- VonInge Schleiningschließen
Er ist 45 Meter hoch, an seinen Zweigen leuchten 48.000 Lichter und bei seinen Betrachtern löst er weihnachtliches Staunen aus – die Rede ist vom größten Weihnachtsbaum der Welt auf dem Weihnachtsmarkt in Dortmund.
Oberhundem/Dortmund – Einen solchen Prachtbaum findet man allerdings nicht in der freien Natur, er besteht aus etwa 1700 einzelnen Fichten, die an einem Gerüst zusammengefügt werden. Und diese Fichten stammen aus dem Sauerland, genauer gesagt aus dem Forstbetrieb Schulte-Brinker in Oberhundem.
Fichten aus dem Sauerland
Im Jahr 1996 erstrahlte der Dortmunder Weihnachtsbaum zum ersten Mal auf dem Hansaplatz – und auch da bereits mit Fichten vom Betrieb Schulte-Brinker. Seit mehreren Generationen baut der Familienbetrieb Weihnachtsbäume an. Wie genau es dazu gekommen ist, dass sie die Bäume für den größten Weihnachtsbaum liefern, weiß Stefan Schulte-Brinker nicht. Sein Vater ist bereits verstorben, aber: „Mein Vater hat schon sehr lange in Dortmund Weihnachtsbäume verkauft“, erklärt er und dadurch seien der Kontakt und der Auftrag zustande gekommen.
Für den Weihnachtsbaum werden etwa 1700 Rot-Fichten verwendet, alle zwischen 3,50 und 5 Metern hoch. „Sie schmiegen sich gut an das Gerüst an, sind leichter und kostengünstiger als normale Weihnachtsbäume“, sagt Schulte-Brinker. Sie brauchen etwa zehn Jahre, um so groß zu werden. Häufig würde er mit dem Vorwurf konfrontiert, ob es heute überhaupt noch zeitgemäß sei, so viele Bäume für einen einzigen Weihnachtsbaum zu verwenden. Aber bei den Rot-Fichten handele es sich nicht um typische Weihnachtsbäume, die in einer extra dafür angelegten Schonung wachsen. „Wir haben einen reinen Forstbetrieb und nehmen die Bäume aus unseren Fichtenbeständen“, erklärt Schulte-Brinker. Bei den sogenannten Läuterungsmaßnahmen wird jeder zweite oder dritte Baum herausgenommen, die Bäume werden vereinzelt – eine normale Aktion in der Forstwirtschaft.
Die Bäume liefert der Forstwirt dann in mehreren Lkw-Touren nach Dortmund. Hier werden sie von der Gerüstbaufirma mit Schellen am Stahlgerüst befestigt – von unten nach oben. Etwa vier Wochen dauert der Aufbau, der fertige Baum wird mit etwa 48.000 energiesparenden LED-Lichtern beleuchtet, dazu kommen noch 20 rote Kerzen, jede 2,50 Meter hoch. Auf der Spitze leuchtet ein vier Meter hoher und 200 Kilogramm schwerer Weihnachtsengel. Ab Donnerstag, 23. November, erstrahlt der Weihnachtsbaum in der Dortmunder Weihnachtsstadt auf dem Hansaplatz. Stefan Schulte-Brinker kann ihn dort ebenfalls bewundern. Er ist – wie schon sein Vater – mit einem Weihnachtsbaumstand auf dem Weihnachtsmarkt vertreten. Von seinem Stand aus hat er den Baum im Blick und freut sich über die Kommentare der Weihnachtsmarktbesucher.
Am 23. Dezember schließt die Weihnachtsstadt und der Rekord-Baum muss bis Silvester abgebaut sein – aus Angst vor Silvester-Raketen, die den Baum treffen könnten. Allerdings ist im Baum selbst auch eine Sprinkleranlage installiert. Die Bäume werden anschließend geschreddert – Stefan Schulte-Brinker werde oft gefragt, ob die Bäume dann an den Zoo geliefert werden, als Leckerbissen für beispielsweise die Elefanten, aber: „So viel können die gar nicht fressen“, lacht er.
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