Straßenverkehr in Hamm

Nadelöhr Nordstraße: Tempo 30 die Lösung?

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200 Meter mit Gefahrenpotenzial: Je nach Verkehrsaufkommen wird es eng auf der Nordstraße. Mancher will noch fix über die Ampel.
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Mitten durch die Fußgängerzone führt die viel befahrene Nordstraße. Die Politik möchte der „beängstigenden Situation“ nun mit der Einführung von Tempo 30 begegnen.

Hamm – Die Ampelkoalition im Bezirk Hamm-Mitte möchte von der Verwaltung geprüft wissen, ob sich die Geschwindigkeit in der Nordstraße auf Tempo 30 reduzieren lässt. „Dort herrscht eine beängstigende Situation“, sagt der SPD-Fraktionschef in Mitte, Franz Przybela stellvertretend auch für die Koalitionspartner Grüne und FDP.

„Wir wünschen uns, dass die Verwaltung auf die entsprechenden übergeordneten Stellen einwirkt, um zumindest zu überprüfen, ob eine Temporeduzierung hier möglich ist“, sagt Przybela. „Das wäre aus Sicht der Koalition zudem auch aus Gründen des Lärmschutzes eine Verbesserung der Situation.“

Auch Querung schon länger ein Thema

In der Bezirksvertretung Mitte setze man sich seit einigen Jahren für eine Veränderung des rund 200 Meter langen Straßenabschnitts zwischen Sternstraße und Nordring ein. Die Koalition halte auch an den in der Perspektive Innenstadt 2030 aufgezeigten Veränderungen für eine verbesserte Querung der Nordstraße zwischen den Fußgängerzonen fest.

Von der Stadt hieß es zuletzt, wegen des engen Verkehrsraumes und angrenzenden Bebauungen sei es „kurz- und mittelfristig nicht möglich, hier Abhilfe zu schaffen. Ein Einzug einer Fahrspur ist aufgrund des derzeitigen Verkehrsaufkommens aktuell ebenfalls nicht darstellbar. Langfristig wird sich durch den Bau der B 63 n das (Schwerlast-) Verkehrsaufkommen reduzieren“.

Bauliche Situation seit 1964 unverändert

Auf eine konkrete Anfrage zu einer möglichen Temporeduzierung auf 30 Kilometer pro Stunde antwortete die Stadt: „Zu einer möglichen Einrichtung/Prüfung von Tempo 30 können wir uns aktuell noch nicht weiter äußern“. Überlegungen, wie die Situation im Bereich der Nordstraße – auch die Querung Weststraße – verbessert werden könne, würden seit einiger Zeit angestellt. Sie hätten aber noch nicht zu einem Ergebnis geführt. Die Prüfung laufe also noch. Ein Zeitpunkt könne derzeit nicht genannt werden.

Die bauliche Situation an der Nordstraße, die als Bundesstraße mit Einbahnstraßenregelung die zentrale Verbindungsachse von Süden nach Norden ist, ist seit Mitte der 1960er Jahre kaum verändert. 1964 wurde alter Gebäudebestand, der den Krieg weitgehend unbeschadet überstanden hatte, auf der Ostseite (in Höhe der heutigen Bushaltestelle) abgerissen und der Verkehrsraum damit erweitert. Im nördlichen Bereich mit seinen teils denkmalgeschützten Gebäuden blieb er unverändert.

Letztens hatte ein Besucher aus Greven die Situation an der Nordstraße als alarmierend eingestuft. An anderen Stellen in Hamm wurde in den vergangenen Jahren Tempo 30 eingeführt.

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