Familienunternehmen

„Made by Vielfalt“: Drei große MK-Unternehmen machen bei besonderer Fachkräfte-Kampagne mit

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Der Lüdenscheider Automobilzulieferer Kostal ist Teil der Initiative deutscher Familienunternehmen und beteiligt sich in diesem Zuge zusammen mit 39 weiteren Unternehmen an der Initiative „Made by Vielfalt“. CORNELIUS POPOVICI (ARCHIV)
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Drei Firmen aus dem Märkischen Kreis beteiligen sich an einer Kampagne rund um Vielfalt und Toleranz. Dabei verfolgen sie ein größeres Ziel.

Lüdenscheid – Deutschland ist für seine hochwertigen Produkte bekannt, die unter dem Label „Made in Germany“ weltweit geschätzt werden. Nun setzen mehr als 40 bekannte Unternehmen, darunter auch zwei aus dem Märkischen Kreis, mit der Initiative „Made by Vielfalt“ ein neues Zeichen: Vielfalt, Toleranz und Respekt sollen als Grundpfeiler für den wirtschaftlichen Erfolg und gesellschaftlichen Zusammenhalt innerhalb der Firmen, die sich alle als Familienunternehmen bezeichnen, dienen.

„Made by Vielfalt“: Zwei große MK-Unternehmen machen bei besonderer Fachkräfte-Kampagne mit

Angesichts des drohenden Fachkräftemangels setzen viele Firmen zunehmend auf qualifizierte Zuwanderer. Die Initiative möchte verdeutlichen, dass es nicht möglich sei, „unser Wohlstandsniveau zu halten, wenn wir Fachkräften nicht zeigen, dass sie willkommen sind“.

Zu den teilnehmenden Unternehmen gehören beispielsweise die Drogeriemarktkette Rossmann und der Thermomix- und Staubsauger-Produzent Vorwerk. Aus Lüdenscheid ist Automobilzulieferer Kostal dabei, aus Meinerzhagen das Automobil- und Luftfahrtechnik-Unternehmen Otto Fuchs und aus Iserlohn die Firma Kirchhoff. Gemeinsam möchten alle 40 ein Zeichen für mehr Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit setzen. Die Initiative „Made by Vielfalt“ solle zudem verdeutlichen, dass Unternehmen auf die Vielfalt ihrer Mitarbeiter angewiesen seien, heißt es auf einer Internetseite, die extra für die Kampagne ins Leben gerufen wurde. Besonders die „Innovationskraft“, also die Fähigkeit, Neues zu entwickeln, hänge maßgeblich von den vielfältigen Erfahrungen und Perspektiven der Mitarbeiter ab.

Georg Exler, Pressesprecher von Kostal, erklärt auf Nachfrage: „Wir brauchen Fachkräfte aus aller Welt, um global wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben.“ Kostal hat bereits 2019 an der Initiative teilgenommen und sei überzeugt, dass „Toleranz, Weltoffenheit und Respekt vor unterschiedlichen Kulturen“ unverzichtbar seien. „Made in Germany“ ohne Vielfalt sei undenkbar, betont Exler. Daher habe Kostal bereits 1973 einen Standort in Mexiko eröffnet. Das Unternehmen erhoffe sich von der Teilnahme an der Aktion keinen unmittelbaren wirtschaftlichen Vorteil. „Es geht darum, deutlich zu machen, welche gesellschaftlichen Nachteile und Gefahren Fremdenfeindlichkeit mit sich bringen“, so der Pressesprecher.

Dr. Timm Mittelsten Scheid, Gründer der Initiative und Gesellschafter von Vorwerk, erläutert auf der Website: „Wir wollen Unternehmen dazu ermutigen, den Dialog über die Bedeutung von Demokratie und Vielfalt zu suchen und ihre Mitarbeitenden für gesellschaftliches Engagement zu sensibilisieren.“ Er betont auch die Wichtigkeit eines kritischen Blicks auf die politische Lage, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehenden Landtagswahlen in den drei Ost-Bundesländern Sachsen, Thüringen und Brandenburg.

Die Initiative deutscher Familienunternehmen ruft auf der Website der Kampagne weitere Unternehmen dazu auf, sich anzuschließen: „Vielfalt ist unsere Stärke – setzen auch Sie sich für Vielfalt ein!“

Ein weiteres Familienunternehmen, das kürzlich für Schlagzeilen sorgte, ist die Firma „Strack Norma“. Das Familienunternehmen Strack Norma verkaufte eine Sparte an ein ostdeutsches Unternehmen.

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