Dauerregen in NRW

Hochwasser in Lippstadt: „Große Gefahr“ durch steigendes Grundwasser

+
Feuerwehrleute installierten auf einer Länge von 750 Metern ein spezielles Hochwasser-Schutzsystem.
  • schließen

Die Hochwasser-Lage in Lippstadt ist angespannt. Durch steigendes Grundwasser herrscht seit Montagabend in der Innenstadt „große Gefahr“.

Update vom Montag, 25. Dezember, 23.10 Uhr: Nachdem Cappel mit tagelanger Arbeit geschützt wurde, trifft es nun die Innenstadt und den Westen von Lippstadt. Dort läuft das Wasser seit etwa 21 Uhr gehäuft in einen Keller nach dem anderen. Zum Teil sorgt das für Stromausfälle in einzelnen Haushalten. Wegen der dynamischen Lage wurde am Abend um 23.09 Uhr eine Bevölkerungswarnung veröffentlicht. „In Lippstadt besteht eine große Gefahr durch steigendes Grundwasser aufgrund der Überflutung der Lippe. Im Innenstadt- und Westbereich von Lippstadt werden zunehmend Keller betroffen. Dadurch steigt das Wasser in den Gebäuden“, heißt es in der Warnung.

Anwohner sollen persönliche Wertgegenstände in höher liegende Gebäudeteile bringen. Strom und Heizungen sollten in gefährdeten Bereichen abgeschaltet werden. „Eine Stromschlaggefahr besteht bereits bei Kondenswasser! Loegt der Stromkasten im überfluteten Raum, betreten Sie diesen nicht, sondern informieren Sie die Feuerwehr über den Notruf 112“, betont die Feuerwehr. Bei Überschwemmungsgefahr sollten Keller oder Tiefgaragen nicht betreten werden.

Weiter heißt es: „Halten Sie Abstand zu beschädigten Gebäuden und Stromleitungen. Folgen Sie den Anweisungen der Einsatzkräfte. Informieren Sie Ihre Nachbarn. Achten Sie auf Durchsagen von Polizei und Feuerwehr .Begeben Sie sich in höher liegende Gebäudeteile. Bei steigenden Pegeln im Keller kann es zu Stromausfällen kommen. Begeben Sie sich auf keinen Fall dorthin und schalten den Strom wieder ein.“

Hochwasser-Gefahr in Lippstadt: 750-Meter-Schutzwand errichtet

[Erstmeldung] Lippstadt - Kurz vor Weihnachten zeigt sich das Wetter besonders stürmisch und nass in Nordrhein-Westfalen. Der Deutsche Wetterdienst warnte vor Unwetter und Hochwasser. Viele Fluss-Pegel liegen bereits über dem markanten Wert. In Lippstadt-Cappel, im Kreis Soest, warnten die Behörden seit Freitagmittag, 22. Dezember, vor einer Überflutung. Der Fluss Glenne könnte überlaufen.

Die Behörden warnten auch über die Warnapp NINA die Bevölkerung. „Eine Überflutung oder ein Bruch der Glennedeiche kann derzeit nicht ausgeschlossen werden. Deshalb wird die Bevölkerung im Umfeld der Glenne, insbesondere im Ortsteil Cappel nördlich der Beckumerstraße aufgefordert, entsprechende Vorsorgemaßnahmen zu treffen“, heißt es.

Hochwasser-Gefahr in Lippstadt: 750 Meter Schutzwand errichtet

Aufgrund der Hochwasserlage wurde im Ortsteil Cappel daher ein Schutzwall errichtet. Die 750 Meter lange Schutzwand aus Plastikplatten und mit Wasser gefüllten Tonnen soll bei einem möglichen Deichbruch helfen – unter anderem, damit Keller nicht volllaufen. Viele freiwillige Helfer unterstützten am Freitag beim Aufstellen der Schutzwand.

Auch Sandsäcke wurden gefüllt, um zu verhindern, dass das Wasser in die Wohngebiete eindringt. Viele Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Malteser, die teilweise von weit her angereist sind, waren vor Ort um schnelle Hilfe zu leisten. Das Angebot der Sandsäcke wurde sehr gut angenommen, betonte das Ordnungsamt Lippstadt. Bereits über 50 Tonnen Sand wurden am Freitag säckeweise abgeholt.

Bereits über 50 Tonnen Sand wurden inzwischen abgeholt und in Säcke gefüllt.

Dauerregen in NRW – Anweisungen für Anwohner

Anwohner sollen daher Vorkehrungen treffen. Das Betreten von Kellern und Tiefgaragen sollte vermieden werden. Abflüsse und Schächte sollten freigehalten werden, damit das Wasser abfließen kann. Auch überflutete Straßen sollten nicht befahren werden.

Für große Teile Westfalens und des Bergischen Landes warnt der Deutsche Wetterdienst weiterhin vor Dauerregen. Bis einschließlich Heiligabend erwarten die Meteorologen in vielen Regionen NRWs anhaltenden Niederschlag.

Kommentare