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Parkplätze oder Aufenthaltsqualität: Wagenfeldstraße soll testweise umgestaltet werden

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Sollen die Wagenfeldstraße für einige Zeit neu gestalten: Die Stadtterrassen des Zukunftsnetzes Mobilität NRW.
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Die geplante Umgestaltung der Wagenfeldstraße trifft auf gespaltene Meinungen. Eine temporäre Installation von „Stadtterrassen“ soll Bürgern einen ersten Eindruck vermitteln.

Drensteinfurt – Die potenzielle Umgestaltung der Wagenfeldstraße erhitzt bekanntlich die Gemüter in Drensteinfurt. Jetzt will die Stadt den Straßenraum mit den Stadtterrassen des Zukunftsnetzes Mobilität NRW zeitweise neu gestalten, um so im Vorfeld und reversibel aufzuzeigen, was eine Umgestaltung mit sich bringen könnte.

Parkplätze oder Aufenthaltsqualität: Wagenfeldstraße soll testweise umgestaltet werden

Gegner der geplanten Umgestaltung der Wagenfeldstraße kritisieren vor allem den Wegfall von Parkplätzen in der Innenstadt, die Befürworter argumentieren mit steigender Aufenthaltsqualität genau in diesem Bereich – und mit Fördermitteln, die nur dann fließen, wenn die Aufenthaltsqualität steigt. Doch eins eint Befürworter und Kritiker in den Augen von Bürgermeister Carsten Grawunder: „Bisher redet da jeder so aus dem Bauch heraus.“ Ob die Parkplätze an diesen Stellen wirklich fehlen würden oder ob genug Parkplätze vorhanden sind und die Aufenthaltsqualität wichtiger ist  – objektiv gesehen sei das unklar. „Mit den Stadtterrassen könnten wir sehen, was schlussendlich näher an der Realität ist“, sagte er.

Die Stadtterrassen stellt das Zukunftsnetz Mobilität NRW zur Verfügung. Dahinter steckt eine einheitliche Möblierung ausgewählter Bereiche wie Straßenräume und Parkplätze, die diese Orte attraktiver machen soll. Die Stadtterrassen seien ein gutes Mittel, um mit den Bürgern über mögliche Veränderungen in den Dialog zu treten. Laut Zukunftsnetz haben bisher mehr als 50 Kommunen in NRW die Gestaltungsmöglichkeiten der Stadtterrassen genutzt.

Möblierung soll Straße übergangsweise verschönern

Katja Schott von der städtischen Wirtschaftsförderung stellte das Projekt im Rat näher vor. „Wir möchten mit der Stadtterrasse auch den Ratsbürgerentscheid bewerben, bei dem im Zuge der Kommunalwahl auch über die Umgestaltung der Wagenfeldstraße entschieden wird.“ Die Stadtterrasse solle mit Sitzgelegenheiten und Begrünung in einem Zeitraum von vier bis acht Wochen im Sommer einen Ort für Diskussionen und Gespräche bieten. „Und die Bürger können sich vor Ort ein umfassendes Bild davon machen, was geplant ist und wie die Straße nach der potenziellen Umgestaltung wirken könnte“, so die Wirtschaftsförderin.

Grundsätzlich befürwortete die Politik die Bewerbung für eine Stadtterrasse – der Beschluss fiel schlussendlich mit großer Mehrheit bei zwei Gegenstimmen (FDP) und einer Enthaltung –, Kritik gab es dennoch. Heide Pechmann (Grüne) hätte sich beispielsweise gewünscht, dass die Stadt die ansässigen Geschäftsleute vorab mit ins Boot geholt hätte. „Da hätte man die Leute besser mitnehmen müssen.“

Politik: Weitere Gespräche und Planungen sind nötig

Markus Wiewel (CDU) regte an, im Falle einer Zusage des Zukunftsnetzes vor dem Aufstellen der Stadtterrasse in einer Versammlung mit den Gewerbetreibenden über die genaue Platzierung zu sprechen. Danach sei durch die temporäre Veränderung sicher viel zu erfahren.

Sonja Berstermann-Kowalke (FDP) kritisierte noch einmal den geplanten Wegfall von Parkplätzen: „Ob sie zwingend an der Wagenfeldstraße sein müssen, ist fraglich, aber dann müssen wir an anderer Stelle in der Innenstadt für weitere Parkplätze sorgen.“ Ingo Stude und Silke Heitbaum (SPD) bewerteten die Testphase als sinnvolle Maßnahme.

Fachbereichsleiter Christoph Britten erläuterte indes den nach eigenen Aussagen „sportlichen Zeitplan“. Demnach beginne jetzt die Planung der Umgestaltungsmaßnahme. Im Zuge dieser Planungen soll es einen Bürgerworkshop geben, dessen Ergebnisse mit in die Planungen einfließen. Anfang Juli, so Britten, will die Stadt den finalen Entwurf zur Entscheidung im Rat vorlegen. Über diesen können die Drensteinfurter schließlich beim Ratsbürgerentscheid während der Kommunalwahl im Herbst abstimmen.

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