- VonStefan Gehreschließen
Nach diversen Einbrüchen und Vandalismusschäden auf ehemaligen Zechenstandorten, darunter auch in Hamm, hat die RAG Konsequenzen angekündigt. In Hamm gab es seit Anfang März sechs weitere Polizeieinsätze.
Pelkum/Herringen – Das CreativRevier Heinrich Robert ist kein Einzelfall: „Wir haben festgestellt, dass solche Ereignisse auf ehemaligen Anlagen der RAG vermehrt stattfinden“, spielte RAG-Sprecher Christof Beike auf die jüngsten Einbrüche und Vandalismusschäden unter anderem im Hammerkopfturm der ehemaligen Zeche Heinrich Robert an.
Ende Februar/Anfang März hatten dort Unbekannte über mehrere Tage gewütet und die Fördermaschine regelrecht ausgeschlachtet. Als erste Konsequenz daraus wurden durch die RAG die aufgebrochenen Zugänge „verrammelt und verriegelt“.
Alte Zechenstandorte: RAG ruft Arbeitsgruppe ins Leben
Doch ob das reicht? Der – künftige – Gebäudeeigentümer Jürgen Tempelmann jedenfalls sieht die RAG in der Pflicht, ihre Gebäude besser vor ungebetenen Gästen zu schützen. Das ist dem Unternehmen aufgrund der vermehrten Ereignisse hier und an anderen früheren Zechenstandorten auch bewusst. Und es hat reagiert. „Wir haben deshalb im Unternehmen eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich genau mit der Frage nach möglichen Konsequenzen beschäftigt“, teilte Beike mit. Ergebnisse lägen aber noch nicht vor. Sobald dies der Fall sei, werde man sich melden. Wann dies sein wird, konnte der Unternehmenssprecher aber nicht sagen.
Solange bleibt nur zu hoffen, dass die schon jetzt ergriffenen Sicherheitsvorkehrungen wie die Verstärkung der Zugänge Früchte tragen und nicht noch mehr der historischen Bausubstanz und der darin befindlichen Maschinen in Mitleidenschaft gezogen werden.
Alte Zechenstandorte: Irreparable Schäden an Fördermaschine
Bei der ausgeschlachteten Fördermaschine im Hammerkopfturm dürfte der von den Einbrechern verursachte Schaden – unter anderem hatten sie das Gehäuse beschädigt, Teile des Bodens aufgerissen und eine Tonne Kupfer gestohlen – irreparabel sein. Nach Angaben der RAG ist ein detailgetreuer Wiederaufbau nicht geplant. Inwieweit die Maschine zumindest halbwegs hergerichtet wird, steht noch nicht fest. Mittelfristig ist geplant, dass die Ebene, auf der sie sich befindet, zu einem Besucherzentrum ausgebaut wird. Besucher des CreativReviers können sich dann dort über alte und neue Energien informieren.
Seit dem Einbruch in den Hammerkopfturm hat es im CreativRevier Heinrich Robert übrigens weitere Polizeieinsätze gegeben. Nach Angaben von Polizeisprecher Hendrik Heine mussten die Beamten insgesamt sechs Mal ausrücken.
Alte Zechenstandorte: Weitere Polizeieinsätze im CreativRevier
Hier eine Übersicht: Am 12. März, am 14. März sowie am 10. April wurde der Polizei jeweils eine „verdächtige Person“ gemeldet. Vor Ort habe man jedoch nichts feststellen können, sagte Heine. Am 4. März und am 2. April wurde der Polizei jeweils ein Hausfriedensbruch angezeigt. Am 2. April waren es Jugendliche, die am Fuß des Hammerkopfturms mit einem Gullydeckel um sich geworfen haben sollen und die bei Eintreffen der Polizei geflüchtet sind. „Schäden gab es allerdings keine“, so Heine. Es sei Strafanzeige gestellt worden. Schließlich wurde der Polizei am 13. März der Diebstahl aus einem Fahrzeug, das im CreativRevier abgestellt war, gemeldet. Auch hier kam es zu keiner Personenfestellung. Keine neuen Erkenntnisse haben die Ermittlungen zum Einbruch in den Hammerkopfturm ergeben. Auch die Auswertung der Videoaufnahmen habe noch zu keinem Ergebnis geführt, so Heine.