreibt. Demnach ist das „wunderschöne Kleinod“ weit über Bochum hinaus bekannt. Der Garten wurde im Jahr 1990 auf einer Fläche von 1000 Quadratmetern eingerichtet. Er ist ein Partnerschaftsgeschenk der Tongji-Universität im chinesischen Shanghai.
Der Garten heißt „Qian Yuan“, was soviel wie „Qians Garten“ bedeutet, eine Anspielung auf den berühmten chinesischen Dichter Tao Qian. Der chinesische Garten ist ein sogenannter Gelehrtengarten, wo es für die Besucherinnen und Besucher einiges zu entdecken gibt. In Gelsenkirchen gibt es übrigens einen Zen-Garten, der für die Öffentlichkeit zugänglich ist.
Gleich mehrere Wandelgänge führen durch die Landschaft mit Felsanordnungen und Pavillons. Mittendrin liegt ein malerischer Teich. Wie der Botanische Garten der RUB berichtet, stehen die Natur und die Architektur in dem Garten „in einem harmonischen Zusammenspiel von Ruhe und Umgebung.“
Kleinere Gärten dieser Art „mit ihren poetisch-malerischen Szenen“ wirken demnach so, „als gäbe es keinen anderen Baumeister als die Natur selbst.“ Dieser Stil wird in China bereits seit Jahrhunderten von Gelehrten, Künstlern und hohen Beamten kultiviert, heißt es vom Botanischen Garten der RUB. Demnach ist der chinesische Garten dort einer der „authentischsten chinesischen Gärten außerhalb Asiens.“ (ebu)
Rubriklistenbild: © Rupert Oberhäuser/imago




