VonThomas Machatzkeschließen
Bei der Gründungsversammlung des neuen SPD-Ortsvereins hat Sebastian Wagemeyer seine erneute Kandidatur fürs Bürgermeisteramt in Lüdenscheid bei den Kommunalwahlen 2025 angekündigt und damit Spekulationen über Landtags- oder Bundestagsambitionen eine klare Absage erteilt.
Lüdenscheid – Der 20. Januar 2024 wird für die Sozialdemokratie in Lüdenscheid immer ein historischer Tag bleiben: Der Tag, an dem aus den bisherigen vier Ortsvereinen unter dem Dach des SPD-Stadtverbandes ein einziger Ortsverein für ganz Lüdenscheid wurde. Rund 100 SPD-Mitglieder nahmen an der Gründungsversammlung im Kulturhaus teil – es war der ideale Rahmen, in dem sich Bürgermeister Sebastian Wagemeyer erklärte: Wagemeyer will auch nach 2025 Bürgermeister der Stadt bleiben.
„Wenn die SPD das möchte, dann stehe ich 2025 für eine neuerliche Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters in dieser schönen Stadt zur Verfügung“, stellte Wagemeyer am Ende einer leidenschaftlichen Rede vor diesem Auditorium fest, „und dann möchte ich Bürgermeister werden mit der SPD als stärkster Fraktion im Stadtrat.“ Die Versammlung quittierte diese Ankündigung mit langem Applaus.
Wagemeyer bekennt sich zu Lüdenscheid: Neuerliche Kandidatur fürs Bürgermeisteramt
Die Rede zuvor hatte Wagemeyer in Teilen bereits als Eröffnung des Wahlkampfes genutzt. Neben einem kurzen Rückblick („Die letzten drei Jahre waren kräftezehrend, sind an der Substanz gegangen, auch für meine Familie.“) und jenen Teilen seiner Rede, die sich gerade mit Blick auf Entwicklungen in der Stadt, aber auch das Thema der Verteidigung der Demokratie gegen Kräfte von rechts an der Rede vom Neujahrsempfang vor einer Woche orientierten, ging Wagemeyer gegen die CDU direkt in die Offensive.
„Wir brauchen Mut, Zuversicht und Positivismus, müssen endlich aufhören, die Stadt systematisch und permanent schlecht zu reden, denn sie ist es nicht“, stellte Wagemeyer fest, „wir können, wollen und dürfen diese Stadt nicht unserem politischen Mitbewerber überlassen.“ Wagemeyer kritisierte ganz konkret Punkte aus dem Zukunftsprogramm der CDU für die Stadt, brach eine Lanze für die Kita an der Bahnhofsallee und für den gewählten Tumo-Standort („Für diesen Standort haben auch die CDU-Mitglieder im Aufsichtsrat mit gekämpft.“), zeigte sich zudem irritiert von den wechselnden CDU-Aussagen zur Fachhochschule. „Ich habe darüber mit dem Rektor gesprochen. Das ist alles blanke Lüge“, hob Wagemeyer auf die Umzugsideen in Richtung Innenstadt ab.
Den politischen Gegner machte er dabei klar aus: Ralf Schwarzkopf. „Macht er das als Landtagsabgeordneter? Macht er es als Ratsherr, als Stadtverbandschef oder als Unternehmen?“, stellte Wagemeyer süffisant fest, „mich befremdet das alles, so gewinnt man die Zukunft der Stadt nicht.“
Die, so Wagemeyer, sei indes mit der SPD zu gewinnen. „Anders als unserem Mitbewerber geht es uns in der SPD nicht nur um die Macht, sondern immer darum, die Stadt für die vielen Menschen in der Stadt immer ein Stückchen besser zu machen“, stellte Wagemeyer fest, „ich in Zeiten, in denen das Geld knapp ist, wollen wir das Mut, Zuversicht und Kreativität schaffen. Ich will hier und heute ein positives Plädoyer für unser Zuhause geben, unser Zuhause ist nicht einfach ein Ort, es ist ein Gefühl.“
Wagemeyer griff auch offensiv die Spekulationen auf, er könne eine Veränderung für sich in Richtung Landtag oder Bundestag anstreben. „Ich habe auch nicht einen einzigen Gedanken an Düsseldorf oder Berlin verschwendet“, rief er den Mitgliedern zu, „das hier ist meine Stadt, und hier möchte ich weiter tätig sein.“
