- VonAlexander Langeschließen
Bereits zum 30. April wird das Spielwarengeschäft „Puppe“ an der Warsteiner Hauptstraße für immer schließen. Zu den Gründen zählt auch die Baustellensituation der kommenden Jahre. Das Hauptgeschäft in Sichtigvor bleibt aber.
Warstein/Sichtigvor – Über 30 Jahre hat das Spielwarengeschäft „Puppe“ an der Warsteiner Hauptstraße Wünsche erfüllt und Kinderherzen höher schlagen lassen. Doch zum kommenden Dienstag, 30. April, geben Silvia und Reinhard Puppe das Fachgeschäft für immer auf, nachdem es seit August des vergangenen Jahres bereits geschlossen war. Der Grund für die „eigentlich nur vorübergehende Schließung“, so Silvia Puppe, war seinerzeit ein Wasserschaden im Laden. Lange bestand die Hoffnung der beiden, zum umsatzstarken Weihnachtsgeschäft aber wieder öffnen zu können. Doch weder daraus, noch aus dem Karnevalsgeschäft – „wir hatten die Ware schon eingekauft“ – wurde etwas. Der ganze Estrich musste raus, Spielzeug, Regale, Kasse, Theke, alles musste übergangsweise in Garagen oder im Geschäft an der Sichtigvorer Möhnestraße untergebracht werden.
Das Schadensausmaß in Warstein war höher als anfangs angenommen, auch die Arbeiten verliefen nicht wie gewünscht, erklärt Silvia Puppe: „Und dann erfahren wir aus der Zeitung, dass die Hauptstraße dort auch noch für drei Jahre zur Baustelle wird. Und das in einem Ausmaß, mit dem wir nicht gerechnet haben. Wir sind dann aufgrund der Baustelle ins Überlegen gekommen.“ Es seien letztendlich mehrere Faktoren gewesen, die „schweren Herzens“ zur Schließung führten.
Corona-Zeit, Wasserschaden und Baustellensituation
Zuerst die Corona-Zeit, die es dem Einzelhandel schwer machte: „Und es hat einige Monate gedauert, bis die Kunden zurückkamen.“ Dann der Wasserschaden mit dem Wegfall von Weihnachts- und Karnevalsgeschäft. Dazu die Baustellensituation – „von der Stadt hat uns niemand informiert“ – der kommenden Jahre. „Und über allem schwebt noch das Online-Geschäft. Als Einzelhändler mussten wir uns sowieso schon gewaltig strecken“, ergänzt Reinhard Puppe.
Der Abschied falle schwer, „hier haben Generationen eingekauft. Es kamen jetzt Eltern, die früher selber als Kinder hier waren“, erinnert sich Silvia Puppe: „Ganz viele kannte ich persönlich, der Schritt tut weh. Wir haben das immer mit viel Freude und Herzblut gemacht und bedanken uns für die Treue und Unterstützung der Kunden.“ Aber es gehe eben auch um die Wirtschaftlichkeit.
Hauptgeschäft in Sichtigvor bleibt
Trotz des schwierigen Schrittes in Warstein blicken die beiden optimistisch in die Zukunft. Das Hauptgeschäft in Sichtigvor bleibt, das Sortiment hat dort zum Großteil schon Platz gefunden, dort sind ebenso Geburtstagskisten möglich, auch Gutscheine für das Warsteiner Geschäft sind dort einlösbar. „Selbstverständlich“, sagt Reinhard Puppe: „Wir sind weiterhin für unsere Kunden da, hoffen aber auch auf Verständnis für den Schritt.“
Am kommenden Samstag, 27. April, veranstalten Reinhard und Silvia Puppe ein Frühlingsfest an und um das Spielwarengeschäft in Sichtigvor: „Wir haben Rabatte und unterschiedliche Aktionen und Attraktionen vorbereitet.“
Die Mitarbeiterinnen aus Warstein konnten bereits für das Geschäft in Sichtigvor übernommen werden. Was mit den Räumlichkeiten an der Hauptstraße passiert, ist unklar. Das Ehepaar Puppe hatte die Räume lediglich gemietet.
