Wartebereich

Neues Angebot im Movie Park – Fans unsicher, wer es überhaupt nutzen darf

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Der Movie Park in Bottrop probiert momentan ein neues System für den Wartebereich von Attraktionen aus. Unter Freizeitpark-Fans löst das Debatten aus.

Bottrop - Ein Tag im Freizeitpark soll vor allem dazu einladen, die Atmosphäre der Themenwelten und den Nervenkitzel der Attraktionen zu genießen. Doch an vollen Tagen gesellt sich ein wenig beliebter Punkt hinzu: Wartezeit. Wer in einer der Highlight-Fahrgeschäfte einsteigen möchte, steht gut und gerne für 30, 45 oder 60 Minuten – wenn nicht sogar noch länger – an, bevor die Fahrt beginnt. Der Movie Park in Bottrop-Kirchhellen testet gerade ein neues System aus, mit dem vor allem für eine bestimmte Besuchergruppe Wartezeit gespart werden kann. Das stößt bei Freizeitpark-Liebhabern eine Diskussion an.

Movie Park testet Single Rider Line – Fans diskutieren, wer sie überhaupt nutzen darf

Es geht um sogenannte Single Rider Lines, die auch schon in einigen anderen Freizeitparks zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich um gesonderte Wartebereiche für Besucher, die sich alleine für eine Attraktion anstellen wollen. Die Mitarbeiter füllen mit den „Single Ridern“ dann die Sitze im Fahrgeschäft auf, die leer bleiben. Heißt: Steht in der normalen Warteschlange beispielsweise eine Gruppe bestehend aus drei Personen an, wird diese in einen Wagen, in den vier Personen passen, gesetzt. Auf den freibleibenden vierten Platz darf sich dann ein „Single Rider“ setzen.

Die Achterbahn Movie Park Studio Tour ist eine der Attraktionen, an denen die Single Rider Line ausgetestet wird.

Das bietet direkt mehrere Vorteile. Auf diese Weise gelingt es nicht nur, Achterbahnzüge besser auszulasten. Die Alleinfahrenden haben somit auch einen extra für sie eingerichteten Bereich, der oft weniger stark besucht ist. Heißt: Wer alleine unterwegs ist, hat eine gute Chance, weniger lange warten zu müssen.

Auf Nachfrage von wa.de bestätigt der Movie Park, dass Single Rider Lines derzeit getestet werden. „Wir konzentrieren uns nach und nach auf verschiedene Attraktionen und sammeln Erfahrungen, um feststellen zu können, was von den Gästen gut angenommen wird und im Parkalltag operativ sinnvoll ist“, erklärt Movie-Park-Sprecherin Ann-Katrin Dölken. Die beiden Attraktionen, die derzeit in den Genuss dieses Features kommen, sind die „Movie Park Studio Tour“, in der Besucher übrigens ein Relikt aus alten Zeiten erblicken können, und die Familienachterbahn „Jimmy Neutron‘s Atomic Flyer“.

Dass der Movie Park nun mit dem bekannten Konzept experimentiert, stößt bei Fans auf Wohlwollen. Nicht wenige sind sogar der Ansicht, dass der Schritt lange überfällig gewesen sei. So kommentiert das Freizeitpark-Portal Coaster Fans & News in einem Beitrag das Thema mit den spitzen Worten: „Es geschehen noch Wunder in dieser Zeit“.

„Single Rider Lines“ im Movie Park: Für wen sind sie eigentlich gedacht?

In den Kommentaren unter dem Beitrag von Coaster Fans & News entstand derweil eine Grundsatzdiskussion unter den Fans: Wer darf die Single Rider Line überhaupt nutzen? Denn hier gibt es zwei Ansichten. Die einen sind der Auffassung, dass sich dort ausschließlich Besucher anstellen sollen, die sich alleine auf eine Fahrt mit der jeweiligen Attraktion begeben. Andere wiederum sehen das Wort „Single“ nicht so eng: Sie denken, dass es auch vollkommen ok sei, wenn sich Gruppen, die bereits sind, getrennt zu werden, dort anstellen.

„Eigentlich eine schöne Sache, nur leider stehen da auch sehr viele in Gruppen an, die zu dumm zum Lesen sind“, echauffiert sich eine Facebook-Nutzerin mit scharfen Worten. Eine andere Userin pflichtet ihr bei und berichtet davon, dass immer wieder Leute, die sich in der Single Rider Warteschlange angestellt haben, mit dem Personal diskutieren, wenn sie für die Fahrt getrennt werden. Ein anderer Freizeitparkfan gibt auch zu bedenken, dass sich für die Alleinfahrenden die Wartezeit mitunter erheblich verlängern könne, wenn sich immer wieder Gruppen in die Single Rider Line anstellen.

Die im Movie Park aufgestellten Schilder geben hier auch keine eindeutige Antwort. Denn hier heißt es: „Die Single Rider Warteschlange ist ideal für alle Gäste, die alleine mitfahren möchten oder bereit sind, die Attraktion getrennt von ihrer Gruppe zu erleben.“ Ein Verbot für Gruppen, sich hier anzustellen, würde auf jeden Fall anders klingen.

Wie genau man nun „Single Rider Lines“ definieren mag: Sie werden offenbar gut angenommen. „Am Montag (9. Juni) haben die Single Rider Lines zum Beispiel schon um die 500 Gäste genutzt, was wir für den Anfang und die erste Testphase positiv bewerten“, sagt Ann-Katrin Dölken. „Interesse war auf jeden Fall da.“ Noch könne man allerdings nicht festlegen, welche Attraktionen im weiteren Verlauf mit einem „Single Rider“-Warteberich bedacht werden. „Weitere Tests sind geplant, um zu beobachten, wie es von den Gästen angenommen wird“, so die Movie-Park-Sprecherin.

In den Wartebereichen in Freizeitparks werden immer wieder neue Arten ausprobiert, den Besuchern das Leben einfacher zu gestalten. So kommen Eltern in manch einem Park beispielsweise in den Genuss des sogenannten Baby-Switchs. Auch ganz abseits von Wartebereichen hat sich der Movie Park im Laufe der Jahre und Jahrzehnte stark verändert. So scheint auch das letzte Stündchen für eine Kult-Attraktion geschlagen zu haben.

Rubriklistenbild: ©  IMAGO / Funke Foto Services

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