Von Annika Ketzler
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Nach der Insolvenz eines bekannten Dekohändlers wurden bereits zahlreiche Filialen in Deutschland geschlossen. Nun trifft es drei weitere Standorte in NRW.
Hamm - Viele Einzelhändler in Deutschland stehen derzeit vor Problemen. Auch die Gries Deco Company, zu der über 300 Filialen der Deko-Kette Depot gehören, kündigte bereits im Frühjahr 2024 eine „strukturelle Veränderung“ an – die sowohl Auswirkungen auf Filialen als auch auf Mitarbeiter haben soll. 90 Filialen in Deutschland standen daher „auf dem Prüfstand“ .
Mitte vergangenen Jahres meldete die Gries Deco Company schließlich Insolvenz in Eigenverantwortung an und zahlreiche Depot-Filialen in Deutschland wurden geschlossen. Das Unternehmen gab bekannt, sich von den Filialen trennen zu wollen, die keine Gewinne abwerfen. Ende November stellte sich heraus, dass es sich dabei um sieben Filialen in NRW handelt . Nun trifft es allerdings weitere Depot-Filialen in NRW-Städten.
Nach Insolvenz: Beliebter Händler schließt überraschend weitere Filialen in NRW Laut mehreren Medienberichten handelt es sich konkret um drei Filialen in NRW. Wie das Westfalenblatt berichtet, schließt die Depot-Filiale in Herford am Gehrenberg. Mehrere Plakate zieren die Schaufensterfront der Filiale und weisen auf reduzierte Ware und eine baldige Schließung des Standortes hin.
Der Einzelhändler ist in vielen Innenstädten zu finden, nun schließen drei weitere Filialen in NRW.
© Alicia Windzio/dpa
Auch in der Depot-Filiale in der Innenstadt von Herne laufe derzeit ein großer Räumungsverkauf. Plakate mit der Aufschrift „Wir schließen“ wurden aufgehängt, wie die WAZ berichtet. Der genaue Schließungstermin sei noch nicht bekannt. Gleiches gilt für die Filiale in Höxter. „Totaler Räumungsverkauf“ hieß es dort bereits im April 2024, wie die Neue Westfälische (NW) berichtet. Ende November 2024 hieß es dann, die Filiale bleibe bestehen. Nun finden Kunden auch hier die Plakate mit der Aufschrift „Wir schließen“.
Kennen Sie diese Modemarken noch? Diese Firmen sind aus Deutschland verschwunden Einst war Esprit ein deutsches Vorzeigeunternehmen. Die deutsche Modemarke kannte so gut wie jeder und galt lange als begehrt. Doch dann kam 2024 der Schock: Esprit Europe hat die Insolvenz im Frühsommer angemeldet, bis zum Jahresende wurden alle Läden geschlossen. Die Marke wurde zwischenzeitlich zwar übernommen, doch ein Stück deutsche Geschichte ist damit von der Bildfläche verschwunden. © IMAGO/D. Kerlekin/Snowfield Photograph Kennen Sie diese Marke noch? In den 2000er Jahren gab es um Bench einen regelrechten Hype. Doch 2018 geriet das britische Unternehmen in Schieflage und meldete Insolvenz an. Das Ladengeschäft wurde abgewickelt und die Marke verschwand aus den Innenstädten. Doch es gibt Bench noch immer: Wer die alte Skateboard-Marke noch vermisst, kann Kleidungsstücke im Online-Store kaufen. © via www.imago-images.de Sogar Luxusunternehmen sind nicht von den Schwierigkeiten in der Modewelt verschont. Escada gehörte einst zu den bekanntesten Luxuslabels der Welt. Sie wurde 1976 von Margaretha Ley gegründet und war bis in die 1990er Jahre erfolgreich. Escada verkaufte Damenbekleidung, Accessoires, Schmuck und Düfte. Es gab in den 2000er Jahren dann mehrere Insolvenzen, die erste 2009, eine weitere folgte 2020. Escada als Marke existiert zwar heute noch, doch eigene Filialen sind so gut wie verschwunden. Die besten Jahren sind wohl vorbei. © 4kclips via imago-images.de Topshop ist eine britische Modefirma, die durch ihren rasenden Erfolg in der Heimat in den 2000er Jahren Filialen auf der ganzen Welt hatte. Topshop war als Fast Fashion Unternehmen bekannt, die ihre Produkte zu Tiefpreisen anbot. Dabei arbeitete die Firma auch mit Berühmtheiten wie Beyoncé und Kate Moss zusammen. 2020 geriet der Mutterkonzern durch die Pandemie aber in Schieflage und meldete in Großbritannien die Insolvenz an. 2021 wurden Topshop von Asos gekauft, die meisten Filialen wurden damals aber schon aufgegeben – auch in Deutschland. Asoso hat 2024 weitere Anteile der Marke verkauft. © Copyright: xmobilinchenx via ima Scotch & Soda, Kurfürstendamm, Charlottenburg, Charlottenburg-Wilmersdorf, Berlin, Deutschland *** Scotch Soda, Kurfürst An diese Marke müssten sich die meisten noch erinnern können, denn sie ist erst 2024 in die Insolvenz gerutscht. Die niederländische Marke Scotch & Soda hat in diesem Zusammenhang beschlossen, alle deutschen Filialen zu schließen. Hierzulande kann man Kleidung der Marke aber noch online kaufen, zum Beispiel bei Breuninger oder Zalando. © Schoening via www.imago-images.de RECORD DATE NOT STATED The Forever 21 store is one of AR Holdings brands EDITORIAL USE ONLY Photography PUBLICATIONxNOT Forever 21 war eine weitere Erfolgsmarke in der Welt von Fast Fashion. Die US-amerikanische Firma hatte einst Filialen auf der ganzen Welt – auch in Deutschland. 2019 geriet die Firma aber in Schieflage. 178 Geschäfte in den USA mussten damals schließen und es wurden alle Standorte in Europa und Asien komplett aufgegeben. Heute gibt es die Marke nur noch in Amerika. © IMAGO/PHOTOFILMCR Paris, France - February 27, 2023: Exterior view of a Promod store, a French clothing company specia Promod war eine Modemarke aus Frankreich, die 1975 schon gegründet wurde und dort jahrzehntelang erfolgreich war. Die Firma hatte zunächst nur Standorte in Frankreich und Belgien, doch in den 90er Jahren wagte Promod dann die weitere Expansion. 2014 hatte die Marke weltweit über 1000 Filialen in 52 Ländern. Dann kam die Insolvenz und 2016 wurde die Hälfte aller Filialen geschlossen. In Deutschland wurden alle Standorte geschlossen – die Firma bleibt aber in Frankreich noch bestehen. © HJBC via imago-images.de Gegen die Firma RENO aus Osnabrueck wurde beim Amtsgericht Hameln ein Insolvenzverfahren eroeffnet, betroffen sind der M Für den Schuhhändler Reno ging es 2023 in die Insolvenz. Den Händler gibt es tatsächlich auch noch vereinzelt, aber im Zuge des Insolvenzverfahrens wurden die meisten Filialen geschlossen. Alle Standorte im Ausland wurden dichtgemacht und in Deutschland bleiben von den einst 150 Läden nur noch 26. © IMAGO/Malte Ossowski/SVEN SIMON Die Hallhuber GmbH ist ein Bekleidungshaus in München, das 1977 gegründet wurde. Es verkauft Oberbekleidung für Frauen. Dieses 1977 gegründete Unternehmen stand einst auch für Eleganz und Professionalität. Hallhuber war eine deutsche Qualitätsmarke. Doch mit den Jahren ist die Marke immer wieder in die Pleite gerutscht. 2020 hat es eine Insolvenz gegeben, die Firma wurde aber gerettet. Doch das währte nicht lange und 2023 musste ein neues Insolvenzverfahren gestartet werden. Es konnte kein Investor gefunden werden – und die Marke verschwand von der Bildfläche. Wie im Fall von Esprit wurden auch von Hallhuber die Namensrechte gekauft, sodass man Kleidung unter diesem Namen noch kaufen kann. Mit dem Ursprungsunternehmen hat dies aber nichts mehr zu tun. © IMAGO/Manfred Segerer P&C exisitiert noch in Deutschland. Keine Sorge: Peek und Cloppenburg ist nicht verschwunden, die Firma hat ihre Insolvenz im Jahr 2023 erfolgreich abgeschlossen. Es wurden zwar Stellen abgebaut, doch das Kaufhaus existiert noch. Vielmehr steht P&C hier in dieser Reihe für eine Vielzahl an Unternehmen aus der Modebranche, die es erstmal geschafft haben. So wie SportScheck, Galeria, und Gerry Weber, die es ebenfalls jüngst geschafft haben. Die Modebranche befindet sich in ständigem Wandel – einst erfolgreich Unternehmen können von einem Tag auf den anderen verschwinden. © IMAGO/imageBROKER/Wilfried Wirth Auf Nachfrage von wa.de zu den genauen Gründen, offiziellen Schließungsterminen und möglichen weiteren Schließungen erklärt ein Sprecher der Gries Deco Company: „Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir aktuell keine Auskunft geben“.
Rubriklistenbild: © IMAGO/imageBROKER/Torsten Krüger