- VonJörg Beuningschließen
Hamm-Westtünnen dürfte ab 2024 im Fahrplan der Bahn (DB) auftauchen. Der Konzern rechnet mit der Fertigstellung des neuen Bahnhofs im Sommer nächsten Jahres.
Hamm – Es ist die mit Abstand größte Baustelle im Stadtbezirk Rhynern – und wohl auch die mit den weitreichendsten Folgen für die Bürger: der Bahnhaltepunkt in Westtünnen. Die einzelnen Bauabschnitte sind immer besser zu erkennen, der Zeitplan wird immer konkreter, und trotzdem ist noch viel zu tun. Ein Überblick:
Zeitplan
Die Arbeiten laufen wie geplant. Während der Bahnsteig quasi fertig ist, nimmt vor allem die Beseitigung der beiden Bahnübergänge mit dem Bauwerk der neuen Unterführung die meiste Zeit in Anspruch. Bahnsprecher Stefan Deffner geht zum jetzigen Stand davon aus, dass bis Sommer 2024 die Arbeiten soweit abgeschlossen sind, dass der Haltepunkt dann in Betrieb genommen wird. Beim so so genannten „kleineren Fahrplanwechsel“ im Sommer 2024 werde der Bahnhaltepunkt Westtünnen mit aufgenommen, so Deffner.
Kosten
Die Baukosten für den Bahnhaltepunkt belaufen sich auf 5,9 Millionen Euro. An dieser Kalkulation habe sich im Laufe der Bauzeit nichts verändert.
Bahnübergänge
Beide höhengleiche Bahnübergänge werden abgeschafft. Der Dierhagenweg ist bereits zu, der Südfeldweg wird geschlossen, sobald die neue Unterführung – voraussichtlich im Sommer 2024 – freigegeben ist. Aus Rhynern kommend wird der Südfeldweg in Höhe der Einmündung zur Verdistraße den neuen Verlauf nehmen. Das Stück von Verdistraße bis zum jetzigen Bahnübergang wird zurückgebaut. Das Stück zwischen jetzigem Bahnübergang und Von-Thünen-Straße bleibt so erhalten.
Zufahrtswege
Die Verdistraße zwischen Südfeldweg und Dierhagenweg wird bis Sommer 2024 ausgebaut auf eine Breite von 6,5 Metern plus zwei Meter Gehweg. Der Südfeldweg trifft nach der Unterführung aus Rhynern kommend in einem Kreisverkehr auf die Von-Thünen-Straße. Auch dies soll im Jahr 2024 fertig werden. Im Anschluss daran wird die Verbindung zur Dambergstraße entlang der Seniorenwohnanlage „Haus Von Thünen“ gebaut. Wann genau, will per Anfrage die CDU-Bezirksfraktion wissen. Eine Antwort steht noch aus.
Zwischen Dierhagenweg und neuem Südfeldweg wird parallel zur Bahnstrecke auf der südlichen Bahnseite ein Geh- und Radweg entstehen. Ebenfalls gibt es eine Kfz-freie Zuwegung von der Von-Thünen-Straße zum Haltepunkt (neben der Bäckerei).
Park-and-Ride
In der noch vor den Sommerferien anstehenden Sitzungsrunde der Politik wird der Rat die Ausbaupläne für die beiden P+R-Anlagen Nord und Süd beschließen. Sie kosten 1,8 Millionen Euro bei einem städtischen Anteil von rund 600.000 Euro.
Die Hauptanbindung des Haltepunkts auf der Südseite der Bahnstrecke erfolgt über die vorgelagerte Parkplatzanlage Süd. Diese wird über Fahrbahn mit einseitigem Gehweg an die Verdistraße angebunden. Es sind insgesamt 70 Parkplätze eingeplant. Die Parkplatzanlage Süd soll mit Bussen an den innerstädtischen ÖPNV angeschlossen werden.
Die P+R-Anlage Nord wird vom geplanten Südfeldweg über Fahrbahn mit Gehweg barrierefrei zu erreichen sein. Hier wird es 42 Stellplätze geben. Dazu gibt es eine überdachten Fahrradabstellanlage für etwa 30 Fahrräder plus 20 Fahrradständer.
Lärmschutz
Gemäß Bebauungsplan ist die Parkplatzanlage an zwei Seiten (West und Nord) mittels 2,50 Meter hohen Lärmschutzwällen eingefasst. Für die längst versprochenen Lärmschutzwände entlang der Bahnstrecke auch vor und nach dem Haltepunkt gibt es noch keinen neuen Termin. Bahnsprecher Stefan Deffner sagte auf Anfrage aber immerhin: „Die DB geht davon aus, dass der Bau der Lärmschutzwände im Jahr 2027 starten kann.“
Eine weitere Großbaustelle in Hamm steht unterdessen vor der Vollendendung: Am 17. Juni 2023 soll der „Erlebensraum Lippeaue“ eröffnet werden.
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