Erfolg für Litfass-Chef Marc Haarmann aus Halver

„Mein Lokal, dein Lokal“: Gastronom aus Halver gewinnt TV-Show 

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Marc Haarmann hat die 17. Staffel von „Mein Lokal, Dein Lokal“ gewonnen. Er nahm mit seinem Restaurant Litfass an der Schulstraße in Halver an der TV-Sendung teil.
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Ein knapper Sieg und starke Konkurrenz. Litfass-Chef Marc Haarmann aus Halver hat die TV-Show „Mein Lokal, Dein Lokal“ gewonnen.

Halver - Aufregende Wochen liegen hinter Litfass-Chef Marc Haarmann. Am Freitag dann das große Finale: Mit seinem knappen Sieg bei der Kabel-Eins-Kochsendung „Mein Lokal, Dein Lokal“ konnte sich Haarmann für den Aufwand und die Dreharbeiten am Ende selbst belohnen. Die Entscheidung fiel am Freitag bei der Abschlussfolge im Haus Glörtal in Schalksmühle bei Gastgeber Jochen Bernsdorf. Mit 42 Punkten konnte der Halveraner Mar Haarmann gewinnen, dafür gab es 3000 Euro und den Siegerteller. Redakteur Thilo Kortmann sprach mit ihm über seine Teilnahme bei der TV-Show.

Wie fühlt sich der Sieg bei „Mein Lokal, Dein Lokal“ an?
Das ist ein unglaubliches Gefühl, weil ich damit ehrlich gesagt nicht gerechnet habe. Es war am Ende ein knapper Sieg mit 42 Punkten, da meine Mitbewerber ziemlich gute und erfahrene Gastronomen sind. Der Sieg ist natürlich das eine, aber mindestens genauso wichtig empfinde ich die Erfahrung an sich und den Austausch mit den anderen Gastronomen. Auch wenn das auf der Kamera vielleicht nicht immer so rüberkommt, waren wir eine sehr kollegiale Truppe, die einander wertgeschätzt hat und sehr gut miteinander ausgekommen ist. Noch heute stehen wir in Kontakt.
Haben sich die Strapazen der Dreharbeiten gelohnt?
Das war schon sehr belastend. Die Drehtage waren mit An- und Abreise zum Teil vierzehn Stunden lang und körperlich und psychisch sehr anstrengend. Man steht auch andauernd unter Adrenalin, weil man fast zwölf Stunden lang gefilmt wird, was man mir auch teilweise angesehen hat. Meine Ehefrau und Baby habe ich in der Woche der Dreharbeiten nur selten gesehen, und wenn, nur über Videotelefonie. Das war für mich tatsächlich die größte Belastung.
Sind Sie zufrieden mit den Bewertungen Ihrer Gerichte?
Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich ein sehr kritischer aber auch selbstkritischer Mensch bin, der alles perfekt machen will. Ich trage mein Herz auf der Zunge. Kritik ist mir wichtig, sowohl positiv als auch negativ. Nicht ohne Grund ist unser Motto hier im Litfass: Das Bessere ist der Feind des Guten. Kritik ist ja oftmals auch eine völlig subjektive Angelegenheit. Wenn das Aioli zu wenig Knoblauch enthält, ist das ein persönliches Empfinden. Dass das Salatdressing zu wässrig war, geht ganz klar auf unseren Hut, und auch, wenn wir die Chorizo extra ein wenig dunkler grillen, da diese viele Gewürze enthält, die sehr schnell anbräunen, war auch hier die Kritik vollkommen in Ordnung. Für mich hatte jede geäußerte Kritik in der Sendung seine Daseinsberechtigung, da diese das subjektive Empfinden der Teilnehmer in dem jeweiligen Moment war. Das Haar in der Suppe hat in der Runde niemand gesucht, auch wenn der Schnitt das manchmal suggeriert.
Was sagen Sie zu der Darstellung im Fernsehen? Erkennen Sie sich wieder?
Teils, teils. Es sind schon einige Aussagen aus dem Gesamtkontext genommen worden und Aussagen, auf die man sich bezogen hat, wurden rausgeschnitten. Die mich kennen, die wissen, dass ich gesprächig bin und auch lange und ausführlich reden kann. Manche Äußerungen aus dem Zusammenhang wirken da dann viel kritischer, als wenn man die gesamte Aussage betrachtet. Jeder, der mich kennt weiß, dass ich ein sehr ehrlicher Mensch bin. Ich sehe aber alles in einem Gesamtzusammenhang. Und das fehlt mir zum Teil. So ist das Ergebnis zum Teil reißerischer, als die Wirklichkeit gewesen ist. Wir als Gruppe waren sehr kollegial und haben entspannt miteinander geredet, im Fernsehen wirkt es dagegen mehr wie ein richtiger Wettkampf, den wir geführt hätten. Jedoch bin ich gar nicht der große Chefkritiker, wie es manchmal so rüberkommt, aber wenn man eine Frage gestellt bekommt, dann beantwortet man diese, auch wenn die dann im TV nicht zu hören ist und es wirkt, als ob man die Aussage von selbst getätigt hat. So funktioniert halt Fernsehen, niemand will eine Runde mit fünf händchenhaltenden Gastronomen sehen. Aber ich wusste, worauf ich mich einlasse.
Wie bewerten sie selber? Was sagen ihre Punktevergaben aus?
Eine 10 steht für mich für Sterneküche, eine 9 für eine außergewöhnliche Küche, eine 8 für eine sehr gute Küche, mit einer 7 beschreibe ich eine gute Küche, eine 6 steht für eine befriedigende Küche und ab der 5 beginnt für mich eine mangelhafte Küche. In der Sendung habe ich nicht weniger als eine 7 gegeben, weil einfach alles unterm Strich gut war. Es ging meistens immer nur um Nuancen.
Was sagen Sie zu Mike Süsser? Der hat das Litfass ja auch einen Tag lang besucht.
Mike war im Litfass anders, als das in der Sendung manchmal rüberkommt, aber durchweg sehr sympathisch. In der Greenbox bekam er teilweise nur Teile eines Satzes oder Kritikpunktes gezeigt und hat dementsprechend reagiert. Aber klar, durch die Schnittweise wird das Ganze dramatisiert und verschärft.
Würden Sie anderen Gastronomen eine Teilnahme bei „Mein Lokal, Dein Lokal“ empfehlen?
Im Großen und Ganzen: Ja! Die Reichweite so einer Fernsehsendung ist unheimlich groß. So etwas hat man sonst nicht. Also ist der Werbenutzen riesig. Auch im Internet, wo die Folgen ebenfalls zu sehen sind. Social Media kommt auch noch hinzu. Wie man dann dargestellt wird, muss man in Kauf nehmen, und man hat keinen Einfluss darauf.
Für den 1. Platz gibt es neben dem Siegerteller auch 3000 Euro. Was machen Sie mit dem Geld?
Ich war ja nicht alleine bei den Dreharbeiten im Litfass beteiligt. Ein riesiges Lob auch an mein Litfass-Team, das hervorragend mitgewirkt hat. Deshalb habe ich das Preisgeld auch zu gleichen Teilen verteilt.
Herr Haarmann, vielen Dank für das Gespräch.

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