VonNina Wetteschließen
Horst Grafen plant, seinen Fotoladen Mitte 2025 für immer zu schließen. Eine der Ursachen ist eine Regelung der Bundesregierung.
Bielefeld - Jahrelang hat Inhaber Horst Grafen in seinem Geschäft „Foto-Grafen“ Portrait-Fotos und Passbilder geschossen, Fotos entwickelt und Kameras sowie Zubehör verkauft. Damit ist bald allerdings Schluss. Grund für die Schließung ist ein Problem, mit dem alle Fotografen und Foto-Fachgeschäfte zu kämpfen haben.
Fotoladen in NRW schließt für immer – neue Regelungen sind ein Grund dafür
„Ende Juni ist Schluss“, berichtet Inhaber Horst Grafen im Gespräch mit wa.de. Dann schließt er nach mehr als zehn Jahren die Türen seines Ladens „Foto-Grafen“ in der Dorfstraße in Bielefeld. Ein Grund für die Schließung ist der Wegfall einer Dienstleistung, die zu „mehr als 70 Prozent den Deckungsbeitrag aller Einnahmen eines Fotogeschäfts leistet“.
Dabei handelt es sich um die neue Regelung der Bundesregierung zur Übermittlung von Passbildern. Die Bilder dürfen am Mai 2025 nur noch digital an die zuständigen Behörden gesendet werden. Dadurch solle die Möglichkeit reduziert werden, Fotos manipulieren zu können. Dafür würden unter anderem Bürgerämter Geräte zur Aufnahme von Lichtbildern bereitstellen.
Fotos werden immer seltener ausgedruckt
Hinzu kommt, dass heute die Menschen „nur noch mit dem Handy fotografieren“ würden, so Horst Grafen. Fotos würden zudem immer seltener gedruckt werden und stattdessen auf Festplatten oder online gespeichert werden. „Die Kunden haben ein geändertes Einkaufsverhalten“, erklärt der Inhaber. „Das Brot- und Buttergeschäft von Fotoläden fällt damit weg.“
Nach acht Jahren verschwindet bald auch ein spezielles Fachgeschäft aus Bochum. Der Schritt ist für die Betreiber nicht einfach. Grund für die Schließung sind hier die Folgen der Corona-Pandemie.
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