- VonMechthild Wiesreckerschließen
Neue Sitzgelegenheiten sollen die Wagenfeldstraße beleben. Die Testphase ist zeitgleich zur Siegerehrung des Stadtradelns gestartet. Es gibt Bedenken wegen der Parkplatzsituation.
Drensteinfurt – Schon im Vorfeld stießen die Stadt-Terrassen nicht überall auf Zustimmung. Am Mittwochabend wurde das Projekt nun offiziell eröffnet. Bis Anfang August sollen die teilweise knallgelben Sitzgelegenheiten in der Wagenfeldstraße stehen – als temporäres Angebot, um die Aufenthaltsqualität der Einkaufsstraße zu verbessern. Im Anschluss an die Eröffnung wurden die Sieger des diesjährigen Stadtradelns geehrt.
„Möglichen Mehrwert entdecken“ – Umstrittene Stadt-Terrassen eröffnet
Teilnehmer des Stadtradelns und Interessierte versammelten sich zur Eröffnung am Junggesellenbrunnen. Bürgermeister Carsten Grawunder griff gleich zu Beginn die Diskussionen um das Projekt auf: „Viele Bürger haben Sorge vor Veränderungen – dafür habe ich Verständnis“, betonte er. Dennoch sei er überzeugt, dass eine barrierefreie Umgestaltung der Wagenfeldstraße ein Gewinn für den Einzelhandel sei – auch wenn dafür Parkplätze weichen müssten.
Die aufgestellten Bänke sind Leihgaben des Zukunftsnetzes Mobilität NRW. „Sie sollen exemplarisch zeigen, wie die Straße künftig gestaltet sein könnte – auch wenn die auffällige Farbe nicht überall gut ankam“, bemerkte Grawunder.
Installation der Stadt-Terrassen: Ausschuss berät über Entwürfe
Der weitere Planungsverlauf sieht vor, dass der Bauausschuss am kommenden Montag über erste Entwürfe berät. In der Ratssitzung im Juli soll dann ein konkreter Vorschlag beschlossen werden, über den die Bürger im Rahmen der Kommunalwahl am 14. September in einem Bürgerentscheid abstimmen können.
Sybille Ellermann vom Zukunftsnetz Mobilität NRW, dem die Stadt und der Kreis Warendorf angehören, stellte das Projekt vor: „Die aufgestellten Möbel touren den ganzen Sommer durch ganz Westfalen-Lippe – zuletzt standen sie in Holzwickede, vor einem Jahr in Beckum und auch schon in Everswinkel. Ihr Appell: „Kommen Sie miteinander ins Gespräch, nutzen Sie die Sitzgelegenheiten, probieren Sie sie aus und entdecken Sie den möglichen Mehrwert.“
Kritik, dass Mobilität für die ansässigen Dienstleister unverzichtbar sei, wies Grawunder zurück: „Es ist nicht geplant, die Straße autofrei zu machen. Um jedoch Fördermittel von Land und Bund zu erhalten, ist eine Reduzierung der Parkplätze notwendig. Außerdem sind nicht die Dienstleister die Hauptfrequenzbringer in der Straße. Unser Ziel ist es, den Handel zu stärken und mehr Menschen in die Stadt zu holen.“
Alle Bürger haben die Möglichkeit, ihre Meinung zum Projekt online über einen QR-Code oder in Papierform kundzutun – entsprechende Fragebögen liegen in den Geschäften der Wagenfeldstraße aus.
Drensteinfurt: Erfolgreiches Stadtradeln
Anschließend wurden die Urkunden des diesjährigen Stadtradelns verliehen. „Insgesamt wurden 34 330 Kilometer in allen drei Ortsteilen erradelt und dabei 5630 Kilogramm CO₂ eingespart“, lobte Grawunder. „Die Mobilitätswende wird uns in den kommenden Jahren stark beschäftigen, denn das Klima verändert sich spürbar. Auch 2025 steuern wir wieder auf ein trockenes Jahr zu. Daher sollten wir jede Autofahrt hinterfragen und – wo immer möglich – aufs Fahrrad umsteigen.“
Für die drei Erstplatzierten in den jeweiligen Kategorien gab es Urkunden – zusätzlich Gutscheine von Zweirad Dortmann (50 Euro), Zweirad Mürmann (50 Euro) und dem Eiscafé Valcellina (30 Euro). Auch die Grundschule in Rinkerode sowie die Kita Natur-Kinder-Haus beteiligten sich am Stadtradeln. Zum Ausklang der Veranstaltung lud die Bio-Insel zu leckerer Quiche ein. Im Eiscafé Valcellina gab es für alle Besucher eine Kugel Eis gratis.
Der Zauberer Stephan Lammen der mit schier unglaublichen Zaubertricks für beste Unterhaltung sorgte, fand bedauerlicherweise nur wenig Beachtung.
Siegerehrung
Die Gewinner des Stadtradelns im Überblick:
Größtes Team: Kardinal-von-Galen-Grundschule (69 Teilnehmer), Fortuna Walstedde (51 Teilnehmer), HAWA Cycology est 2024 (31 Teilnehmer)
Meiste Kilometer (Teamwertung): Fortuna Walstedde: 12 865 km – 2110 kg CO₂, DJK-MMM-Gruppe: 10 070 km – 1651 kg CO₂, HAWA Cycology est 2024: 7372 km – 1209 kg CO₂
Beste Einzelleistung: Peter Engels-Schoenke: 1630 km – 367 kg CO₂, Peter Wimber: 1347 km – 221 kg CO₂, Stephan Triem: 1046 km – 172 kg CO₂
