Kein Ersatz für Fischer-Halle

Mehr Flüchtlinge ins Ex-Glunzdorf: Stadt Hamm plant Erweiterung

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Rund 2 000 Flüchtlinge werden derzeit allein von der Stadt in Hamm beherbergt. Es werden absehbar noch mehr werden, wobei längst nicht jeder eine Bleibeperspektive haben wird. Jetzt rückt das frühere Glunzdorf wieder in den Fokus.

Hamm – Die Kapazitäten auf dem freien Wohnungsmarkt in Hamm sind längst erschöpft und werden auch mittelfristig nicht wieder größer werden. Weil das alles so ist, plant die Stadt für erwartbare Ankunft weiterer Flüchtlinge nun eine Erweiterung im Ahsepark (Ex-Glunzdorf) am Caldenhofer Weg.

Für 2,5 Millionen Euro soll dort ein zweigeschossiger Neubau in Modulbauweise entstehen. Das Geld kommt kommt komplett vom Land. 50 bis 80 Personen sollen in dem Erweiterungsbau, der am östlichen Ende der Anlage (hin zum Hohefeldweg) errichtet werden soll, unterkommen können.

Wie Stadtsprecher Tom Herberg gegenüber dem WA erläuterte, ist dieser Erweiterungsbau nicht als Ersatz für die Alfred-Fischer-Halle vorgesehen. Hamms größte Veranstaltungshalle wurde im Zuge des Ukraine-Krieges als Zufluchtsort für bis zu 450 Ukraine-Flüchtlinge hergerichtet. Heute sind kaum noch Ukrainer in der Heessener Stätte untergebracht. Die meisten Flüchtlinge dort stammen aus dem Mittleren Osten. In der Regel sind es etwa 100 Menschen. „Wir gehen davon aus, dass wir die Fischer-Halle auch mittelfristig noch benötigen werden“, sagt Herberg.

Flüchtlinge im Ex-Glunzdorf: keine verbindlichen Zahlen

Der Neubau im Ahsepark soll im Sommer 2024 angegangen werden. Verbindliche Aussagen zu den Baukosten und -zeiten können laut Stadtverwaltung wegen der Krisen-, Lieferzeit- und Rohstoffpreisentwicklung nicht getroffen werden. Sind alle Baumaterialien vorhanden, dauere es etwa vier Monate, eine derartige Anlage inklusive Fundament auf- und abzubauen, sagt Stadtsprecher Tom Herberg. Falls die Anlage im Ahsepark nicht mehr benötigt werde, könne sie auch an anderer Stelle in der Stadt verwendet werden.

Blick auf den Ahsepark: In Richtung Hohefeldweg (unterer Bildrand) soll der Erweiterungsbau entstehen.

Geplant ist die Anlage in der Weise, dass in der Regel Wohngruppen in ihr untergebracht werden. Es soll Wohn-/Schlafräume mit Betten, Schränken und Arbeitsflächen geben. Pro Wohngruppe soll es Gemeinschaftsbereiche mit Küche und Essbereich geben, in denen den Flüchtlingen Gelegenheit gegeben wird, miteinander in Kontakt zu treten.

Flüchtlinge im Ex-Glunzdorf: hochwertige Wohncontainer

Die Stadt verspricht sich von dem Projekt, in „kürzester Zeit qualitativ hochwertigen Wohnraum bereitzustellen und gleichzeitig hohe Standards in Bezug auf Nachhaltigkeit und Funktionalität zu erfüllen“. So heißt es in der Beschlussvorlage, über die Rat in seiner Sitzung am 26. September befinden soll.

Wie Stadtsprecher Tom Herberg mitteilt, handele es sich nicht um „sehr hochwertige, aber gute und qualitätsvolle Wohncontainer“. Je nach Hersteller, würden die in einen Stahlrahmen eingefassten Module eine Fassade aus Holz oder Putz erhalten. Auch ein Dach (inklusive Solarmodulen) sei für das Objekt geplant. Die Einheiten sollen zudem nach dem Gebäudeenergiegesetz isoliert werden.

Drei Gebäude werden im Ahsepark bereits als Flüchtlingsunterkunft genutzt. (Archivbild)

Drei Gebäude werden im Ahsepark bereits als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Im Glunzdorf wurde im Sommer 2020 zudem die Kita „Ahsestrolche“ eröffnet.

Aktuelle Flüchtlingszahlen aus Hamm

Rund 1600 Menschen sind aus der Ukraine nach Hamm geflüchtet und halten sich derzeit hier auf. Ferner ist die Stadt Hamm für die Unterbringung von aktuell 412 weiteren Flüchtlingen zuständig. Es handelt sich dabei um geduldete oder anerkannte Asylbewerber. Seit Jahresbeginn wurden der Stadt 318 Asylbewerber zugewiesen beziehungsweise werden teils noch bis zum Monatsende in Hamm erwartet. Die meisten Flüchtlinge kommen (in dieser Reihenfolge) aus Syrien, Afghanistan und aus dem Irak. In der Alfred-Fischer-Halle waren am Donnerstag 103 Personen untergebracht. Ukrainer sind kaum mehr darunter. Hinzu kommen noch rund 700 Asylbewerber, die in der Landesunterkunft (ZUE) leben.

Rubriklistenbild: © Felix Kästle/dpa

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