- VonJörn Funkeschließen
Möbel Boss ist geschlossen, und bei „Hammer“ gehen die Türen bald für immer zu. Bei einer Nachnutzung des Geländes will die Stadt ein Wörtchen mitreden.
Hamm – Was wird aus dem Möbel-Boss-Komplex an der Heessener Straße? Das Möbelhaus ist seit Ende Oktober geschlossen, der „Hammer“-Fachmarkt dahinter schließt Anfang Dezember für immer seine Türen. Die Stadt will nun über einen neuen Bebauungsplan sicherstellen, dass neue Nutzungen für das Gelände zur Nachbarschaft passen. Und das heißt aus ihrer Sicht vor allem: kein Einzelhandel, der bestehende Versorger gefährden könnte.
Planungsrechtlich ist an der Heessener Straße 148 aktuell nämlich noch einiges möglich, wie die Verwaltung in einer Vorlage für den Rat festhält: Der 1969 von der damaligen Stadt Heessen aufgestellte Bebauungsplan definiert das Gelände als Gewerbegebiet und lässt dabei Gewerbebetriebe aller Art, Lagerhäuser, Geschäftsbauten, Bürohäuser und Tankstellen zu.
Möglich ist dort aktuell auch sogenannter „nahversorgungs- und zentrumsrelevanten Einzelhandel“ – also Geschäfte für den täglichen Bedarf, von Lebensmitteln bis zu Bekleidung. Die gibt es in Heessen aber vor allem im Umfeld des Marktplatzes. Die bisherige Nutzung an der Heessener Straße hatte die Stadt immer als nicht zentrumsrelevant angesehen.
Mit einem neuen Bebauungsplan will die Stadt nun eine verträgliche Entwicklung für den Stadtteil und die Nachbarschaft sicherstellen. Ziele sind demnach der Erhalt eines nicht störenden Gewerbegebietes, die Steuerung eines möglichen Einzelhandelsangebotes und der Ausschluss von Spielhallen; alles möglichst in Abstimmung mit den Eigentümern.
Gute Nachrichten für Nachbarn
Bei der Gelegenheit möchte die Stadt auch Nachteile des bisherigen Bebauungsplanes für die Nachbarn beseitigen: Als Gewerbegebiet hatte die Stadt Heessen 1969 nicht nur das Möbelmarkt-Grundstück, sondern gleich auch noch die drei östlich anschließenden Grundstücke belegt, die postalisch bereits zur Dolberger Straße gehören. Die dortigen Wohnhäuser bestehen nur noch aus Bestandsschutz – formalrechtlich ist Wohnen nach dem Plan von 1969 ausgeschlossen.
Jetzt will die Stadt hier ein Mischgebiet ausweisen und damit auch die Wohnbebauung sichern. Wichtig ist der Stadt auch noch der Übergang des Planbereiches zur Lippeaue. Hier befindet sich augenblicklich der Parkplatz; die Nachbargrundstücke östlich und westlich sind bereits in dritter Reihe bebaut.
Den Aufstellungsbeschluss für den neuen Bebauungsplan soll der Rat am 13. Dezember treffen (16 Uhr im Kurhaus). Das entsprechende Verfahren dürfte mindestens ein Jahr dauern.