Fast sicher

Mit einem Bein in Berlin: Fabian Griewel erbt Sitz von Marie-Agnes Strack-Zimmermann

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Fabian Griewel beim Wahlkampfauftritt von Marie-Agnes Strack-Zimmermann in Lippstadt. Er wird den Bundestagssitz der FDP-Spitzenkandidatin erben.
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Fabian Griewel wird aller Voraussicht nach Marie-Agnes Strack-Zimmermann im Bundestag beerben.

Soest – Einmal schon war es ganz knapp. Und ein weiteres Mal hätte er, mit viel Glück und viel Mathematik, bereits Platz nehmen können im Plenarsaal. Diesmal ist die Wahrscheinlichkeit, dass Fabian Griewel nach den Europawahlen am 9. Juni ein Bundestagsmandat erhält, hoch. Sehr hoch, sogar.

Denn: Der Vorsitzende des Kreisverbandes der FDP ist der nächste Nachrücker der Landesliste. Scheidet also ein Mitglied der liberalen Bundestagsfraktion, das seinen Wahlkreis in NRW hat, aus, erbt Griewel den Sitz. Und das wird ziemlich sicher der Fall sein. Die Spitzenkandidatin der FDP nämlich, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, darf wohl als gesetzt gelten für Brüssel.

2021 schrammte Griewel knapp an einem Sitz vorbei

Fabian Griewel, der bei der Bundestagswahl 2021 ganz knapp an einem Sitz vorbeischrammte – die Landesliste zog bis Platz 19, er war der 21. – und bei der Berliner Nachwahl im Februar auch nur eine theoretische Chance hatte nachzurücken, kann sich nun also auf sein Mandat vorbereiten. Sicher ist: Die Düsseldorferin Strack-Zimmermann kann ihr Bundestagsmandat nicht behalten, wenn sie ins Europaparlament einzieht. Die Wahrscheinlichkeit, dass es so kommen wird, gibt Fabian Griewel, recht bescheiden, mit 99 Prozent an. Die Liberalen benötigen dazu bei der Europawahl einen Stimmenanteil von nur 0,8 Prozent.

Konkret kann er sich auf das Szenario schon seit Januar vorbereiten. Da bestätigte der Europaparteitag in Berlin die Kandidatur der 66-jährigen Politikerin. Im März wurde sie auch zur Spitzenkandidatin der Europapartei „Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE) , der die FDP angehört, gewählt. Dass es unter diesen Voraussetzungen für die Spitzenpolitikerin nicht reichen könnte, erscheint utopisch.

Das sagt Griewel über die Berlin-Aussichten

„Ich bereite mich professionell darauf vor“, sagt Fabian Griewel. Dazu gehört ein enger Kontakt zu Mitgliedern seiner künftigen Fraktion, dazu gehören Gespräche über seine künftige Funktion. „Marie-Agnes Strack-Zimmermann ist die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses“, erinnert Griewel. Sie auch in dieser Funktion zu beerben, ist natürlich Quatsch. Ideen, wo er sich einbringen möchte hat der 27-Jährige, der schon seit zehn Jahren Mitglied der FDP ist, aber. „Ich möchte machen, was ich am besten kann“, sagt er, „und den Menschen und den heimischen Unternehmen mit meinem Einsatz für Wirtschaftswachstum, ideologiefreier Verkehrspolitik und Bürokratieabbau einen Mehrwert bieten“. Zur Vorbereitung gehört auch, dass er sich bereits nach Mitarbeitern umsieht. Wichtig, sagt er, sei ihm der enge Draht in die Heimat, zu jedem Bürger, nicht nur zu denen, die die FDP wählen.

Auch das Alter soll für sein Engagement keine besondere Rolle spielen. Dabei wird er einer der jüngsten Mitglieder der FDP-Fraktion und auch einer der jüngsten Bundestagsabgeordneten sein. Und: Bei der Bundestagswahl hatte Fabian Griewel 2021 besonders bei den Jungwählern gepunktet. Wie schon bisher wird der Politiker nach Berlin pendeln. Dort hat er bereits ein Zimmer. Seit zwei Jahren arbeitet er als Manager für den Springer-Konzern. Möglichst viel Zeit will er auch weiterhin in Soest verbringen. Um nah dran zu bleiben – an den Themen, die die Menschen hier bewegen. Und an den Freunden, der Familie. Und dem Fußball: Allzu viele Bundestagsabgeordnete, die sonntags als Schiedsrichter auf dem Fußballplatz stehen, gibt’s wohl kaum...

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